Budget an der Urne

«Der Jugendtreff entspricht einem lange gehegten Wunsch»: Stettfurt und Matzingen müssen auf die Gemeinde Thundorf warten

Wider Erwarten an der Urne: Die traditionelle Bechtelisversammlung in Thundorf fällt ins Wasser. Davon betroffen sind auch Nachbargemeinden. Am 7. März befinden die Thundorfer an der Urne über Budget 2021, Investitionen und eine Zonenplanänderung.

Samuel Koch
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Die 1500-Einwohner-Gemeinde Thundorf.

Die 1500-Einwohner-Gemeinde Thundorf.

Bild: Andrea Stalder

Ein Hin und Her. Lange hielt der Gemeinderat an der Durchführung der traditionellen Bechtelisversammlung fest. Kurz vor Weihnachten dann sah er sich wegen der verschärften Massnahmen doch gezwungen, auf die physische Versammlung am 18. Januar zu verzichten. «Es geht leider nicht, weil jeweils deutlich mehr als 50 Personen kommen», sagt Gemeindepräsident Dani Kirchmeier. Im Vorjahr waren etwa 101 Stimmberechtigte im Gemeindesaal erschienen.

Seit dieser Woche nun ist klar, dass das Stimmvolk am 7. März an der Urne über die wichtigsten Traktanden befinden wird. «Der Gemeinderat ist diesem Antrag gefolgt», sagt Kirchmeier. Es eilt, denn ein Traktandum in Thundorf betrifft auch die Nachbargemeinden Stettfurt und Matzingen, die von ihren Stimmberechtigten bereits den Segen für ihre jeweiligen Investitionen in den geplanten Jugendtreff bei der Badi Stettfurt erhalten haben. Die Vertragsunterzeichnung dafür musste aufgrund der Verzögerungen in Thundorf bereits verschoben werden.

Kostenschlüssel anhand der Anzahl Einwohner

Mit dem Budget 2021 entscheiden die Thundorfer also gleichzeitig auch über ihren Kostenanteil von insgesamt 54'800 Franken für den Jugendtreff am Sonnenberg gemäss Verteilschlüssel anhand der Anzahl Einwohner. Kirchmeier sagt:

Dani Kirchmeier, Gemeindepräsident Thundorf.

Dani Kirchmeier, Gemeindepräsident Thundorf.

Bild: Samuel Koch
«Mit diesem erhalten die Jugendlichen im Sekundarschulalter der drei Gemeinden einen Treffpunkt, der einem lange gehegten Wunsch entspricht.»

Das Budget rechnet bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 52 Prozent und einem Gesamtaufwand von 4,31 Millionen Franken mit einem Verlust von rund 372'000 Franken. «Diesen Verlust können wir mit unserem Eigenkapital sicher auffangen», sagt Kirchmeier, der gleichzeitig betont, dass die Steuerfusssenkung vor zwei Jahren wohl nicht optimal war. In einem Coronajahr mit gleichbleibenden Fiskalerträgen zu rechnen, sei zwar schon ein Risiko, gibt er zu. Aber er glaubt: «In Thundorf sind sicher nicht so viele von Corona betroffen wie anderswo.»

Investitionen für Reservoir Hard und Hochwasserschutz

Nebst dem Budget inklusive Posten für den Jugendtreff legt der Gemeinderat den Stimmberechtigten einzeln die Kredite in der Investitionsrechnung in Höhe von 1,38 Millionen Franken zur Annahme vor. Mit 370'000 Franken soll ein grosser Teil des Geldes in die zweite Etappe des Umbaus des Reservoirs Hard fliessen. «Da sind wir schon weit, ein Teil der neuen Anlagen ist schon in Betrieb», sagt Kirchmeier dazu. Weitere 331'000 Franken sind für den bereits bewilligten Hochwasserschutz Aufhofen mit dem Bachdurchlass unter der Hauptstrasse vorgesehen.

Als weiteres Traktandum an die Urne kommt die Zonenplanänderung Oberrüti. Kirchmeier sagt:

«Da geht es um Existenzen.»

Denn die betroffene Familie will den bestehenden Aufzuchtstall zu einem reinen Legehennenstall umfunktionieren. Sagt die Gemeinde gemäss Empfehlung des Gemeinderates Ja, geht die Vorlage nach Frauenfeld zu den Kantonsbehörden.

Hingegen nicht an der Urne sollen die pendenten Geschäfte zum Sportplatz sowie zum Verkauf eines kommunalen Grundstücks behandelt werden. «Das pressiert nicht», sagt Kirchmeier. Der Landverkauf der Parzelle zwischen Dorf- und Hauptstrasse spüle dann halt erst etwas später rund 225'000 Franken in die Gemeindekasse.

Und die neue Zufahrt zum Sportplatz zwischen Fela-Areal und Schulareal sowie die dort geplanten Parkplätze könnten ebenfalls an der zum jetzigen Zeitpunkt noch vorgesehenen Rechnungsgemeindeversammlung im Mai über die Bühne gehen. Die Zusagen der Grundstückeigentümer jedenfalls liegen der Gemeinde bereits vor. Kirchmeier sagt: «Ja, die haben wir im Sack.»