Bienli und Blüemli

Südsicht auf den Hinterthurgauer Beitrag zur Rettung des Planeten. Ganz jugendfrei.

Olaf Kühne
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Da blickt der Zürcher nicht mehr durch. Seit Jahr und Tag, also fast seit Napoleon, rühmt sich der Thurgau für seine tollen Landschaften und vor allem für seine intakte Natur. Und dennoch gibt es nun plötzlich allerorten nur noch ein Thema: fehlende Biodiversität. Für Nichteingeweihte: Da geht es um Bienli und Blüemli, ist aber nichts Versautes. Ohne dass Kinder Schaden nehmen, können sogenannte Biodiversitätsboxen deshalb in aller Öffentlichkeit aufgestellt werden.

Münchwilen hat sich gleich deren fünf vors Gemeindehaus gestellt. Also fünf Quadratmeter für nichts weniger als die Rettung des Planeten. Da kann man auch bei einer Miete von je 399 Franken schwerlich von Steuergeldverschwendung reden. In Kreiselkunst wäre das Geld wesentlich dümmer investiert, und klimastreikende Schüler hätten auch nichts davon.

Derartiges Engagement kann nur über die Gemeindegrenze hinaus strahlen. Tobel-Tägerschen hat ebenfalls eine Biodiversitätsbox bestellt. Zugegen, nur eine tönt erst mal ziemlich mickrig. Aber wenn in Münchwilen dereinst Wil West zubetoniert ist, zählt schliesslich jeder Quadratmeter.

Glosse

Linksversieft war gestern

Südsicht auf die parteipolitische Zusammensetzung der Hinterthurgauer Gemeinderäte - ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit oder Ausgewogenheit.
Olaf Kühne