Budget 2020: Schwarze Null für Eschenz

Die Unterseegemeinde budgetiert einen kleinen Gewinn. Alle Anträge kommen klar durch. 

Laura Sachers
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Die Gemeinde Eschenz am Untersee und Rhein. (Bild: Nana do Carmo)

Die Gemeinde Eschenz am Untersee und Rhein. (Bild: Nana do Carmo) 

«Ich kann euch alle beruhigen, unser Trinkwasser ist auf 31 giftige Pflanzenschutzmittel getestet worden, und keines ist nachweisbar.» Das sagt der Eschenzer Gemeindepräsident Claus Ullmann an der Budgetversammlung am Mittwochabend zu den 91 Stimmbürgern. Das Wasser sei von bester Qualität.

Claus UllmannGemeindepräsident Eschenz

Claus Ullmann
Gemeindepräsident Eschenz

(Bild: Barbara Hettich)

Aber der Reihe nach mit dem Wasser. Auf der Power-Point-Präsentation erscheint ein von Hand geschriebener Brief: Wenn der Gemeinderat schon 100 neue Wohnungen bewilligt, soll er doch auch an den dadurch steigenden Wasserverbrauch denken. Ullmann schleicht ein Grinsen übers Gesicht:

«Diese Reaktion auf die verteilten Flugblätter, mit welchen wir alle Einwohner aufforderten, Wasser zu sparen, freute uns sehr.»

Allgemein sei die Bevölkerung sehr positiv umgegangen mit der Wasserknappheit vergangenen Sommer und der kürzlich aufgekommenen Unsicherheit bezüglich der Wasserqualität. «Der Gemeinderat denkt über diverse Möglichkeiten nach, eine weitere Wasserknappheit zu verhindern»

Ja zur laufenden Rechnung und den Investitionen

Den gleichbleibenden Steuerfuss von 49 Prozent genehmigen die Eschenzer einstimmig. Das solide Budget, bei welchem mit einem Umsatz von 5,34 Millionen gerechnet wird und einem kleinen Gewinn von 11468 Franken wird antragslos angenommen. Ullmann sagt: 

«Unsere Gemeindefinanzen können als sehr ausgeglichen beurteilt werden.»

Neu sei jedoch die Kostenverteilung in der Pflegefinanzierung. Bis anhin hat der Kanton und die Gemeinde je 50 Prozent übernommen, meint Ullmann. Von nun an wird der Kanton nur noch 40 Prozent übernehmen, somit steigt der Beitrag pro Person um 10 Prozent. «Der Kanton übernimmt hingegen 40Prozent der Spitexkosten», sagt der Gemeindepräsident. Auch nach dieser Mitteilung bleibt das Stimmvolk ruhig, diskussionslos.

Der Gemeinderat stellt den Antrag für einen Investitionskredit in Höhe von 328 000 Franken, welcher für die generelle Entwässerungsplanung vorgesehen ist. Bei diesem Projekt sollen vor allem die Entwässerungskanäle gereinigt und erneuert werden. Der Antrag wird mit drei Gegenstimmen angenommen.

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