Das Bollag-Areal hinter dem Frauenfelder Rathaus wird zum Büro-Bijou

Die Walter Bollag AG will ihre Liegenschaften in der Schlossmühle aufwerten. Der Umbau der Schlossmühlestrasse 9 soll 2019 beginnen, für die Nummer 7 steht ein Neubau mit Wohnungen zur Diskussion.

Mathias Frei
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Blick von Westen her auf das Gebiet Schlossmühle: Auf dem Modellfoto sind in der Mitte die Gebäude Schlossmühlestrasse 7 und 9 zu sehen, links vorne das Schloss, dahinter das Rathaus. (Bild: PD)

Blick von Westen her auf das Gebiet Schlossmühle: Auf dem Modellfoto sind in der Mitte die Gebäude Schlossmühlestrasse 7 und 9 zu sehen, links vorne das Schloss, dahinter das Rathaus. (Bild: PD)

Am Anfang stand die energetische Sanierung der Liegenschaften. Deshalb gab die Walter Bollag AG vor vier Jahren eine Machbarkeitsstudie in Auftrag für ihre Bauten an der Schlossmühle­strasse 7 und 9. Vor 57 Jahren bezog Bollag das neue Bürohaus (Nummer 7) und die Produktion (Nummer 9). Bollag produzierte Damenbekleidung, man galt als modernste Fabrikationsstätte. Heute sind die Gebäude sanierungsbedürftig. Damenkonfektion «made in Frauenfeld» ist Geschichte, jetzt sind es vor allem Büroräumlichkeiten.

Christof Helbling, Stadtbaumeister. (Bild: PD)

Christof Helbling, Stadtbaumeister. (Bild: PD)

An der Schlossmühlestrasse 9 stehen seit August die oberen drei Stockwerke leer, insgesamt 4500 Quadratmeter. Der Kanton als Zwischenmieter ist in die neuen Räume an der Schlossmühlestrasse 11a/15/15a gezogen. Mit dem Wissen um diese Leerstände liess die Walter Bollag AG die Pläne für die Nummer 7 und 9 vom Frauenfelder Büro Staufer & Hasler weiterentwickeln.

Sanierung kostet rund 14 Millionen Franken

Anita Bernhard, Immobilienbewirtschafterin Walter Bollag AG. (Bild: PD)

Anita Bernhard, Immobilienbewirtschafterin Walter Bollag AG. (Bild: PD)

Bis vor kurzem lag das Umbauprojekt für die Schlossmühle-strasse 9 öffentlich auf. Der Plan der Eigentümerschaft sieht vor, dass die Bauarbeiten Anfang 2019 beginnen. Die aktuellen Mieter – ein Velogeschäft im Erdgeschoss und ein Fitnesscenter im ersten Stock – brauchen nicht auszuziehen. Mitte 2020 sollen die Räumlichkeiten in der zweiten, dritten und vierten Etage bezugsbereit sein. Wohnungen sind nicht geplant. Wie Anita Bernhard, Immobilienbewirtschafterin der Walter Bollag AG, erklärt, wird es zum einen eine komplette energetische Sanierung geben inklusive Gebäudehülle. Zudem wird das Raumprogramm verändert. Im Zentrum steht dabei eine möglichst grosse Flexibilität bei der Vermietbarkeit der Büroräumlichkeiten. Auch Kleinflächen sollen möglich sein. Durch einen Lichtschacht in der Mitte sollen sich die Lichtverhältnisse dank Tageslichteinfall für alle Mieter verbessern. Darüber hinaus wird der Haupteingang vom Hinterhof an die Schlossmühle­strasse verlagert und so repräsentativer wirken als bisher. Die Walter Bollag AG investiert rund 14 Millionen Franken.

In der Mitte die Schlossmühlestrasse 7, rechts anschliessend die Nummer 9. (Bild: PD)

In der Mitte die Schlossmühlestrasse 7, rechts anschliessend die Nummer 9. (Bild: PD)

In Sachen Schlossmühlestrasse 7 steht noch nicht fest, ob es einen Neu- oder ebenfalls einen Umbau geben soll. Anita Bernhard sagt:

«Das steht für die Walter Bollag AG noch zur Diskussion.»

Planungsrechtlich ist ein Neubau vorgesehen. Dieser würde mittels Gestaltungsplan entwickelt werden. Wie Stadtbaumeister Christof Helbling erklärt, ist kürzlich der entsprechende Gestaltungsplan aus der kantonalen Vorprüfung ans städtische Amt für Hochbau und Stadtplanung zurückgekommen. Nun liegt der Ball bei der Eigentümerschaft. Im Falle es Neubaus der Nummer 7 ist laut Anita Bernhard vorgesehen, dass die städtische Verwaltung, die dort eingemietet ist, für die Bauzeit Räume in der sanierten Hausnummer 9 beziehen könnte. Anita Bernhard sagt:

«Zudem könnte der Anschluss unserer beiden Liegenschaft an den zukünftigen Wärmering-Leitungsarm Richtung Badi konkret werden.»

Was schon feststeht: In der Nummer 7 ist eine gemischte Nutzung vorgesehen, mit Büro- und Wohnraum.

Stadtbaumeister Helbling ist glücklich, dass die Walter Bollag AG das Areal hochwertig entwickeln will. So würden die architektonischen Charakteristika erhalten bleiben, wodurch die Stimmung im Quartier nicht verloren gehe. Mit der Schlossmühlestrasse 7 und 9 werde die städtebauliche Entwicklung und Aufwertung in der Schlossmühle weiter vorangetrieben. Er sieht dieses Gebiet als wichtigen zukünftigen Dreh- und Angelpunkt der sich hier kreuzenden Achsen Schlosspark/Altstadt und Badi/Hauptpost.

FRAUENFELD: Neue alte Heimat für Verwaltung

An der Schlossmühlestrasse 11a und 15/15a verschwinden Fabrikgebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. An gleicher Stelle entsteht für 20 Millionen Franken ein Büro-Neubau.
Mathias Frei