Stefan Miori komplettiert das Bezirksgericht Münchwilen im zweiten Wahlgang

Als einziger Bezirk im Thurgau hatte der Hinterthurgau am Sonntag einen Berufsrichter zu wählen. Einziger Kandidat in diesem zweiten Wahlgang war Stefan Miori (SVP). 

Olaf Kühne
Drucken
Teilen
Stefan Miori ist der neue Berufsrichter am Münchwiler Bezirksgericht. Er ersetzt den zuvor ans Obergericht gewählten Cornel Inauen.

Stefan Miori ist der neue Berufsrichter am Münchwiler Bezirksgericht. Er ersetzt den zuvor ans Obergericht gewählten Cornel Inauen.

(Bild: Andrea Stalder)

Nebst den Regierungs- und Kantonsratswahlen stand am Wahlsonntag im Hinterthurgau auch der zweite Wahlgang ans Bezirksgericht Münchwilen an.

Erwartungsgemäss machte dabei Stefan Miori (SVP) das Rennen, war er doch der einzige Kandidat. Miori erzielte 2113 von 3619 gültigen Stimmen. Vereinzelte erhielten 1506 Stimmen. Auf allzu grosses Interesse stiess die Richterwahl indes nicht: Die Stimmbeteiligung lag bei lediglich 20,1 Prozent, variierte über den ganzen Bezirk betrachtet indes stark. So beteiligten sich in Rickenbach gerade mal 14,1 Prozent der Stimmberechtigten. Den höchsten Wert erzielte Braunau mit 27,8 Prozent.

Der Noch-Frauenfelder Miori mit Jahrgang 1972 ist gebürtiger Schaffhauser und studierte einst Theologie. Danach folgten ein Rechtsstudium in St.Gallen sowie Anwalts- und Gerichtspraktika in St.Gallen und Arbon. Ins Berufsleben stieg Stefan Miori als Zeitoffizier-Untersuchungsrichter in der Schweizer Armee ein, danach war er Untersuchungsrichter und Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft St.Gallen. Während dieser Zeit absolvierte er auch ein Nachdiplomstudium in Forensik. Derzeit ist Miori als gewähltes Behördenmitglied bei der Kesb Toggenburg tätig. Den Wechsel vor zwei Jahren weg von der Staatsanwaltschaft begründete Stefan Miori im Februar im Gespräch mit unserer Zeitung: «Es war Zeit für einen Tapetenwechsel und ich hatte Lust auf etwas komplett Neues, auf neue menschliche Fragestellungen.»

Aus einer speziellen Situation heraus

Der gestrige zweite Wahlgang für die Besetzung des Bezirksgerichts Münchwilen war aus einer speziellen Situation heraus entstanden: Der langjährige Münchwiler Berufsrichter Cornel Inauen (SVP) wurde im Januar durch den Thurgauer Grossen Rat ans Obergericht gewählt. Bis im Vorfeld jedoch feststand, dass er hierfür der einzige Kandidat sein wird, war die Meldefrist für Kandidaturen ans Bezirksgericht längst abgelaufen. Folglich stand Inauen für den ersten Wahlgang noch auf der Kandidatenliste, wurde entsprechend gewählt und erklärte, wie angekündigt, umgehend Nichtannahme der Wahl. Kurz zuvor hatte die SVP des Bezirks Münchwilen mit Stefan Miori bereits ihren Ersatzkandidaten für den zweiten Wahlgang präsentiert.