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Bodenständige Netzwerkerin: Maria Brühwiler aus Wiezikon erhält KMU-Frauenpreis

Die Holzunternehmerin Maria Brühwiler übernahm 2011 die Brühwiler Sägewerk AG in Wiezikon von ihren Eltern. Nun ist Trägerin des diesjährigen Thurgauer KMU-Frauenpreises. Brühwiler könnte sie es sich gut vorstellen, dass der Unternehmerinnen-Preis vor allem den Frauen im eigenen Betrieb zugutekommt.
Christof Lampart
Maria Brühwiler in ihrem Sägewerk in Wiezikon. Häufig ist sie aber auch bei Kunden. (Bild: Andrea Stalder)

Maria Brühwiler in ihrem Sägewerk in Wiezikon. Häufig ist sie aber auch bei Kunden. (Bild: Andrea Stalder)

Die Reaktion Maria Brühwilers auf die Preisverleihung ist irgendwie typisch für die 40-jährige Powerfrau aus Wiezikon. «Der Preis ist etwas ganz Grossartiges», sagt sie. «Und ich werde diesen auch sicher aktiv für mein Geschäft nutzen.»

Sie selber wäre nicht auf die Idee gekommen, sich zu bewerben. «Denn», sagt sie, «ein Preis sollte aus meiner Sicht etwas sein, das andere einem verleihen, weil sie von dem, was man tut, begeistert sind.»

Ein Preis sollte nichts sein, wofür man sich aufdränge. Daran, den Preis abzulehnen, habe sie jedoch keine Sekunde gedacht:

«Alles in allem denke ich schon, dass ich ihn mir verdient habe, obwohl das sicherlich auch auf viele andere Unternehmerinnen im Thurgau zutreffen würde.»

So fasst die bodenständige wie selbstbewusste Macherin ihre Gefühlslage zusammen, als sie vom Verein KMU Frauen Thurgau über den Gewinn des Preises in Kenntnis gesetzt wurde.

Sie hätte sich mehr Transparenz gewünscht

Stolz macht sie vor allem, dass sie unter 20 Unternehmerinnen das Rennen machte. Schade findet sie jedoch, dass das Preisgericht nicht kommunizierte, wer die anderen Kontrahentinnen in der Ausmarchung um den mit 5000 Franken dotierten Preis waren. Die 40-Jährige sagt:

«Diese Transparenz hätte ich mir gewünscht. So weiss ich nur, dass die Jury auch bei anderen Firmen vorbeiging – mehr aber nicht.»

Maria Brühwiler führt seit Jahren die Brühwiler Sägewerk AG in Wiezikon. Sie übernahm im Jahr 2011 das Sägewerk von ihren Eltern und erhöhte seitdem die Arbeitsplätze mit einem Firmenzukauf im aargauischen Attelwil auf 50 Mitarbeitende.

Seitdem hat sich vieles auf dem Holzmarkt geändert: Die Produkte aus Deutschland und Österreich wurden 2011 massiv billiger. «Ich musste also sofort in den Aussendienst und verkaufen. Das war man sich damals noch nicht in dem Masse gewohnt», sagt Brühwiler rückblickend.

Heute bilde der Verkauf einen grossen Teil ihrer Tätigkeit. «Ich bin viel bei den Kunden und pflege mein Netzwerk intensiv – anders geht es heute gar nicht mehr.»

Wichtig ist ihr, dass es ein bewusstes Geben und Nehmen ist

Die Kundschaft mit qualitativ hochstehendem Fensterholz zu bedienen, ist das eine, ein Unternehmen in einem Zeitalter zu führen, in dem sich viele Mitarbeiter gefühlt weniger als Teil eines familiengeführten Arbeitskollektivs denn als individuelle Ich-AG begreifen, das andere. «Es ist spannend, das traditionelle Selbstverständnis des Sägereiberufes mit den modernen Wünschen der Angestellten so zu verbinden, dass alle dabei gewinnen», sagt Brühwiler.

Wichtig ist ihr, dass es ein bewusstes Geben und Nehmen ist: «Klar ist es schön, wenn man mal um 15 Uhr nach Hause gehen kann, aber ich erwarte dann auch, dass man Sondereinsätze leistet, wenn ein Auftrag fertig werden muss.»

Maria Brühwiler liegt die Förderung des Absatzes einheimischen Holzes am Herzen. Aktuell erzielt ihre Firma einen Umsatz von jährlich 16 Millionen Franken, wobei sechs Millionen aufs Sägewerk, zehn Millionen auf den Fensterholzbereich entfallen.

Maria Brühwiler in ihrem Sägewerk in Wiezikon. (Bild: Andrea Stalder)

Maria Brühwiler in ihrem Sägewerk in Wiezikon. (Bild: Andrea Stalder)

«Wir haben zwei Anlagen in den vergangenen fünf Jahren für je 1,5 Millionen Franken modernisiert und sollten, mit gleich viel Personal, eigentlich noch mehr herausholen können», sagt Brühwiler. Sie sieht den Betrieb «für die Zukunft gut gerüstet».

Was sie mit dem Preisgeld machen wird, weiss die Chefin noch nicht konkret. Doch könnte sie es sich gut vorstellen, dass der Unternehmerinnen-Preis vor allem den Frauen im eigenen Betrieb zugutekommt. «Ich könnte mir da schon einen schönen Ausflug von uns Frauen vorstellen. Bei 13 Frauen im Unternehmen gebe es sicherlich eine runde Sache», sagt Maria Brühwiler und lacht.

Hinweis
Die Verleihung des 7. KMU-Frauenpreises findet am Freitag, 13.September, in Wiezikon statt. Weiter Informationen unter: ‹www.kmufrauen-thurgau.ch›.

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