Bezirksrichter Cornel Inauen zum neuen Thurgauer Oberrichter gewählt – grüne Misstöne verhallen

Trotz Kritik der Grünen im Grossen Rat wird der Hinterthurgauer Cornel Inauen (SVP) zum neuen Richter am Thurgauer Obergericht gewählt. Der promovierte Jurist erhielt 84 Stimmen.

Sebastian Keller
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Cornel Inauen nimmt nach seiner Wahl Gratulationen entgegen.

Cornel Inauen nimmt nach seiner Wahl Gratulationen entgegen.

(Bild: Andrea Stalder)

Am Thurgauer Obergericht wurde mit dem Rücktritt von François Reinhard ein Richterstuhl frei. Die SVP-Fraktion hatte daraufhin ihr Mitglied Cornel Inauen vorgeschlagen. Er schaffte die Wahl.

Die Stimmenzahl präsentierte sich wie folgt:

  • Cornel Inauen (Münchwilen): 84 von 118 Stimmen

Inauen, Jahrgang 1976, arbeitet aktuell als Richter am Bezirksgericht Münchwilen. Der promovierte Jurist wohnt in Münchwilen.

Vor seiner Wahl traten die Grünen auf den Plan. Kantonsrätin Karin Bétrisey (GP, Kesswil) kritisierte den Wahlvorschlag der SVP. Sie machte beliebt, eine Frau – Irene Herzog – zu wählen, die in der internen Ausmarchung der Partei unterlegen war. Sie verfüge im Gegensatz zu Cornel Inauen über ein Anwaltspatent. Ein Wunsch, den selbst das Obergerichtspräsidium geäussert hatte. Die Grünen gaben daher an, in der geheimen Wahl Herzog aufzuschreiben.

Daraufhin traten mehrere bürgerliche Exponenten ans Rednerpult und lobten die Qualifikationen von Cornel Inauen. So etwa Kantonsrat Alex Frei (CVP, Münchwilen), der aktuell mit Inauen am Bezirksgericht zusammenarbeitet. Auch Stephan Tobler (SVP, Neukirch) und Manuel Strupler (SVP, Weinfelden) warben für die Kandidatur von Inauen. Tobler betonte zudem, dass Herzog gegenüber ihm bestätigt habe, gar nicht zur Verfügung zu stehen.