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Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau befürchtet: Plant der Bund eine «geheime» Luftraumabsenkung?

Zwar ist es aktuell über dem Hinterthurgau in Sachen Fluglärm ziemlich ruhig, doch der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau befürchtet, dass es schon bald damit vorbei sein könnte: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt plant eine Luftraumabsenkung – ohne sie gross zu kommunizieren.
Christof Lampart
Ein Flugzeug hebt über Glattbrugg ab. (Bild: Steffen Schmidt/Keystone)

Ein Flugzeug hebt über Glattbrugg ab. (Bild: Steffen Schmidt/Keystone)

Der Verein Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau geht aufgrund der jüngsten Entwicklungen davon aus, dass das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eine Luftraumabsenkung realisieren wolle – praktisch an Volk und Politik vorbei. Das könne kurzfristig wieder zu mehr Lärm für den Hinterthurgau und langfristig sogar zum Ausbau der bekämpften Piste 28 in Zürich-Kloten führen. So sagte es Vereinspräsident Josef Imhof an einer Medienkonferenz, die vor der Jahresversammlung von Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau im evangelischen Kirchgemeindeheim in Bichelsee abgehalten wurde.

Tatsache sei, sagte Imhof kämpferisch, dass weder die «Bürgerprotestler» noch die Thurgauer Regierung vom Bazl über die angedachte Luftraumsenkung informiert wurden. Imhof will nach nunmehr 14 Jahren Kampf gegen den Fluglärm ein gewisses Muster im Verhalten des Bazl erkannt haben.

«Sie testen aus, wie weit sie gehen können.»

Und wenn sich niemand dagegen wehre, werde «das Regime schleichend eingeführt», sodass man später, wenn es doch Beschwerden geben sollte, die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen stellen könne.

Aviatik-Experte Stefan Ryser, Vereinspräsident Josef Imhof und Guido Grütter, Gemeindepräsident Münchwilen und Präsident Regio Wil. (Bild: Christof Lampart)

Aviatik-Experte Stefan Ryser, Vereinspräsident Josef Imhof und Guido Grütter, Gemeindepräsident Münchwilen und Präsident Regio Wil. (Bild: Christof Lampart)

Flugraumabsenkung gefährdet Segelflugsport

Fakt sei nämlich, dass nur eine einzige Interessensgruppe , die von einer Flugraumabsenkung auf 3500 Fuss massiv betroffen gewesen wäre, vom Bazl über das Vorhaben informiert wurde. Nämlich die Sportfliegerei und mit ihr die Segelfluggruppe Cumulus aus Amlikon.

Und «Cumulus» schlug beim Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau Alarm, denn eine Flugraumabsenkung würde es den Sportfliegern, die auf das Ausnützen einer guten Thermik und somit auch auf eine gewisse Flughöhe angewiesen sind, praktisch verunmöglichen, ihren Sport auszuüben. Der Aviatik-Experte und ehemalige Swissairpilot Stefan Ryser sagte:

«Sollte es zu einer Flugraumabsenkung kommen, dann kann man Starts von Segelflugzeugen in Amlikon oder Lommis zukünftig vergessen.»

Das Vorgehen der Behörde sei perfide: «Man verbietet den Segelflugsport nicht, versucht aber Tatsachen zu schaffen, welche es aber verunmöglichen, ihn auszuüben», sagte Ryser.

Aus Sicht der Flughafenbetreiber hat Ryser jedoch sogar Verständnis, denn das Wegfallen der Hobbyflieger rund um den Flughafen Zürich-Kloten würde dazu beitragen, dass die Sicherheit für den Linienflug erhöht werden würde.

Grütter: «Werden Druck auf Bern aufrechterhalten»

Für den Gemeindepräsidenten von Münchwilen und Präsidenten der 22 Gemeinden umfassenden Regio Wil, Guido Grütter, kommt «bei dieser Salamitaktik der Behörden» noch ein weiterer Fakt hinzu, der ihn aufhorchen lässt.

«Aus unserer Perspektive könnte die Flugraumabsenkung ein vorgelagerter Schritt zum Ausbau der Piste 28 sein. Und das gilt es auf jeden Fall zu verhindern.»

Grütter machte jedoch auch klar, dass er sich nicht gegen die Fliegerei als solche wende, aber es gehe nicht an, dass der Bund bei einem Thema, das Bevölkerung und Politik bekanntlich stark interessiert, nicht frühzeitig und umfassend über seine Absichten informiere. Für Guido Grütter ist deshalb klar: «Wir werden unseren Druck in Sachen Fluglärm auf Bern aufrechterhalten – auch über unsere Bundesparlamentarier und unsere Kantonsregierung, und zugleich auch stets konkrete Antworten auf unsere Fragen verlangen.»

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