Bis zu 200 zusätzliche Betten: Im ausgedienten Frauenfelder Spital-Bettenhochhaus wird eine Corona-Notfallstation eingerichtet

Das alte Bettenhochhaus des Kantonsspitals Frauenfeld wird wieder in Betrieb genommen. Die Kapazität wird Stufe um Stufe hochgefahren. So sollen im Endausbau total 200 zusätzliche Betten für Corona-Patienten zur Verfügung stehen. Der Abbruch des Bettenhochhauses wird bis mindestens Anfang Juli verschoben, aufgrund der Notlage ohne Kostenfolgen für den Kanton.

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Der Bettenturm in Frauenfeld soll nun doch nicht abgerissen werden und 200 zusätzliche Betten für Personen bieten, die am Corona-Virus erkrankt sind.

Der Bettenturm in Frauenfeld soll nun doch nicht abgerissen werden und 200 zusätzliche Betten für Personen bieten, die am Corona-Virus erkrankt sind. 

Bild: Nana Do Carmo

(pd/evw) 1974 wurde das damals neue Spital Frauenfeld mit dem Bettenhochhaus eingeweiht. Nachdem Anfang dieses Jahres das neu erstellte Spitalgebäude bezogen worden ist, hätte das Bettenhochhaus rückgebaut werden sollen schreibt der Kanton Thurgau in einer Medienmitteilung. Doch angesichts der Entwicklungen betreffend des Corona-Virus wurde der Abbruch Mitte März gestoppt.

In enger Zusammenarbeit haben die Spital Thurgau AG und der Kanton ein Konzept auf die Beine gestellt, das Bettenhochhaus wieder in Betrieb zu nehmen und bis zu 200 zusätzliche Betten für Corona-Patienten zu schaffen. Regierungspräsident und Gesundheitsdirektor Jakob Stark sagt an einer Medienkonferenz:

«Mit dem sogenannten Covid-Zentrum in Frauenfeld ist die stationäre Gesundheitsversorgung auf gutem Niveau gewährleistet.»

Genügend Plätze in den Spitälern sicherzustellen, hatte für den Kantonalen Führungsstab von Anfang an eine hohe Priorität. Das Bettenhochhaus stand dabei stets im Mittelpunkt der Planungen. Dieses soll bei Bedarf mit 200 zusätzlichen Betten betrieben werden. Der Kantonale Führungsstab hat zusammen mit der Spital Thurgau AG in den vergangenen Tagen die planerischen Grundlagen erarbeitet.

Ab Dienstag wird das Bettenhaus eingerichtet und ab dem 1. April sollen 100 zusätzliche Pflegebetten, ab dem 8. April dann 200 Betten belegt werden können. «Die Armee liefert uns heute 200 Betten, die der Zivilschutz in den nächsten drei Tagen im Bettenhaus installiert», sagte Regierungsrätin Cornelia Komposch, Chefin des Kantonalen Führungsstabs.

Ab sofort flexibel hochfahren

«Es ist eine glückliche Fügung, dass der Neubau des Kantonsspitals vor vier Wochen bezogen wurde und damit ein ganzes Bettenhaus freigeworden ist. Die gesamte Infrastruktur des alten Kantonsspitals ist wieder erstellt worden», sagte Kantonsärztin Agnes Burkhalter. Über die Detailplanung informierte Marc Kohler, CEO der Spital Thurgau AG. Die Spital Thurgau AG habe die Vorlaufzeit effizient genutzt:

«Wir haben einen Stufenplan mit vier Stufen ausgearbeitet, der ab sofort und flexibel hochgefahren werden kann.»

Die zusätzlichen Kapazitäten können aber nur mit externer Verstärkung von Armee und weiteren Spezialisten genutzt werden – «momentan haben wir die Zusagen für genügend medizinisches Personal noch nicht», sagte Marc Kohler. Er betonte überdies, dass die Notfallversorgung trotz allem weiterhin funktionieren muss. Dazu werden Nicht-Covid-Patienten vermehrt nach Münsterlingen oder an andere Standorte der Spital Thurgau AG verlegt.

Der Frauenfelder Stadtrat stehe vollumfänglich hinter den Plänen, in Frauenfeld ein Covid-Zentrum zu errichten, sagte der Frauenfelder Stadtpräsident Anders. «Sämtliche jetzt getroffenen Massnahmen tragen wesentlich dazu bei, dass das Gesundheitssystem den bevorstehenden grossen Belastungen standhalten kann. Das ist im Interesse von uns allen. Von allen, die in Frauenfeld, im Thurgau oder in der Schweiz wohnen», sagte Stokholm.

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