Bezirksgericht Münchwilen ist fast komplett besetzt

Cornel Inauen verzichtet erwartungsgemäss auf seine Wahl zum Berufsrichter. Für ihn steht SVP-Kandidat Stefan Miori in den Startlöchern.

Olaf Kühne
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Das Bezirksgericht Münchwilen.

Das Bezirksgericht Münchwilen.

(Bild: Roman Scherrer)

Eigentlich wäre das Bezirksgericht Münchwilen nach den Gesamterneuerungswahlen am Sonntag wieder komplett besetzt. Wäre. Denn Berufsrichter Cornel Inauen (SVP) wurde bereits im Januar durch den Thurgauer Grossen Rat zum Oberrichter gewählt.

Weil aber die Einreichefrist für die Bezirksgerichtswahlen noch im alten Jahr abgelaufen war, stand Inauen nach wie vor auf der Kandidatenliste – und wurde am Sonntag entsprechend auch ans Bezirksgericht gewählt. Wie bereits im Vorfeld angekündigt, erklärte der Münch­wiler gegenüber unserer Zeitung Nichtannahme der Wahl.

Stefan Miori erzielt bereits 27 Stimmen

Cornel Inauen, neuer Oberrichter (SVP).

Cornel Inauen, neuer Oberrichter (SVP).

(Bild: Andrea Stalder)

Auf seine langjährige Tätigkeit am Bezirksgericht blickt er gerne zurück. «Ich hatte seit 2011 über neun sehr abwechslungsreiche, fordernde und wirklich gute Jahre am Bezirksgericht Münchwilen», sagt Cornel Inauen.

«Wir hatten immer eine sehr gute und äusserst kollegiale Zusammenarbeit. Nun freue ich mich aber auf die neuen Herausforderungen, die mich am Obergericht erwarten.»

Während Inauen 5676 Stimmen erzielte, konnte die weitere Berufsrichterin, Nina Schüler-Widmer (FDP), gar 6143 Stimmen auf sich vereinen. Immerhin bereits 27 Stimmen erzielte Stefan Miori. Der Frauenfelder war Ende Januar von der Hinterthurgauer SVP als Ersatz für Inauen präsentiert worden, stellte sich aber eigentlich erst für den zweiten Wahlgang vom 15. März zur Verfügung (unsere Zeitung berichtete).

Alex Frei, Gerichtspräsident (CVP)

Alex Frei, Gerichtspräsident (CVP)

(Bild: PD)

Keinerlei Sorgen musste sich der langjährige Gerichtspräsident Alex Frei machen. Nach 33 Jahren am Bezirksgericht Münchwilen trat der 64-jährige Eschliker CVP-Kantonsrat am Sonntag – als einziger Kandidat – für seine letzte, wohl verkürzte Legislatur an. Freis Kontinuität wurde am Sonntag von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern mit dem Topresultat von 6450 Stimmen belohnt.

Auf Kontinuität am Bezirksgericht setzte der Souverän auch bei den weiteren Richterposten. Zu den vier nebenamtlichen Richtern bestimmten sie mit Sabina Peter Köstli (CVP, 5362 Stimmen) und die einzige Bisherige sowie mit Susanna Koller Brunner (SVP, 3236 Stimmen) eine bisherige Ersatzrichterin. Neu gewählt wurden Andreas Breitenmoser (FDP, 4240 Stimmen) und Stephan Metzger (SVP, 3709 Stimmen). Alfred Grimm (parteilos, 3094 Stimmen), Alexander Sigg (GLP, 2893 Stimmen) und Matthias Kreier (Grüne, 2283 Stimmen) blieben chancenlos.

Auch Ersatzrichter fix im ersten Wahlgang

Für die drei Posten der Ersatzrichter traten zwei Bisherige wieder an. Beide schafften die Wiederwahl problemlos: Simone Ender-Truniger (CVP) mit 5473 Stimmen sowie Simon Wetter (FDP) mit 5351 Stimmen. Neu auf einem Ersatzrichterstuhl Platz nehmen darf zudem die Sirnacher SVP-Gemeinderätin Yvonne Koller-Zumsteg. Sie erzielte 3632 Stimmen und konnte damit den weiteren Neuen, Simon Frey (EVP, 3391 Stimmen), klar distanzieren.

Somit schafften alle Kandidierenden die Wahl bereits im ersten Wahlgang. Im zweiten Wahlgang geht es folglich nur noch um die Besetzung von Cornel Inauens Sitz. Aller Voraussicht nach dürfte Stefan Miori hiefür der einzige Kandidat bleiben.

Der zweite Wahlgang für das Bezirksgericht Münchwilen findet am 15. März statt.

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