Glosse

Büroräume und Bubenträume

Südsicht auf den Hinterthurgauer Immobilienmarkt. Also nicht wirklich, aber schon irgendwie.

Olaf Kühne
Drucken
Teilen
Olaf Kühne (Bild: Peter Pfistner)

Olaf Kühne (Bild: Peter Pfistner)

Polizeiposten zu vermieten. Das ist doch mal eine Annonce der besonderen Art. Wobei wir hier – der Einstiegspointe zuliebe – eine sogenannte journalistische Zuspitzung machen. Denn die Gemeinde Fischingen vermietet keinen Polizeiposten, sondern in Dussnang den ehemaligen Polizeiposten. Den hat der Kanton ja bekanntlich aufgegeben.

Um es nochmals in aller Deutlichkeit zu sagen: Das war keine Sparmassnahme. Ganz sicher nicht. Mehr was wegen Umstrukturierung, Effizienzsteigerung und so. Aber ganz sicher keine Sparmassnahme. Doch wir wollen nicht auf Wortklaubereien rumreiten. Schliesslich geht’s hier um das Inserat der Gemeinde Fischingen. Büroräume, steht da. 70 Quadratmeter für 830 Franken im Monat. Da leuchten Bubenaugen. Nur gibt’s leider kein Blaulicht dazu. Dann wäre der Bubentraum perfekt gewesen.

Wegen der kantonalen Nichtsparmassnahmen stehen auch andernorts Polizeiposten leer. So in Tobel. Doch in Sachen Immobilien schlagen sich die Tobler nicht mit popligen 70 Quadratmetern rum. 28000 tönt doch ungleich imposanter. Gut, es ist derzeit nur eine Wiese, welche die Gemeinde nun vom Kanton kauft. Aber Bauland. Damit lässt sich so richtig Geld verdienen. Polizist spielen lässt sich so hingegen nicht. Und Immobilienhai ist kein Bubentraum, aber schon auch irgendwie cool.

Jedenfalls cooler als Mafioso. Womit wir in Wängi wären. Die haben auch einen Polizeiposten übrig. Doch wir wollen das Thema ‘Ndrangheta nicht bis in alle Ewigkeit zu Tode reiten. Freuen wir uns lieber auf das Wängemer «Zu vermieten»-Inserat und schauen dann, was wir daraus machen werden