Bleibende Kunst
«Was für ein Höhenflug!» – Bis ins Tessin schaffte es die Spendensammlung für die Sündarella-High-Heels in Frauenfeld

Für die riesige Bronzeplastik an der Frauenfelder Promenade braucht es noch 55'000 Franken von Firmen und Privatpersonen, damit sie in den Besitz der Stadt übergehen kann. Am Dreikönigstag liessen die Künstlerinnen Ballons steigen, um auf das Fundraising aufmerksam zu machen. Einer schaffte es bis ins Vallemaggia.

Mathias Frei
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Startschuss der Aktion «Sündarella für die Öffentlichkeit» am Dreikönigstag auf der Frauenfelder Promenade.

Startschuss der Aktion «Sündarella für die Öffentlichkeit» am Dreikönigstag auf der Frauenfelder Promenade.

Bild: Andrea Stalder

Wenn einer eine Reise tut. Ein rosafarbener Ballon hat kürzlich eine stolze Reise getan – von Frauenfeld bis nach La Lüvèira im Maggiatal. Fast 150 Kilometer Luftlinie sind es von der Thurgauer Kantonshauptstadt bis ins Bergtal in der Sonnenstube der Schweiz. Mit dem Auto durch den Gotthard wären es 265 Kilometer und über dreieinhalb Stunden Fahrzeit. Diesen einen Ballon und 199 weitere haben die Künstlerinnen Susan Kopp und Brigitte Schneider am Dreikönigstag auf der Frauenfelder Promenade steigen lassen.

Künstlerin Susan Kopp.

Künstlerin Susan Kopp.

Bild: Andrea Stalder

Der Rahmen bildet die Aktion «Sündarella für die Öffentlichkeit». Die beiden Bronze-High-Heels namens Sündarella, insgesamt zwei Tonnen schwer, gehören Kopp und Schneider, sind aber eine Leihgabe an die Stadt Frauenfeld. Die Plastik steht auf der Promenade vor dem ehemaligen Huber-Verlagssitz. Nun beabsichtigen die beiden Künstlerinnen, dass ihr Werk in das Eigentum der Stadt übergehen soll. Sie selber verzichten auf Honorar, doch Idee, Material und Arbeit für Sündarella waren kostspielig. Deshalb haben Kopp und Schneider ein Fundraising lanciert, das am Dreikönigstag gestartet ist. Von Firmen und Privatpersonen sollen auf diese Weise 55'000 Franken zusammenkommen.

Fundort des "Sündarella für die Öffentlichkeit"-Ballons im Tessin

Zuerst an Spam im Mailordner gedacht

Sie habe im ersten Moment an ein Spammail gedacht, sagt Susan Kopp. Die Betreffzeile «Ballon in 6673 Maggia gefunden» machte sie aber neugierig. Da berichtet nämlich ein Reiseleiter, der im Vallemaggia lebt, dass er einen rosafarbenen Ballon gefunden habe mit dem Begleitschreiben, an einer Schnur befestigt.

«Fundzeit: 7. Januar 2022, vormittags. Fundort: La Lüvèira, 6673 Maggia (Tessin). Der Ballon lag auf einer Wiese am Strässlein zwischen Einkaufszentrum und Badestrand am Fluss Maggia.»

Er wünsche ihnen viel Glück mit Sündarella, schreibt der Finder. Das sei unglaublich, sagt Kopp nun. «Was für ein Höhenflug! Unsere erste Rückmeldung. Und dann grad so eine.» Das sei definitiv ein gutes Omen für den weiteren Verlauf des Fundraisings. Sie werde den Finder gleich in das gemeinsame Atelier einladen, freut sich die Künstlerin aus dem Mittelthurgau – und sinniert darüber, ob es noch weitere Ballons über den Gotthard geschafft haben.

www.sindarella.ch

Standorte der Bronzeplastik Sündarella in Frauenfeld

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