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Im Frauenfelder Stadtparlament legt Links-Grün um vier Sitze zu, die Bürgerlichen verlieren

Die Vehemenz des Klimafrühlings hinterlässt auch in der Legislative der Kantonshauptstadt Spuren. GLP, Grüne sowie Chrampfe&Hirne gewinnen. SVP, FDP und EVP vermelden Verluste. Mit 22 von 40 Mandaten bleibt aber Mitte-Rechts die Mehrheit.
Mathias Frei
CH-Gemeinderätin Salome Scheiben hat ob der Resultate gut lachen. Der zukünftige SVP-Stadtrat Andreas Elliker freut sich mit. (Bild: Andrea Stalder)

CH-Gemeinderätin Salome Scheiben hat ob der Resultate gut lachen. Der zukünftige SVP-Stadtrat Andreas Elliker freut sich mit. (Bild: Andrea Stalder)

«Politische Grosswetterlage», im Frauenfelder Rathaus reden viele am Sonntagnachmittag davon. Die einen sind erfreut, die anderen enttäuscht. Der Klimafrühling, die Demonstrationen, zuletzt die Zürcher Kantonsratswahlen. Dass diese Grosswetterlage auch Frauenfeld erfassen würde, war zu erwarten – aber vielleicht in etwas schwächerer Ausprägung, als es nun gekommen ist. Denn Links-Grün hat im Gemeinderat um vier Sitze zulegen können.

Die Grünliberalen haben neu drei Mandate, ein Zuwachs um zwei Sitze. Die Neuwahl haben alt Gemeinderat Stefan Leuthold und Lorenz Weber geschafft. Die Grünen sowie Chrampfe&Hirne können um je einen Sitz zulegen, liegen neu bei drei respektive acht Mandaten. Neu für die Grünen nimmt Priska Brenner-Braun Platz. Auch CH hat mit Annina Villiger Wirth eine neue Frau, sie war schon 2003 gewählt worden, verzichtete damals auf das Mandat. Die Sozialdemokraten können ihre vier Sitze halten. Für die in den Stadtrat gewählte Barbara Dätwyler kann Alfred Bloch nachrücken. Die Linke hat damit neu 18 von 40 Sitze im Stadtparlament.

EVP-Hodel und FDP-Ferraro schaffen Wiederwahl nicht

Die politische Mitte muss einen Sitzverlust hinnehmen. Bei der EVP schafft der profilierte Gemeinderat Michael Hodel die Wiederwahl nicht, es bleiben noch zwei Mandate. Die CVP kann ihre vier Sitze halten. MproF mit ihrem Gemeinderat Fredi Marty ist nicht mehr angetreten. Je einen Sitz verlieren auch die SVP und die FDP.

EVP-Protagonisten analysieren im Rathaus ihren Sitzverlust. (Bild: Andrea Stalder)

EVP-Protagonisten analysieren im Rathaus ihren Sitzverlust. (Bild: Andrea Stalder)

Die neue grüne Gemeinderätin Priska Brenner und der wiedergewählte Gemeinderat und Grünen-Präsident Michael Pöll. (Bild: Andrea Stalder)

Die neue grüne Gemeinderätin Priska Brenner und der wiedergewählte Gemeinderat und Grünen-Präsident Michael Pöll. (Bild: Andrea Stalder)

Weiterhin wählerstärkste Partei bleibt zwar die SVP mit neun Sitzen. Der Rücktritt des langjährigen Gemeinderats Robert Zahnd, der in der Vergangenheit immer wieder für Wahl-Bestresultate besorgt war, konnte aber offensichtlich nicht kompensiert werden. Abgewählt ist zudem der amtierende Stadtparlamentarier Thomas Gemperle, der aber dank des in den Stadtrat gewählten Andreas Elliker nachrücken kann. Ein neues SVP-Gesicht ist Daniel Geeler. Ihren einen Sitz kann die EDU halten. Die Freisinnigen kommen neu auf sechs Sitze. Der Mandatsverlust geht zulasten der amtsjüngsten FDP-Gemeinderätin Andrea Ferraro, welche die Wiederwahl knapp verpasste.

Vor gut anderthalb Monaten war die FDP noch die überraschende Siegerin, als es um den Stadtrat gegangen war. Mit Fabrizio Hugentobler sicherte man sich nebst Stadtpräsident Anders Stokholm einen zweiten Exekutivsitz. FDP-Präsident Roman Pulfer sieht zum einen die viel zitierte Grosswetterlage als Grund für den Sitzverlust. Zum anderen kann er sich aber auch vorstellen, dass das Stimmvolk nach den Stadtratswahlen beim Gemeinderat einen Ausgleich schaffen wollte und dass deshalb ein freisinniger Sitz an CH gegangen ist. Für Hanu Fehr von der SVP ist der Sitzverlust seiner Partei «nicht überraschend, sondern leider fast erwartbar» gewesen. Auch er sieht die Klimaschutz-Bewegung als Hauptgrund. «Wir sind trotzdem stolz, dass wir mit 20,6 Prozent stärkste Kraft bleiben.» Derweil zeigt sich EDU-Präsident Christian Mader zufrieden.

