Böötler kritisieren das neue Reglement für den Ermatinger Hafen: Gemeinderat wirft ihnen Partikularinteressen vor

Die Richtlinien für die Bootsstationierung sorgen für hitzige Diskussionen, wie sich bei einer Sprechstunde am Donnerstag zeigte.

Margrith Pfister-Kübler
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Ermatingens Vizegemeindepräsident Thomas Ribi und Bootsliegeplatzverwalterin Fabienne Bach beantworten Fragen.

Ermatingens Vizegemeindepräsident Thomas Ribi und Bootsliegeplatzverwalterin Fabienne Bach beantworten Fragen.

Bild: Margrith Pfister-Kübler

«Der Dialog hat sich sicher gelohnt», diese Bilanz zog Vizegemeindepräsident Thomas Ribi am Donnerstagabend nach der Sprechstunde zum neuen Bootsstationierungsreglement der Politischen Gemeinde Ermatingen, über das am 27. September an der Urne abgestimmt wird.

Partikularinteressen, diametral voneinander entfernt, hätten die 22 Personen, die sich angemeldet hatten, ausgebreitet, sagt Ribi. Coronabedingt in zwei Gruppen machten je elf Personen ihren Anliegen Luft. Das Thema war bereits emotional bei Facebook diskutiert worden. Thomas Ribi hat dazu eine klare Meinung:

«Facebook ist halt wie alle sozialen Medien. Es geht alles schnell und wird nicht auf den Wahrheitsgehalt überprüft. Obwohl ich sonst keine politischen Posts dort absetze, habe ich auf offensichtliche Fehlinformationen reagiert. Schliesslich wurden falsche Zahlen publiziert, was doch sehr störend ist.» Das ziehe Kreise, schliesslich sind soziale Medien der neue Stammtisch.

Der richtige Hafen ist neu

Der Auslöser für ein neues Bootsstationierungsreglement waren das Projekt Stedi und die Ordnungsmassnahme Stedihafen und Steg Ost. Ribi sagt dazu: «Der Gemeinderat muss eine Rechtsgrundlage für die Bootsstationierung und den Hafenmeister schaffen. Zudem wies das alte Reglement Schlupflöcher auf, welche einzelne Nutzer begünstigte. Auch hatte Ermatingen bisher keinen richtigen Hafen. Neuerungen wie die Wassernutzungsgebühr sind dazugekommen. Zudem mussten die Probleme, welche unsere Trockenliegeplätze mit sich bringen, geregelt werden. Dies alles im alten Reglement unterzubringen, hätte ein absolutes Flickwerk ergeben.»

Der Gemeinderat ärgert sich über die Polemik

Häufigste Kritikpunkte gab es zur Nutzung der Trockenliegeplätze und zur Gebührenordnung. «Wir haben absichtlich das alte und das neue Reglement auf unserer Website publiziert. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn sich die Gegner des neuen Reglements einmal in beide Werke einlesen», so Ribi. Da der Gemeinderat die Gebührenordnung bereits erlassen hat, tritt diese so oder so in Kraft. Entweder auf dem alten, oder auf dem neuen Reglement abgestützt. Dasselbe gilt für die Trockenliegeplätze. Dass die Polemik für Thomas Ribi ein Ärgernis ist, daraus macht er kein Geheimnis. Er pocht auf Sachlichkeit und sagt:

«Eine Verschlechterung der Situation für die bestehenden Mietverhältnisse ist das neue Reglement sicher nicht. Neu wird es schwieriger, Bootsplätze innerhalb einer Familie zu horten.»

Betreffend der Trockenliegeplätze kämpfe die Gemeinde mit dem Umstand, dass viele davon ausgehen, dass jedermann öffentlichen Grund nach Belieben nutzen kann. Weder Vereinen noch dem Gewerbe soll Vorrang geboten werden. «In unserer Konzession steht, dass die Plätze an private Nutzer zu vermieten sind. Es ist klar nicht die Absicht, Betrieben Plätze auf Kosten der Einheimischen zuzugestehen.»

Punkto Tarife sei man absolut konkurrenzfähig. Ribi wörtlich: «Wir haben alles spezifisch auf unsere Anlagen ausgerichtet und sind der Meinung, dass es sich um ein faires Reglement handelt.» Was passiert, wenn dieses abgelehnt wird? «Dann gilt das alte Reglement und wir müssen Einzelverfügungen erlassen», sagt Ribi und schiebt nach, dass im Dialog unter anderem gesagt wurde, dass man «Auswärtige rauswerfen oder 100 Prozent auf deren Gebühr draufschlagen» solle.

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