Bichelsee-Balterswil
Ein Bubentraum zum Abschied: An seinem letzten Arbeitstag wurde der scheidende Bichelseer Gemeindepräsident in einem Cola-Lastwagen chauffiert

Zur Verabschiedung seines Gemeindepräsidenten Beat Weibel liess sich der Bichelseer Gemeinderat etwas Besonderes einfallen: Auf dem Beifahrersitz eines Lastwagens ging's am Dienstagmorgen auf Abschiedstour durch den Hinterthurgau.

Olaf Kühne
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Vizegemeindepräsidentin Regula Meile, der scheidende Gemeindepräsident Beat Weibel und sein Nachfolger Christoph Zarth posieren vor dem für Weibel organisierten Coca-Cola-Lastwagen.

Vizegemeindepräsidentin Regula Meile, der scheidende Gemeindepräsident Beat Weibel und sein Nachfolger Christoph Zarth posieren vor dem für Weibel organisierten Coca-Cola-Lastwagen.

(Bild: Olaf Kühne)

Nicht Wein. Nicht Bier. Coca-Cola ist das Lieblingsgetränk des scheidenden Bichelseer Gemeindepräsidenten Beat Weibel. Gar ein eigentlicher Coca-Cola-Fan sei er. Für seinen letzten Arbeitstag hatte sich der Gemeinderat denn auch um eine ganz besondere Überraschung bemüht. Um 7.45 Uhr fuhr am Dienstagmorgen ein Cola-Lastwagen vor Weibels Haus vor. Selber ans Steuer durfte er zwar nicht. Aber immerhin auf dem Beifahrersitz ging's auf Tour durch den Hinterthurgau. Bei zwei Gemeinderäten zu Hause und in den Nachbargemeinden Eschlikon und Fischingen lagen die Stationen dieser Abschiedstournee, bevor der unübersehbare rote Camion schliesslich kurz vor Mittag vor dem Bichelseer Gemeindehaus vorfuhr.

Pandemiebedingt musste der Gemeinderat auf eine Bekanntmachung dieses Überraschungsanlasses verzichten, ein Fest durfte er erst recht nicht organisieren. Dennoch fand sich rund ein Dutzend Schaulustiger vor dem Gemeindehaus ein. Das Buschtelefon hatte funktioniert. Zusammen mit den Gemeindeangestellten sorgte das Publikum so dennoch für einen den Umständen entsprechend würdigen Abschied des langjährigen Gemeindepräsidenten. Elf Jahre hatte der vierfache Familienvater und gelernte Mechaniker das Amt inne, gar 17 Jahre sass der gebürtige Balterswiler im Gemeinderat.

Von Pension will der 61-Jährige indes noch nicht reden. Altershalber tritt er dennoch vorzeitig zurück. «Der Zeitpunkt ist jetzt einfach richtig», sagte Weibel Anfang Jahr im Gespräch mit unserer Zeitung. Und gestern sagte er, dass er zum Auftakt seines Ruhestandes eigentlich gerne mit seiner Frau Ferien geplant hätte. Doch Corona machte den Weibels einen Strich durch die Rechnung. «Jetzt haben wir uns eben bewusst nichts vorgenommen», sagte Weibel. «Wir sind sozusagen geplant planlos.»

So dürfte es denn wohl noch ein Weilchen dauern, bis Beat Weibel die Reka-Checks wird einsetzen können, die er zum Abschied erhielt – zusammen mit einem Blumenstrauss und einem Fotobuch mit Bildern der Gemeinde, welche der langjährige Tiefbauleiter und ambitionierte Hobbyfotograf Walter Kühne eigens zusammengestellt hatte.

Sichtlich gerührt liess es sich Beat Weibel nicht nehmen, sich mit einer kurzen Ansprache bei allen Anwesenden zu bedanken. Ein wenig Wehmut schwang dabei natürlich auch mit. «Es ist schon speziell, mit Maske Abschied nehmen zu müssen», brachte Weibel schliesslich die ausserordentlichen Umstände seines letzten Arbeitstages auf den Punkt.