«Angesichts der Grosswetterlagen können wir es als Erfolg werten, unseren Sitz gehalten zu haben.»

Spannung: CVP-Wahlkampfleiterin Kathrin Bünter, die zukünftige SP-Stadträtin Barbara Dätwyler und der wiedergewählte EDU-Gemeinderat und -Parteipräsident Christian Mader in vorderster Reihe. (Bild: Andrea Stalder)

Spannung: CVP-Wahlkampfleiterin Kathrin Bünter, die zukünftige SP-Stadträtin Barbara Dätwyler und der wiedergewählte EDU-Gemeinderat und -Parteipräsident Christian Mader in vorderster Reihe. (Bild: Andrea Stalder)

GLP und FDP: Lucas Orellano, der neue GLP-Gemeinderat Lorenz Weber und der FDP-Präsident Roman Pulfer. (Bild: Andrea Stalder)

GLP und FDP: Lucas Orellano, der neue GLP-Gemeinderat Lorenz Weber und der FDP-Präsident Roman Pulfer. (Bild: Andrea Stalder)

«Ich bin zufrieden», meint CVP-Wahlkampfleiterin Kathrin Bünter zu den vier gehalten Mandaten der Frauenfelder Christdemokraten. Dagegen zeigt sich EVP-Präsident Stefan Eggimann enttäuscht. «Einen Sitzverlust hätten wir nicht erwartet.» Die Gründe dafür müssten noch analysiert werden.

«GLP auf dem Weg zur staatstragenden Partei»

Strahlende Gesichter dann auf linker Seite. Augenscheinlich glücklich sind die CH-Gemeinderätinnen Sandra Kern und Salome Scheiben. «Dass wir und Links-Grün gesamthaft zulegen können, ist hocherfreulich», sagt Kern. Und Scheiben meint: «Dieses Mal haben sich die linken Parteien nicht untereinander die Stimmen streitig gemacht.» Sie spricht auf die Stadtratswahlen an, wo es drei linke Kandidaturen gegeben hatte. Und CH-Kandidat Johannes Eiholzer die Wahl nicht schaffte.

Zwischen den SVP-Protagonisten Hanu Fehr, Romeo Küng und Marcel Flury gratuliert Stadtpräsident Andres Stokholm Gemeinderatsvizepräsidentin und SVP-Gemeinderätin Severine Hänni zur Wiederwahl. (Bild: Andrea Stalder)

Zwischen den SVP-Protagonisten Hanu Fehr, Romeo Küng und Marcel Flury gratuliert Stadtpräsident Andres Stokholm Gemeinderatsvizepräsidentin und SVP-Gemeinderätin Severine Hänni zur Wiederwahl. (Bild: Andrea Stalder)

Da haben es zwei lustig miteinander: CH-Gemeinderätin Sandra Kern und der zukünftige SVP-Stadtrat Andreas Elliker. (Bild: Andrea Stalder)

Da haben es zwei lustig miteinander: CH-Gemeinderätin Sandra Kern und der zukünftige SVP-Stadtrat Andreas Elliker. (Bild: Andrea Stalder)

GLP-Präsident Andreas Schelling spricht nicht vom Klimafrühling, sondern vom GLP-Frühling. «Mit einem Sitz mehr haben wir gerechnet, dass wir nun zwei im Plus sind, ist eine Riesenfreude.» Das Vertrauen in grüne Politik wachse je länger je mehr. Ziel der GLP sei es, eine staatstragende Partei zu werden.

«Wir sind auf bestem Weg dazu.»

Auch Michael Pöll, Präsident der Grünen, strahlt ob des Sitzgewinns. Er mutmasst, dass es wohl einerseits an der Grosswetterlage liege, andererseits an der Arbeit der Grünen in der aktuellen Gemeinderatslegislatur. «Dass Links-Grün neu 18 Sitze hat, lässt Grund zur Hoffnung, dass es nun auch in Frauenfeld Klimapolitik gibt.» Aufgrund des engagierten Wahlkampfs hätte sich SP-Präsident Stephan Grob einen Sitzgewinn gewünscht. Dass die SP nur die vier Sitze halten konnte, hat ihn leicht enttäuscht.

«Umso mehr freut es mich, dass Links-Grün gesamthaft stark zugelegt hat.»

Die Protagonisten der Frauenfelder Jungpartei. (Bild: Andrea Stalder)

Die Protagonisten der Frauenfelder Jungpartei. (Bild: Andrea Stalder)

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