Bildung
Kindergartenlehrerinnen und -lehrer verdienen im Thurgau künftig mehr

Bisher sind Kindergartenlehrpersonen beim Lohn tiefer eingestuft als Lehrerinnen und Lehrer der Primarstufe. Das will der Thurgauer Regierungsrat nun ändern.

Merken
Drucken
Teilen
Kindergartenlehrerinnen und -lehrer dürfen sich im Thurgau über eine höhere Einstufung beim Lohn freuen.

Kindergartenlehrerinnen und -lehrer dürfen sich im Thurgau über eine höhere Einstufung beim Lohn freuen.

Bild: Ennio Leanza / Keystone

(red) Der tiefere Lohn im Vergleich zu anderen Lehrpersonen lasse sich nicht mehr rechtfertigen. Der Thurgauer Regierungsrat will deshalb die Kindergartenlehrerinnen und -lehrer künftig beim Lohn höher einstufen. Dies schreibt die Exekutive am Donnerstag in einer Mitteilung. Sie hat entsprechend einen Entwurf der Änderung der Verordnung über die Besoldung der Lehrpersonen in eine externe Vernehmlassung geschickt. Das Vernehmlassungsverfahren dauert bis am 31. Oktober.

Mit der Besoldungsrevision im Jahr 2015 wurden im Kanton Thurgau die Kindergartenlehrpersonen im sogenannten Lohnband 2 und damit ein Lohnband tiefer als die Primarlehrpersonen eingereiht. Dies entspricht bei der Besoldung einer Differenz von 8,5 Prozent. Sie wurde unter anderem damit begründet, dass der Zugang zur Vorschulausbildung geringere Anforderungen stellte als der Zugang zur Ausbildung als Primarlehrperson, bei dem zwingend eine gymnasiale Maturität erforderlich war.

Für ein Studium der Kindergartenstufe und der Primarstufe gelten ab dem Herbstsemester 2021 aber die gleichen Voraussetzungen. In beiden Fällen ist dann für die Aufnahme ohne Ergänzungsprüfungen eine gymnasiale Maturität, eine Fachmaturität für das Berufsfeld Pädagogik oder ein schweizerisches Hochschuldiplom erforderlich.

Regelung soll ab 2024 in Kraft treten

«Die Anforderungen an die Lehrpersonen des Kindergartens sind in den vergangenen Jahren beträchtlich gestiegen, sodass sich eine tiefere Besoldung aus der Sicht des Regierungsrates nicht mehr rechtfertigen lässt», heisst es in der Mitteilung. Der Regierungsrat schlägt nun vor, die Kindergartenlehrpersonen ab 2024 im Lohnband 3 einzureihen. Dabei soll keine Unterscheidung zwischen den altrechtlich ausgebildeten und nach den neuen Studiengängen ausgebildeten Lehrpersonen gemacht werden. Die neue Regelung soll für alle Kindergartenlehrpersonen ab 1. Januar 2024 in Kraft treten.

Mit der Neueinstufung erhöht sich das im Beitragssystem angerechnete Globalbudget um 4,9 Millionen Franken. So würden sich bei den beitragsempfangenden Schulgemeinden Mehrkosten von 2,7 Millionen Franken ergeben, die von den finanzstarken Schulgemeinden und dem Kanton je zur Hälfte getragen werden, schreibt die Regierung weiter.