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«Bist du geistig behindert?»: Fremder beschimpft gehbehinderten Mann auf Frauenfelder Parkplatz

Arnold Speier ist gehbehindert. Als er am Montag sein Auto in Frauenfeld auf einem Parkplatz für Behinderte abstellte, beschimpfte ihn ein Fremder. Nun hat er bei der Polizei Anzeige erstattet.
Rahel Haag
Neben seinem Cabrio: Arnold Speier mit seiner Parkkarte für gehbehinderte Personen. (Bild: Rahel Haag)

Neben seinem Cabrio: Arnold Speier mit seiner Parkkarte für gehbehinderte Personen. (Bild: Rahel Haag)

«Ich kam gerade von der Krankengymnastik», erzählt Arnold Speier, «und wollte im Aldi noch kurz einkaufen.» Sein Auto, ein silbernes VW-Cabrio, habe er auf einem Behindertenparkplatz abgestellt. Während er am offenen Kofferraum stand, um eine Tragetasche hervor zu holen, kam ein Fremder auf ihn zu. «Bist du geistig behindert, dass du hier parkierst?», habe er ihm zugerufen. Der verbale Angriff kam aus heiterem Himmel.

1977 hatte Speier einen Arbeitsunfall. Damals war er als Maler tätig, stürzte beim Streichen einer Decke kopfüber von einem fahrbaren Gerüst. «Es fiel hinterher und zertrümmerte mein Becken.» Seither humpelt er und leidet unter Schmerzen, wenn er längere Strecken zu Fuss geht.

In der Filiale weiter beschimpft

Der 56-Jährige legt seine Parkkarte für gehbehinderte Personen, ausgestellt vom Strassenverkehrsamt des Kantons Thurgau, auf den Tisch. Auch an jenem Montag habe sie – «wie immer» – auf dem Armaturenbrett gelegen. Also sprach er den Fremden an und fragte, was das solle. Daraufhin habe ihm dieser Schläge angedroht. «Ich verpass dir eine, dann bist du anschliessend wirklich behindert», habe der Fremde gesagt. Speier schüttelt den Kopf. Auch in der Aldi-Filiale liess der Mann nicht von ihm ab, habe ihn verfolgt und weiter beschimpft. Der Fremde sei in Begleitung einer Frau gewesen. «Sie sagte irgendwann, er solle aufhören.» Es habe aber nichts genützt.

Am Tag darauf hat Speier bei der Polizei Anzeige erstattet. «Behinderte sollen sich wehren», sagt er. Auf dem Polizeiposten Schlossberg habe man ihm gesagt, dass es unter Umständen schwierig werden könnte. Am Ende stehe wohl Aussage gegen Aussage. Speier ist das egal. «Es geht mir darum, dass ich mich nicht erniedrigen lasse.» Mario Christen, Mediensprecher der Kantonspolizei, bestätigt, dass eine Anzeige wegen Beleidigung eingegangen sei. «Aktuell laufen die Ermittlungen.»

Viel Zuspruch in den Kommentaren auf Facebook

Ausserdem hat Arnold Speier einen Zeugenaufruf in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Frauefeld wenn...» gepostet. Im Beitrag hat er auch ein Foto vom Auto des Fremden veröffentlicht und bittet um Unterstützung. In den Kommentaren findet sich viel Zuspruch. Eine Frau schreibt beispielsweise, sie hoffe, dass diese Rüpel gefunden werden. «Zudem haben sich viele gemeldet, die Ähnliches erlebt haben», sagt Speier. Er habe den Eindruck, dass sich solche Vorfälle häufen. «Immer wieder gehen Leute auf sozial Schwache und Behinderte los.» Wieder schüttelt er den Kopf. Gerade deshalb wolle er, dass der Fall öffentliche Beachtung findet.

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