Breiten- und Spitzensport
Endlich zweistellig: Die Thurgauer Dorf-OL-Reihe Öpfel-Trophy feiert das 10-Jahr-Jubiläum nach und startet in Oberneunforn

Nach der kompletten Absage 2020 holen die drei Thurgauer OL-Vereine heuer das «Zehnjährige» nach. Die Veranstalter erwarten mindestens 4000 Läuferinnen und Läufer. Dabei kann es auch vorkommen, dass man einem Gemeindepräsidenten davonläuft oder einem aktuellen OL-Weltmeister hinterher.

Mathias Frei
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Eine junge Teilnehmerin am Öpfel-Trophy-Lauf 2019 in Hüttwilen.

Eine junge Teilnehmerin am Öpfel-Trophy-Lauf 2019 in Hüttwilen.

Bild: PD/Schenkfoto

Als die Welt noch eine andere war. Im September 2019: Damals fand der bislang letzte Lauf der Öpfel-Trophy statt. Seither haben die Veranstalter pandemiebedingt 16 Läufe der Thurgauer Dorf-OL-Serie absagen müssen. Entsprechend ist auch die zehnte Austragung im vergangenen Jahr ausgefallen. Nun soll es aber klappen.

«Da nach den Sommerferien eigentlich nur vier Rennen vorgesehen waren, haben wir nun kurzfristig noch zwei Läufe in die Ferien gelegt.»
Heinz Stuber.

Heinz Stuber.

Bild: Evi Biedermann

Das sagt Heinz Stuber. Der pensionierte Lehrer und Hüttwiler alt Gemeindeammann ist Mister Öpfel-Trophy und Begründer des beliebten Sportanlasses. Start ist diesen Freitag in Oberneunforn. Danach macht die Trophy in weiteren fünf Orten im Thurgau Halt. Wichtig: Die Öpfel-Trophy ist kein Feld-Wald-Wiese-OL, sondern findet stets in besiedeltem Gebiet statt. In Nüfere ist der OL ein Pflichttermin für Gemeindepräsident Benjamin Gentsch.

Die kommenden sechs Freitagabende ist Öpfel-Trophy

Die Thurgauer Dorf-OL-Serie startet diesen Freitag, 6. August, in Oberneunforn. Weiter geht es in Balterswil am 13. August. Am 20. August steht in Kreuzlingen ein OL auf dem Plan. Wängi ist am 27. August an der Reihe. Eine Woche später, am 3. September, ist Halt in Wigoltingen. Den Abschluss macht der Lauf in Weinfelden am 10. September. Gestartet werden kann jeweils von 17.30 bis 19.30 Uhr. Die Strecken sind je nach Kategorie zwischen zwei und vier Kilometer lang (Luftlinie). Pandemiebedingt gibt es nur sehr wenige Garderobenplätze. Die Veranstalter – die drei Thurgauer Vereine Thurgorienta, OL Regio Wil und OL Amriswil – empfehlen, direkt im Lauftenue an den Start zu kommen. Neu ist auch eine Online-Anmeldung möglich (inklusive Bezahlung des Startgelds). So soll ein Schlangestehen vor Ort verhindert werden. (ma) 

www.oepfel-trophy.ch

Familien machen einen Drittel der Teilnehmer aus

Der 2019er-Lauf in Hüttwilen.

Der 2019er-Lauf in Hüttwilen.

Bild: PD/Schenkfoto

Die Öpfel-Trophy ist eine Erfolgsgeschichte. Angefangen hat es mit 250 Läufern pro Ort, 2019 waren es bei zehn Läufen über 8000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. «Wobei vor allem die Familienkategorie jeweils einen Drittel der Läufer ausmacht.» Die Sportler kämen aus der ganzen Deutschschweiz, freut sich Stuber. Das liege an den ausgezeichneten Bahnenlegern, die oft internationale Erfahrung aufwiesen. Für die Strecken in Oberneunforn ist zum Beispiel Rahel Friedrich zuständig, ehemalige Spitzen-OL-Läuferin, die mit der Schweizer Sprintstaffel schon den Europameister- und den Vizeweltmeistertitel holte.

«Das ist für uns aber auch immer ein Spagat.»
Am Lauf in Hüttwilen 2019.

Am Lauf in Hüttwilen 2019.

Bild: PD/Schenkfoto

Das sagt Stuber. Man wolle sowohl den Spitzensportlern als auch den Familien etwas bieten. Das heisst: Topbahnen mit kniffligen Routenwahlproblemen, aber auch einfache Strecken, die sich sogar für Einsteiger eignen. Die Breitensportförderung ist den Öpfel-Trophy-Veranstaltern ein wichtiges Anliegen. Deshalb gibt es auch bei jedem Lauf einen Infoposten beim Start, bei dem man als blutiger Anfänger einen OL-Kurzlehrgang machen kann. Schweizer Medaillengewinner der EM und WM 2021 werden sicher beim Lauf in Wigoltingen dabei, etwa Matthias Kyburz, Simona Aebersold oder Martin Hubmann.

Video: Öpfel-Trophy

Allein beim Schlusslauf in Weinfelden sind 650 Schüler am Start

Regierungsrätin Monika Knill nahm 2018 am Lauf in Müllheim teil.

Regierungsrätin Monika Knill nahm 2018 am Lauf in Müllheim teil.

Bild: PD/Schenkfoto

Stuber ist gespannt, ob die Leute auch in der aktuellen Situation wieder zu den Läufen kommen. «In einer Sportart, die keine Berührungen kennt und draussen betrieben wird.» Apropos Corona: Das Schutzkonzept sieht draussen die Abstandspflicht vor, in Innenräumen trägt man Maske, bis man sitzt. Die Veranstalter erwarten zu dieser redimensionierten Öpfel-Trophy-Ausgabe aber gleichwohl im Minimum 4000 Läuferinnen und Läufer. Allein beim Schlusslauf, der mitten in Weinfelden beim TKB-Hauptsitz startet, seien 650 Schüler am Start, sagt Stuber.

Der Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm am Lauf in Felben 2019.

Der Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm am Lauf in Felben 2019.

Bild: PD/Schenkfoto

Erfolg bringt auch die bewährte Organisation. Ein lokaler Verein aus dem Dorf betreibt die Festwirtschaft vor Ort, während einer der drei OL-Veranstaltervereine um alle technischen Belange besorgt ist. Stuber sagt:

«Es stehen jeweils rund 35 Helferinnen und Helfer im Einsatz.»

Und die Öpfel-Trophy ist bei den Gemeinden beliebt. Stuber ist bereits in Verhandlungen für 2022 und 2023. Kommendes Jahr sind neu sicher die Orte Stettfurt und Hörhausen dabei. Auch aus Hüttlingen besteht grosses Interesse. Die Hüttlinger muss Stuber aber auf 2023 vertrösten.

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