Interview

«Bin froh über den klaren Entscheid»: Bundesgericht ebnet den Weg für das umstrittene Stück Radweg in Halingen

Das Bundesgericht hat eine private Beschwerde gegen den Bau eines Velowegs über sein Grundstück abgewiesen. Damit dürfte die Umsetzung des umstrittenen letzten Abschnitts für die Sicherheit der Thundorfer Schüler bald erfolgen. Markus Müggler, Schulpräsident der Sek Halingen, freut sich.

Samuel Koch
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Das Areal der Sek Halingen (unten) und der Ortsteil Halingen im Hintergrund.

Das Areal der Sek Halingen (unten) und der Ortsteil Halingen im Hintergrund.

Bild: Olaf Kühne

Seit Jahren verzögert sich die Realisierung des letzten Stücks Veloweg zwischen der Sekundarschule Halingen und dem Staudenhof auf Gemeindegebiet von Stettfurt, weil sich ein Anwohner gegen die geplante Streckenführung über sein Grundstück zur Wehr setzte. Vergangene Woche hat das Bundesgericht die private Beschwerde abgewiesen (Entscheid 1C_645/2019 vom 23. Juli). Schulpräsident Markus Müggler zeigt sich erleichtert, sieht sich und seine Behörde aber auch weiterhin in der Pflicht.

Herr Müggler, das höchste Schweizer Gericht ebnet den Weg für eine Lösung im Streit um den Veloweg?

Markus Müggler, Präsidender der Sekundarschulgemeinde Halingen, wo Matzinger, Thundorfer und Stettfurter Kinder zur Schule gehen.

Markus Müggler, Präsidender der Sekundarschulgemeinde Halingen, wo Matzinger, Thundorfer und Stettfurter Kinder zur Schule gehen.

Bild: Christof Lampart

Markus Müggler: Als Präsident unserer Schulgemeinde ist mir die Verkehrssicherheit der Schulkinder sehr wichtig. Ich bin froh, dass das Bundesgericht in dieser Angelegenheit relativ zügig entschieden und einen klaren Entscheid gefällt hat.

Beim Beschwerdeführer dürfte die Gemütslage ganz anders sein.

Das ist verständlich. Deshalb wird der Kanton als Verfahrensbeteiligter jetzt den Entscheid detailliert anschauen und die weiteren Schritte einleiten. Wir als Schulgemeinde waren in dieser Sache ja nur Bittstellerin. Trotzdem werden auch wir mit den Anwohnern im Staudenhof in den kommenden Wochen mit grosser Sorgfalt das Gespräch suchen, um zusammen den weiteren Weg zu gehen.

Wohin der Weg führt, ist nach dem Entscheid aus Lausanne eigentlich sonnenklar.

Ja, weil das kantonale Tiefbauamt ja schon früher entschieden hat, dass das letzte Stück des Velowegs nicht durchgängig entlang der Thundorferstrasse durch die enge Ortschaft Halingen führen soll, sondern über heute noch private Grundstücke.

Gegen die Linienführung 2 hat ein privater Grundstückbesitzer beim Bundesgericht Einsprache erhoben.

Gegen die Linienführung 2 hat ein privater Grundstückbesitzer beim Bundesgericht Einsprache erhoben.

Karte: Infografik SGT

Als letzter Ausweg drohten gar Enteignungen. Sind diese jetzt hinfällig?

Dazu kann ich mich nicht äussern, die weiteren Schritte wie Projektierung, Landerwerb und hoffentlich zeitnahe Realisierung erfolgen durch das kantonale Tiefbauamt. Ich begleite das Projekt als Schulpräsident nun schon seit zehn Jahren und bin ausserordentlich froh, dass es nun einen klaren Entscheid gibt.

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