Braunau
Konfitüre, Likör, Schnaps oder Most: Auf dem Hof Dänental werden Früchte zu allerlei Lebensmitteln verarbeitet

Hingebungsvoll bewirtschaften Thomas und Monika Lehner ihren Hof Dänental bei Braunau. Auf ihre prämierten Liköre und ihr breites Obstangebot sind sie besonders stolz.

Christoph Heer
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Monika und Thomas Lehner zeigen ihren preisgekrönten Beerenlikör.

Monika und Thomas Lehner zeigen ihren preisgekrönten Beerenlikör.

Bild: Christoph Heer

Man wähnt sich in einem kleinen Paradies, spaziert oder fährt man an der Liegenschaft und dem Spezialkulturenbetrieb im Dänental bei Braunau vorbei. Man kann sie förmlich riechen, die Erdbeeren, die Kirschen und unzählige weitere Fruchtarten. Thomas und Monika Lehner haben sich hier ein wahres Eldorado der Früchte aufgebaut und erweitern es fortlaufend. Die Mutterkuhhaltung, die Kaninchen, die Hofkatzen oder Hund Wobbes kommen dabei nicht zu kurz. Der hofeigene Verkaufsladen steht gut sichtbar am Strassenrand und wird rege besucht.

«Wir pflegen unsere Pflanzen das ganze Jahr mit viel Hingabe, damit wir in der Erntezeit mit wunderschönen Früchten belohnt werden» – ein Slogan, der passender nicht sein könnte. Thomas (44) und Monika Lehner (43) hegen Pflanzen, pflegen Tiere und leben Empathie in grossen Stücken vor.

Betrieb erstreckt sich über Kantonsgrenzen hinaus

Der Hof Dänental liegt im Fruchtkanton Thurgau, im kleinen, beschaulichen Braunau. Der Betrieb liegt auf 650 Meter über Meer und geniesst eine wunderbare Aussicht auf den Alpstein. Der Zweitbetrieb liegt in der Nachbargemeinde Wil, im Boxloo, direkt neben dem Aussichtsrestaurant Waldrose.

Vor einigen Jahren wechselte Geschäftsführer und Landwirt Thomas Lehner von der Milchwirtschaft auf die Aubrac-Mutterkuhhaltung. Auf rund fünfeinhalb Hektaren wachsen Kirschen. Diese sind laut Thomas Lehner, nicht nur flächenmässig die wichtigsten Früchte. «Die meisten unserer Produkte werden über den Grosshandel vermarktet und im Detailhandel angeboten», sagt der Landwirt.

«Wer jedoch unsere Produkte direkt und frisch vom Hof will, kommt in unseren Hofladen»

Bei Lehners wird von Montag bis Samstag geerntet. Die Früchte werden am selben Tag verkauft, weitergegeben oder verarbeitet – etwa zu Konfitüre, Likör, Schnaps, Süssmost oder Secco.

Thomas Lehner pflegt seinen Erdbeeranbau in den Hochbeeten auf rund 15 Aren.

Thomas Lehner pflegt seinen Erdbeeranbau in den Hochbeeten auf rund 15 Aren.

Bild: Christoph Heer

Hund, Katzen, Kaninchen und Kühe

Monika und Thomas sind seit 16 Jahren verheiratet, haben zwei Söhne, Nils (15-jährig) und Gian (13-jährig) sowie einen Hund, der «klar zur Familie gehört». Mit den Tieren gehe es Lehners eigentlich wie mit den Früchten: «Die Vielfalt bereitet uns Freude», sagt Monika Lehner. Sie haben zwei Katzen mit vier Jungen, zwei Kaninchen, ebenfalls mit vier Jungen, drei Schwarznasenschafe, knapp 30 Aufzuchtrinder und nicht zuletzt 15 Aubrac-Mutterkühe mit Kälbern. «Sie alle sorgen dafür, dass auf unserem Hof stets etwas läuft. Aber natürlich ist das Ganze auch mit viel Arbeit verbunden.»

Das Handwerk haben sie von den Eltern, in der Ausbildung und während Wanderjahren im In- und Ausland gelernt.

«Wir bleiben neugierig und verfolgen aktuelle Entwicklungen mit grosser Aufmerksamkeit.»
Monika und Thomas Lehner füttern eine ihrer Aubrac-Mutterkühe mit knusprigem Brot.

Monika und Thomas Lehner füttern eine ihrer Aubrac-Mutterkühe mit knusprigem Brot.

Bild: Christoph Heer

Zwei Kinder im Schulalter, Tierhaltung, Früchte – es stellt sich die Frage, ob bei Lehners das Thema Hobby vom Tisch ist. Lachend verneinen die beiden und sagen, dass sonntägliche Spaziergänge, Kurztrips mit dem Velo, aber auch Skiferien sicherlich Platz finden. «Auf die Skipiste gehen wir mit der ganzen Familie.»

Sie arbeitet auch als gelernte Goldschmiedin

Während Thomas Lehner Mitglied bei den Weinfelder Old Tables und dem Wiler Club Kiwanis ist, gehört der Mittwoch ganz seiner Frau Monika. «Stimmt. Jeden Mittwoch arbeite ich in meinem Goldschmiedeatelier in Wil», sagt sie. Monika Lehner ist gelernte Goldschmiedin und pocht darauf, dass dieses uralte Handwerk nicht verloren geht. «Ob speziell angefertigte Ringe, Ketten, Diademe oder Piercings: Solche persönlichen Stücke sollen unbedingt ihre Exklusivität behalten.

Es sei ein wunderbares Gefühl, wenn die Kunden am Ende eines Auftrages das erste Mal das Schmuckstück in der Hand halten und dann mit einem Lächeln «Danke» sagen. Das Experimentieren mit verschiedenen und ausgefallenen Materialien sei zudem überaus spannend. Lehner meint damit etwa Hirschgeweih, Kokosnuss, Carbon oder Ebenholz. «Aus allem kann etwas Spezielles entstehen.»

Alle zwei Jahre nehmen diverse Hersteller an der Edelbrandprämierung in Flawil teil. Im vergangenen September fand dieser Wettbewerb zum zehnten Mal statt. Mit dabei – und das nicht zum ersten Mal – war Monika Lehner. In der Kategorie bester Edelbrand und der Gruppe Likör hat sie der Fachjury damals ihren neuen Beerenlikör zur Degustation mitgebracht. Zwölf erfahrene Prüfer verkosteten und beurteilten in einer Blinddegustation insgesamt 141 Edelbrände aus der ganzen Ostschweiz.

Für ihren Beerenlikör erhielt Lehner das Punktemaximum. «Das hat mich ungemein gefreut und stolzgemacht. Gespannt erwarte ich jeweils die Punktevergabe. Als mein Beerenlikör derart positiv bewertet worden war, spornte mich das an, weiter zu tüfteln und weitere Kreationen auszuprobieren», sagt die Preisträgerin.