Für mehr regionale Wertschöpfung im Hinterthurgau: Bund und Kanton geben grünes Licht – und Geld

Der Verein Projekt Regionale Entwicklung Tannzapfenland kann mit der Umsetzung seiner zahlreichen Teilprojekte beginnen.

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Mit regionalen und im Hinterthurgau verarbeiteten Produkten will der Verein PRE Tannzapfenland die Wertschöpfung im Hinterthurgau behalten.

Mit regionalen und im Hinterthurgau verarbeiteten Produkten will der Verein PRE Tannzapfenland die Wertschöpfung im Hinterthurgau behalten.

(Bild: ZVG)

(red/kuo) Ein eigenes Schlachthaus, ein Erlebnisweg, Hofautomaten, Käsereien. An Ideen, wie Hinterthurgauer Produzenten, Landwirte und Gastronomen die regionale Wertschöpfung steigern können, hat es dem Verein Projekt Regionale Entwicklung (PRE) Tannzapfenland noch nie gemangelt. Am Geld hingegen eher.

Werner Ibig ist Direktor des Klosters Fischingen und Präsident des Vereins PRE Tannzapfenland.

Werner Ibig ist Direktor des Klosters Fischingen und Präsident des Vereins PRE Tannzapfenland.

(Bild: Reto Martin)

Doch dieses Problem ist nun vorerst gelöst: Das Bundesamt für Landwirtschaft und der Kanton Thurgau haben das PRE Tannzapfenland bewilligt und somit auch ihre finanzielle Unterstützung zugesagt. Der Bund beteiligt sich mit maximal 950'000 Franken und der Kanton mit maximal 760'000 Franken. Geplant sind Projekte indes mit einem Investitionswert von 3,7 Millionen Franken. Die restlichen knapp zwei Millionen finanzieren die Projektträger. «Wir freuen uns, dass die Vereinbarung mit dem Bund und dem Kanton unterzeichnet ist, und wir mit der Umsetzung beginnen können,» sagt denn auch Vereinspräsident Werner Ibig.

Einer der Teilprojektträger ist der Verein Direktvermarkter Tannzapfenland. Das Ziel ist es, unter dem Label «Tannzapfenland» die Produkte aus der Region gemeinsam zu vermarkten.

«Da viele den Sommer in der Schweiz verbringen werden, hoffen wir, dass wir sobald als möglich starten können.»

Ein weiteres Teilprojekt ist die regionale Fleischverarbeitung. «Die Abklärungen haben gezeigt, dass es immer weniger Möglichkeiten zur regionalen Fleischverarbeitung gibt», erklärt Andreas Moser, Präsident der IG Regionale Fleischverarbeitung Hinterthurgau. Nun ist ein kleines Schlachthaus in der Gemeinde Eschlikon.

«Da viele den Sommer in der Schweiz verbringen werden, hoffen wir, dass wir sobald als möglich starten können», sagt Jakob Hug, im Verein für den Projektteil Tourismus verantwortlich. Geplant sind Bike-Touren, geführte Wanderungen und ein mobiler Grill. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Umsetzung eines Erlebniswegs erfolgen.

Brigitte SüessGeschäftsführerin Verein PRE Tannzapfenland

Brigitte Süess
Geschäftsführerin
Verein PRE Tannzapfenland

(Bild: ZVG)

Im Bereich branchenübergreifender Zusammenarbeit strebt der Verein eine Partnerschaft mit der Gastronomie an. «Hier geht es um gemeinsame Aktionen wie eine regionale Woche und die bessere Verknüpfung zwischen Direktvermarktern und Gastronomen», erklärt Geschäftsführerin Brigitte Süess.

Käsereien in Eschlikon und Wiezikon

Ebenfalls zu den Projektträgern gehören die beiden Käsereien zapfenland Käse AG, Wiezikon. Der Anbau in der Käserei Riethof, Eschlikon, vereinfacht für die Familie Gantenbein die Joghurtproduktion und sichert so die Verarbeitung der regionalen Milch. Den gleichen Zweck verfolgt die Umkehrosmoseanlage zur Eindickung von Schotte in der Käserei Wiezikon. Weiter sind auf einigen landwirtschaftlichen Betrieben kleine Umbauten geplant, welche die Direktvermarktung fördern und vereinfachen.

Die Vereinbarung mit Bund und Kanton läuft bis ins Jahr 2026. Bis dahin müssen die Projekte umgesetzt sein und auf eigenen Füssen stehen. «Die Gelder werden erst dann ausbezahlt, wenn die Projekte dazu umgesetzt sind», sagt Werner Ibig.

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