Bezirksgericht Münchwilen
Der erwartete Rücktritt: Gerichtspräsident Alex Frei geht 2022 in Pension

Das Rentenalter hat er bereits im vergangenen Frühling erreicht, nun gibt Alex Frei, Präsident des Bezirksgerichts Münchwilen, seinen Rücktritt per Ende April 2022 bekannt.

Olaf Kühne
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Gerichtspräsident Alex Frei posiert auf der Treppe des Bezirksgerichts Münchwilen.

Gerichtspräsident Alex Frei posiert auf der Treppe des Bezirksgerichts Münchwilen.

Bild: Benjamin Manser

Er ist die Institution in der Institution: Alex Frei. Seit dem 1. März 1987 ist der Eschliker Präsident des Bezirksgerichts Münchwilen – und damit schon fast selbstredend mit Abstand der dienstälteste Gerichtspräsident im Thurgau.

Nun aber teilt er mit einem Schreiben an Obergericht, Justizdepartement, Staatskanzlei und seine Partei, die CVP Bezirk Münchwilen, seinen Rücktritt per Ende April 2022 mit.

Später, als einst gedacht

Überraschend kommt dieser Rücktritt nicht. Im Gegenteil. Hat doch Alex Frei bereits im vergangenen Frühling das reguläre Pensionsalter erreicht. Einst hatte er seinen Abgang vom Gericht auch ungefähr auf diesen Zeitpunkt angedacht. Doch dann machte ihm sein langjähriger Mitarbeiter einen Strich durch die Rechnung. Im Januar 2020 wählte der Thurgauer Grosse Rat den Hinterthurgauer Berufsrichter und damaligen SVP-Kantonsrat Cornel Inauen zum Oberrichter.

Für ihn ist zwar längst Stefan Miori (SVP) nachgerückt. Indes war es Alex Frei ein Anliegen, am Bezirksgericht eine möglichst grosse Kontinuität zu gewährleisten. «Ich kann mir gut vorstellen, dafür auch noch über das Pensionsalter hinaus zu arbeiten», sagte Frei im Januar 2020 im Gespräch mit unserer Zeitung. «Aber sicher nicht lange.»

Mindestens zwei Ersatzwahlen stehen noch an

Nun hat er also Wort gehalten. Und dem Bezirksgericht Münchwilen respektive den Hinterthurgauer Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern stehen gleich zwei Ersatzwahlen ins Haus. Oder auch drei.

Eine davon ist allerdings nicht Alex Freis Rücktritt geschuldet, sondern der Wahl von Bezirksrichterin Sabina Peter Köstli zur Hüttwiler Gemeindepräsidentin, was den Wegzug der Ettenhauserin aus dem Bezirk zur Folge hat. Die Mitte-Kantonsrätin hat folglich ihr Richteramt per Ende September abgegeben. In einer Ersatzwahl hat der Souverän just am vergangenen Sonntag die bisherige Ersatzrichterin Simone Ender-Truniger (Die Mitte) zu Sabina Peter Köstlis Nachfolgerin gekürt.

Dadurch steht nun eine Ersatzwahl für das Amt des Ersatzrichters an. Ein Termin hierfür steht noch nicht fest. Die Hinterthurgauer Mitte-Partei hat aber bereits die Eschliker Vizegemeindepräsidentin Isabelle Denzler als Kandidatin nominiert.

Die darauffolgende Ersatzwahl betrifft dann das Gerichtspräsidium. Wird eine externe Person auf diesen Posten gewählt, war's das vorerst mit Hinterthurgauer Gerichtswahlen. Tritt jedoch einer der beiden bisherigen Berufsrichter an – Nina Schüler-Widmer (FDP) oder Stefan Miori (SVP) –und wird auch gewählt, wird Ersatzwahl Nummer drei fällig. So oder so wird das Bezirksgericht Münchwilen die Hinterthurgauer Wählerinnen und Wähler noch ein Weilchen auf Trab halten.

Bei ihnen bedankt sich übrigens Alex Frei in seinem Rücktrittsschreiben genau so wie bei seinen Richterkollegen und Mitarbeitern, bei seiner Partei – und schliesslich auch bei seiner Frau und seiner Familie: «Sie haben mir immer den nötigen Rückhalt für die nicht immer ganz einfache Tätigkeit gegeben.»

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