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Die erste Schweizer Botschafterin für Most kommt aus Hüttwilen

Sommeliers gibt es nicht nur für Wein, Bier, Wasser, Kaffee, Käse und Gewürze. Cornelia Hänni-Bussinger ist zertifizierte Most-Sommelière, die erste in der Schweiz.
Christine Luley
Degustieren fachkundig Red-Love-Apple-Dream: Cornelia Hänni-Bussinger, Bruno Bussinger und Tanja Capuano-Bussinger. (Bild: Christine Luley)

Degustieren fachkundig Red-Love-Apple-Dream: Cornelia Hänni-Bussinger, Bruno Bussinger und Tanja Capuano-Bussinger. (Bild: Christine Luley)

Die junge Frau fasst das Glas am Stiel, macht mit der Hand eine sanfte, kreisende Bewegung. Cornelia Hänni-Bussinger degustiert mit den Augen, der Nase und dem Gaumen. «Er ist fruchtig, das Aroma der rotfleischigen Redlove-Äpfel kommt durch und wartet im Abgang mit einer guten Säure auf», lautet ihr Kommentar zum Redlove-Apple-Dream.

Cornelia Hänni-Bussinger ist die erste zertifizierte Most-Sommelière der Schweiz. «Davon können wir ausgehen», schränkt sie ein, «es ist uns nichts Gegenteiliges bekannt, denn es gibt diese Ausbildung nur in Österreich». Im Mai hat sie die Abschlussprüfung am Ländlichen Fortbildungsinstitut Vorarlberg erfolgreich abgeschlossen.

Geregelte Nachfolge

Die Mosterei Bussinger wurde 1955 durch Julius Bussinger, dem Grossvater von Cornelia Hänni-Bussinger gegründet. «Wir möchten auch in Zukunft die Mosterei als Familienbetrieb weiterführen», sagt Hänni-Bussingers Vater Bruno Bussinger. Oft ist es nicht einfach, eine Nachfolgeregelung zu finden. Bei Bussingers sind gleich alle drei Kinder eingestiegen. Anfang Jahr wurde die Mosterei Bussinger in eine GmbH umgewandelt und wird von Bruno und Jeanette Bussinger mit den Töchtern Tanja Capuano-Bussinger und Cornelia Hänni-Bussinger geführt. Sohn Martin Bussinger ist Geschäftsführer der Bussinger AG für Neubau, Ausbau und Unterhalt von Flur-, Wald- und Belagstrassen. (clu)

Schwenken, riechen, und schmecken

«Dieser Zertifikatslehrgang wäre etwas für dich», hatte Bruno Bussinger vorgeschlagen und stiess bei Tochter Cornelia auf offene Ohren. Die Mutter zweier Kinder rechnete mit einem Wochenendkurs. Doch das Seminar dauerte von Januar bis Mai, die Teilnahme gab viel zu organisieren. Die gelernte Pharma- und Betriebsassistentin hat von Kind auf gelernt, im elterlichen Betrieb anzupacken. Ihr Enthusiasmus, ihr fachliches Wissen und ihre sensorischen Kenntnisse konnte sie als Most-Sommelière bereits an Degustationen mit Firmen in den neuen Räumlichkeiten der Mosteria umsetzen.

Süssmost, Apfelwein, Schaumwein, sie findet zu jedem Gang und Gericht das passende Getränk.

Bisher waren die Produkte der Mosterei Bussinger nur an Märkten oder bei Wiederverkäufern anzutreffen. «Wir wurden immer wieder von Kunden gefragt: Habt ihr kein Hoflädeli?», sagt Cornelia Hänni-Bussinger. «Es war spürbar, die Leute wollen beim Produzenten direkt kaufen». Mit der Mosteria steht etwas Grosses da. Ihr Vater hegte den Plan schon länger. Verbunden mit der Absicht, aufs Alter mit seiner Frau Jeanette auf einem Stockwerk zu wohnen. Mit dem Werkhoferweiterungsbau, dem Neubau eines Verkaufs- und Degustationsraumes und der darüber liegenden Wohnung wurde beides verwirklicht.

Die im August mit einem grossen Fest mit über 800 Besuchern eingeweihte Mosteria bietet ein breites Sortiment an Spezialitäten rund um den Apfel und Most. Gäste können den Raum auch für Events nutzen.

«Vater mag grosse Feste», sagt Tochter Cornelia. Bruno Bussinger pflegt die Devise: entweder richtig oder gar nicht.

Der Thurgau ist geprägt von Obstanlagen. Cornelia Hänni-Bussinger will dem heimischen Getränk wieder einen höheren Stellenwert geben. «Geniessen Sie ein Stück Natur», steht auf der Firmenbroschüre. Die Expertin sieht sich als Botschafterin. Weist darauf hin, dass bereits die Kelten Most getrunken haben.

Ratschlag für passenden Wein zum Essen

Gefragt nach einem Vorschlag zu einem Kartoffelgratin, bietet sie «Schometgretli», einen Cidre de Pomme an. «Er wird wie ein Weisswein gekeltert und weist sechs Prozent Alkoholgehalt auf. Das Getränk darf etwas stärker sein, da das Gericht Rahm und Speck beinhaltet.»

Weitere Infos im Internet unter www.bussingerag.ch

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