Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Brav und wählbar: So präsentieren sich die neu Kandidierenden für den Frauenfelder Stadtrat

Die Einreichfrist für Kandidaturen ist noch nicht abgelaufen – und schon der erste Schlagabtausch. Am Montag luden die Grünen die sechs neu Kandidierenden für den Stadtrat zum öffentlichen Hearing ins Frauenfelder Rathaus.
Mathias Frei
Neu Kandidierende mit grüner Umrahmung im Grossen Bürgersaal: Co-Moderator Michael Pöll, Stefan Leuthold (GLP), Roland Wyss (EVP), Barbara Dätwyler (SP), Fabrizio Hugentobler (FDP), Johannes Eiholzer (CH), Andreas Elliker (SVP) und Co-Moderator Simon Vogel. (Bild: Donato Caspari)

Neu Kandidierende mit grüner Umrahmung im Grossen Bürgersaal: Co-Moderator Michael Pöll, Stefan Leuthold (GLP), Roland Wyss (EVP), Barbara Dätwyler (SP), Fabrizio Hugentobler (FDP), Johannes Eiholzer (CH), Andreas Elliker (SVP) und Co-Moderator Simon Vogel. (Bild: Donato Caspari)

Sechs stehen nebeneinander. Sechs, die neu in den Stadtrat wollen. Am Ende hat man das Gefühl, dass ihnen «Ja nicht aus der Reihe tanzen!» zugeflüstert worden ist. Das ist gut und recht. Nach dem öffentlichen Hearing der Grünen Partei am Montagabend hat man jedenfalls nicht das Gefühl, dass eine oder einer nicht wählbar wäre. Die sechs neu Kandidierenden haben ihre eigenen Positionen solid zementieren können. Überraschungen: Fehlanzeige.

120 Interessierte sind ins Rathaus gekommen. Sie hätten gehofft, dass mehr im Saal sitzen würden als auf der Bühne stehen, sagt Simon Vogel. Er ist Präsident der Jungen Grünen Thurgau und moderiert mit Michael Pöll, Grünen-Bezirkpräsident und Gemeinderat. Von den Grünen gibt es zwar keine Stadtratskandidatur. Aber die Partei will über das Hearing herausfinden, wer ihr nahe steht. Themen sind Klimawandel, Stadtentlastung oder Konkordanz.

Ansprüche und politische Einordnungen

Da ist SP-Kandidatin Barbara Dätwyler. Sie sagt:

«Für mich gehört Links-Grün natürlich in die Stadtregierung.»

In Sachen Konkordanz spiele für sie nicht nur die Partei eine Rolle, sondern auch das Geschlecht. «50 Prozent der Frauenfelder Bevölkerung ist weiblich, in den Stadtrat gehören sicher zwei Frauen.» SVP-Kandidat Andreas Elliker ist nach eigenen Angaben «ein Kind von Frauenfeld». Vom Wähleranteil her habe die SVP Anspruch auf einen Sitz, macht er ein wenig auf Understatement. Primär sei wichtig, dass das Stimmvolk eine Auswahl habe. Derweil sieht sich GLP-Kandidat Stefan Leuthold weder links noch rechts. Er meint:

«Im Stadtrat braucht es clevere Leute, es sollte Platz haben für Querdenker.»

Mehr als Unterstützung denn als Konkurrenz von CVP-Stadträtin Elsbeth Aeplis Kandidatur sieht sich EVP-Kandidat Roland Wyss. Sein Handeln sei verbindend, er sei vernetzt. «Das ist im Stadtrat kein Nachteil.»

Seine Partei, die FDP, wolle eine Auswahl ermöglichen, sagt der freisinnige Kandidat Fabrizio Hugentobler. Und als brav würde er sich noch nicht bezeichnen, trotz seiner 48 Jahre. Derweil sind CH-Kandidat Johannes Eiholzer links-grüne Themen wichtig, er verfolge aber auch «einen liberalen Ansatz». Wichtig sei, dass jemand Junges mutige Ideen einbringe.

Auf dem Podium fehlen Stokholm und Aepli

An den Gesamterneuerungswahlen vom 10. Februar 2019 stehen nebst den aktuell sechs neu Kandidierenden auch die Bisherigen. Anders Stokholm (Stadtpräsidium) und Elsbeth Aepli (Stadtrat) zur Wahl. Die beiden fehlen auf dem Podium, weil sie nicht eingeladen worden sind. Stokholm sitzt aber im Publikum. «Wir haben nur die neu Kandidierenden eingeladen, denn das Profil von Stadträtin Aepli kennen wir bereits», erklärt Co-Moderator Michael Pöll. Für dieses Vorgehen sei man im Vorfeld kritisiert worden. Stadtratskandidaturen können noch bis kommenden Montag, 17. Dezember, bei der Stadtkanzlei eingereicht werden. (ma)

Tunnel, Kebabläden und Twerenbold

Wyss ist für einen Stadtentlastungstunnel, kann sich aber auch vorstellen, mit dem Tunnelgeld den ÖV zu fördern. Er sei nicht grundsätzlich gegen einen Tunnel, sagt Eiholzer. Aber mit nur 30 Prozent Entlastung stimme das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht. Für Dätwyler müssten mindestens 75 Prozent des Verkehrs im Tunnel verschwinden, um darüber reden zu können. Leuthold ist gegen eine autofreie Innenstadt, weil es sonst in der Altstadt nur noch Kebabläden gäbe. Ein Tunnel wäre für Elliker wiederum «eine gute Geschichte», denn der Stadtbus brauche freie Strassen. Und er wünscht sich ein Parkleitsystem. Hugentobler hält fest, dass Frauenfelds Strassen schon gebaut seien, der Strassenraum lasse sich aber besser nutzen. Für ihn kommt eine Zentrumsentlastung einer belebten Innenstadt zugute. Er ist der einzige, der im Rahmen der Publikumsfragen den Twerenbold-Busterminal thematisiert. Am Standort in der Sonnmatt wären auch 20 kleinere Handwerksbetriebe möglich, sagt er. Aber das würde für ungleich mehr Betrieb sorgen.

Thema Wachstum: Elliker findet, man müsse nicht «auf Teufel komm raus» wachsen. Für Hugentobler muss man vor allem die Zersiedelung im Griff haben und nach innen verdichten. Leuthold stellt fest, dass Wachstum aufgezwungen sei. Darum brauche es qualitatives Wachstum. Dätwyler plädiert für eine breitere Verteilung der Zentrumslasten und dass mit dem Wachstum auch eine soziokulturelle Entwicklung einhergehe. In diesem Zusammenhang fordert Eiholzer eine aktive, nachhaltige Bodenpolitik. Denn Zuwanderung an sich sei nichts Schlechtes. Und Wyss sagt:

«Wachstum zeigt, dass Frauenfeld attraktiv ist.»

TZ-Podium zu den Stadtrats-Gesamterneuerungswahlen mit allen Bisherigen und Neuen: Dienstag, 8. Januar 2019, 19.30 Uhr, Rathaus.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.