Budget-Gemeindeversammlung

Die Musik bleibt im Dorf: Die Brassband Musikgesellschaft Hörhausen bekommt ein Darlehen für ein neues Probelokal

Ein kleines Plus in der Rechnung 2019 und ein kleines Minus im Budget 2021, das verkraftbar ist angesichts des hohen Bilanzüberschuss: So wirtschaftet politisch Homburg. Und der Steuerfuss wurde am Donnerstagabend auch noch gesenkt.

Mathias Frei
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Hände hoch: Einstimmigkeit bei der Abstimmung über das Homburger Budget.

Hände hoch: Einstimmigkeit bei der Abstimmung über das Homburger Budget.

Bild: Mathias Frei

Ob sie Musikhasser sind? Man weiss es nicht. Auf jeden Fall haben sich am Donnerstagabend acht Homburger Stimmbürger gegen das zinslose Darlehen an die Brassband Musikgesellschaft Hörhausen ausgesprochen, ein Stimmberechtigter hat sich enthalten. Aber deren 82 waren dafür – und sind damit dem Antrag des Gemeinderats gefolgt.

«Eine Musik im Dorf zu haben, die über lange Jahre und mit so viel Engagement auf hohem Niveau musiziert, ist viel wert.»

Das sagt denn auch Homburgs Gemeindepräsident Thomas Wiget. Und er lobt, dass die Musikgesellschaft gewillt sei, sehr viel Eigenleistung in das Projekt zu investieren.

Ja zur Fassadensanierung des Gemeindehauses
für 240'000 Franken

Politisch Homburg plant für kommendes Jahr Bruttoinvestitionen im Umfang von 2,29 Millionen Franken. Davon gehen knapp 1,54 Millionen zulasten der Bereiche Wasserversorgung/Wasserwerk. Eine separate Botschaft legt der Gemeinderat für die Fassadensanierung des Gemeindehauses in Homburg vor. Der entsprechende Kreditantrag beläuft sich auf 240'000 Franken und kann bei der Abstimmung mit Ausnahme einer Enthaltung nur Ja-Stimmen auf sich vereinen. Knapp 107'000 Franken werden dem entsprechenden Erneuerungsfonds entnommen, der damit leer ist. Im Zentrum beim knapp 30-jährigen Gebäude stehen Fassaden-, Fenster- und Holzwerksanierungen an. Die Arbeiten sollen kommendes Jahr en bloc erfolgen.

Für das Einbürgerungsgesuch des deutschen Ehepaars Daniel Heinze und Ulrike Greiner Heinze um das Homburger Gemeindebürgerrecht stimmen 85 der 91 Stimmbürger. (ma)

Konkret geht es darum, dass der Brassband Musikgesellschaft Hörhausen ein Probelokal fehlt. Die einst zugesicherten Räumlichkeiten im neuen Schulhaus werden nun doch schulintern benötigt. Die Musik kam betreffend altem Schützenhüsli zwischen Homburg und Hinterhomburg auf die Gemeinde zu. Der Gemeinderat zeigte sich offen für eine Umnutzung. Jedoch erwies sich das Gebäude in Gemeindebesitz als ungeeignet, weil schlecht proportioniert sowie akustisch und wärmetechnisch ungenügend.

Thomas Wiget, Gemeindepräsident.

Thomas Wiget, Gemeindepräsident.

Bild: Mathias Frei

Wieder ein Schritt zurück. Die Musikgesellschaft kam auf die Idee eines Neubaus an gleicher Stelle. Kostenpunkt: 310'000 Franken. 100'000 Franken steuert der Verein an Geld bei, 60'000 Franken sind bauliche Eigenleistungen. Und die restlichen 150'000 Franken kommen nun also als zinsloses Darlehen von der Gemeinde – gekoppelt an einen Baurechtsvertrag über 30 Jahre und rückzuzahlen innert 25 Jahren, wobei man im ersten halben Jahrzehnt befreit ist von Amortisation. Wie Wiget sagt, befinde sich das Gebäude zwar in der Landwirtschaftszone. Für vor 1972 erstellte Bauten bestehe aber eine Bestandesgarantie. Abbruch und Umnutzung seien möglich.

Visualisierung des Neubauprojekts.

Visualisierung des Neubauprojekts.

Bild: PD

Finanziell wirtschaftet Homburg erfolgreich. Wiget kann den Stimmbürgern den 13.positiven Abschluss in Folge präsentieren. Bei einem Ertrag von 3,955 Millionen Franken schliesst die Rechnung 2019 mit einem kleinen Plus von 29'000 Franken ab.

«Das heisst: Wir haben gegenüber Budget 2019 um 310'000 Franken besser gewirtschaftet.»

Wobei ein Rückschlag verkraftbar gewesen wäre bei einem Bilanzüberschuss von etwas über fünf Millionen Franken. Investiert wurden im Jahr 2019 über 961'000 Franken. Auch das Budget 2021 lässt sich sehen, obwohl der Gemeinderat eine Senkung des Steuerfusses um drei Prozentpunkte auf 52 Prozent beantragt. Bei einem Aufwand von 3,977 Millionen Franken rechnet der Gemeinderat in der Erfolgsrechnung mit einem Minus von knapp 115'000 Franken. Am Ende gibt es zwei Ja zu Rechnung und Budget.