Bildung
Der Bildungsrucksack der Thurgauerinnen und Thurgauer wird voller

Das Bildungsniveau von Frauen und Männern gleicht sich im Thurgau immer mehr an, wie eine neue Statistik zeigt. Bei den jüngeren Menschen verfügen mehr Frauen als Männer über einen höheren Berufsbildungs- oder ein Hochschulabschluss als bei den Männern.

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Immer mehr Thurgauerinnen und Thurgauer drücken die höheren Schulbänke.

Immer mehr Thurgauerinnen und Thurgauer drücken die höheren Schulbänke.

Bild: Christian Beutler / KEYSTONE

(seb.) Das Bildungsniveau der Thurgauer Wohnbevölkerung ist seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen: Im Jahr 2019 verfügte rund ein Drittel der Thurgauerinnen und Thurgauer zwischen 25 und 64 Jahren über einen Abschluss einer Hochschule oder einer höheren Berufsbildung, man spricht hierbei von der Tertiärstufe. Das ist markant mehr als im Jahr 2000, wie die Dienststelle für Statistik in einem aktuellen Beitrag schreibt.

Damals konnte weniger als ein Fünftel der Bevölkerung im Kanton Thurgau einen vergleichbaren Bildungsabschluss vorweisen. 2019 wiesen rund 18 Prozent der Thurgauerinnen und Thurgau im Erwerbsalter einen Abschluss der höheren Fach- und Berufsbildung aus, 15 haben einen erfolgreichen Universitäs- oder Fachhochschulabschluss.

Im Landesvergleich immer noch unterdurchschnittlich

Trotz des Zuwachses in den vergangenen Jahren ist der Anteil von Personen mit einem Tertiärabschluss in der Thurgauer Bevölkerung im Vergleich zur Gesamtschweiz unterdurchschnittlich, wie es weiter im Artikel heisst. 14 Prozent der Thurgauer haben nach der obligatorischen Schule keine weitere Ausbildung abgeschlossen. Dies sind klar weniger als vor zwei Jahrzehnten: Im Jahr 2000 verfügte ein knappes Viertel der 25- bis 64-jährigen Bevölkerung über keinen nachobligatorischen Bildungsabschluss.

Der Anteil derjenigen Thurgauerinnen und Thurgau im Erwerbsalter, die als höchsten Abschluss eine Berufslehre oder einen Mittelschulabschluss vorweisen können, ist hingegen über die vergangenen Jahre stabil geblieben, heisst es weiter. Mit 53 Prozent ist dies zugleich der am weitesten verbreitete Abschluss unter der Thurgauer Wohnbevölkerung.

Frauen haben die Männer überholt

Die Unterschiede beim Bildungsniveau von Frauen und Männern haben sich über die vergangenen Jahre verkleinert, ist weiter im Beitrag zu lesen. Dies zeigt sich vor allem bei den jungen Erwachsenen: Die 25- bis 34-jährigen Frauen und Männern unterscheiden sich heute kaum mehr bezüglich des Bildungsniveaus. 2019 war der Anteil der Thurgauerinnen dieser Alterskategorie mit einem Tertiärabschluss sogar leicht höher als bei den gleichaltrigen Thurgauern, so wiesen 37 Prozent der Frauen einen solchen Abschluss aus sowie 34 Prozent der Männer.

Bei den 50- bis 64-Jährigen hingegen verfügen Männer 2019 doppelt so häufig über einen Abschluss auf Tertiärstufe als Frauen (Männer: 38 Prozent, Frauen: 19 Prozent). Auch bei den 35- bis 49-jährigen Thurgauer Bevölkerung ist der Anteil der Personen mit einem Tertiärabschluss im Jahr 2019 bei den Männern klar höher als bei den Frauen (Männer: 41 Prozent, Frauen: 30 Prozent). Über alle Altersklassen hinweg unterscheiden sich die Thurgauerinnen und Thurgauer noch immer deutlich, auch wenn die Bildungsunterschiede immer geringer werden, heisst es weiter im Beitrag.

Von den 25- bis 64-Jährigen verfügten 2019 mit knapp 39 Prozent der Männer sowie rund 27 Prozent der Frauen über einen Hochschulabschluss oder eine höhere Berufsbildung. Gleichzeitig war der Anteil der Frauen ohne nachobligatorische Bildung noch immer höher als jener der Männer (Männer: 11 Prozent, Frauen: 17 Prozent). Im Jahr 2000 waren diese Unterschiede noch viel ausgeprägter gewesen, insbesondere im Tertiärbereich. Lediglich 9 Prozent der Frauen verfügten um die Jahrtausendwende über einen solchen Abschluss. Bei den Männern waren es 26 Prozent.