Bürgergemeinde Frauenfeld ehrt Förster Robert Zahnd für sein 40-jähriges Engagement

Die Verabschiedung von Förster Robert Zahnd stand im Zentrum der Bechtelisversammlung der Frauenfelder Bürgergemeinde vom Montagvormittag. Die Neuigkeiten aus dem Forst- und Liegenschaftsbericht freuen hingegen nicht alle.

Samuel Koch
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Bürgerpräsident Titus Moser bedankt sich bei Robert Zahnd und schenkt ihm eine Kettensäge sowie Meia Zahnd Blumen. Der Nachfolger Zahnds heisst Mathias Rickenbach (links).

Bürgerpräsident Titus Moser bedankt sich bei Robert Zahnd und schenkt ihm eine Kettensäge sowie Meia Zahnd Blumen. Der Nachfolger Zahnds heisst Mathias Rickenbach (links).

Bild: Samuel Koch

Aufs Klingeln der Bürgerglocke im Rathausturm folgte pünktlich um 9 Uhr jenes der Handglocke durch Bürgerpräsident Titus Moser. Am Montagmorgen haben sich 195 Mitglieder der Bürgergemeinde Frauenfeld zur traditionellen Bechtelisversammlung im Rathaus eingefunden.

Ein Drittel der Traktanden deutet Personalwechsel an

Schon im Vorfeld hatte ein Drittel der Traktanden angedeutet, dass der im April bevorstehende Wechsel bei der Forstbetriebsleitung dominieren dürfte. «Blutjung warst Du damals», sagte Moser, als der bald abtretende Förster Robert Zahnd nach der Lehre schliesslich 1980 zur Bürgergemeinde stiess.

Als Respektsperson würdigte Moser Zahnd, dessen Meinung stets alle hoch eingeschätzt hätten. Moser sagte:

«Obwohl er nie Bürger war, setzte er sich für die Stadt und ihre Einwohner ein.»

Zahnd sass 34 Jahre im Gemeinderat und tut es nach wie vor im Kantonsrat. «Und was viele nicht wissen», sagte Moser: «Für sein Engagement opferte er meistens einen grossen Teil seiner Ferien.» Ehe Moser dem langjährigen Förster zum Abschied eine Kettensäge überreichte, sorgte er mit Anekdoten zur Eigenwilligkeit Zahnds etwa für ein neues Auto für Lacher.

«Böse Zungen behaupten, das habe er so gehandhabt, damit er es nicht jede Woche waschen musste.»

Wo immer jemand geht, folgt ein neues Gesicht. Als Zahnds Nachfolger stellte Bruno Diethelm als Forstkommissionspräsident den 43-jährigen Mathias Rickenbach aus Rüti vor, der seit knapp 20 Jahren fürs kantonale Forstamt tätig ist. «Er hat sich gegen fünf Bewerber durchgesetzt», sagte Diethelm.

Elf Hektar im Thurvorland an den Kanton verkauft

Ihm war es auch vorbehalten, aus dem Forst- und Liegenschaftsbericht zu berichten. Klimawandel und Käferbestände seien nur zwei Herausforderungen, gegen welche die Bürgergemeinde beispielsweise mit der Förderung der Naturverjüngung ankämpfen will. Weil sie im vergangenen Jahr rund elf Hektar im Thurvorland an den Kanton veräussert hat, gehören ihr derzeit 405 Hektare.

Wegen des Überangebots des vom Käferbefall geschlagenen Rundholzes seien die Holzpreise weiter tief. «Eine befriedigende Kostendeckung ist kaum möglich», meinte Diethelm. Trotzdem verstehe es das Forstteam, das anfallende Nutzholz abzusetzen.

Die Nutzungszahlen bezeichnete Diethelm als erschreckend. 2019 liegen sie bei knapp 7000 Kubikmetern, womit der durchschnittliche Hiebsatz um fast das Doppelte überschritten worden ist. Immerhin: Die Erzeugnisse aus dem Rebbau seien normal. Der Ertrag der Sorten Blauburgunder, Riesling Silvaner und Garanoir liegt bei knapp zwölf Tonnen.