Beste Konfitüre im Thurgau besteht aus Johannisbeeren und Vanille

Am Herbst- und Erntefest in der Frauenfelder Altstadt gab es neben Spiel, Spass und zahlreichen Ständen auch die zehn besten Thurgauer Gonfis zu degustieren. Nach dem Publikumsvoting hiess die Gewinnerin Miriam Schoch aus Frauenfeld.

Viola Stäheli
Drucken
Teilen
Gourmetkoch Christian Kindl und Priska Held von Agro Marketing Thurgau gratulieren Miriam Schoch zum Sieg beim Wettbewerb um die beste Thurgauer Konfitüre.Bild: Reto Martin

Gourmetkoch Christian Kindl und Priska Held von Agro Marketing Thurgau gratulieren Miriam Schoch zum Sieg beim Wettbewerb um die beste Thurgauer Konfitüre.Bild: Reto Martin

Die Tellerchen mit den Nummern liegen bereit: Insgesamt zehn Kreise sind eingezeichnet, auf die ein Klecks Konfitüre kommt. Orange, weisslich, dunkelrot – die Farben auf dem Teller sind zahlreich. Priska Held erklärt:

«Hier läuft ein Konfitüre-Wettbewerb. Wir wollen wissen, wer dieses Jahr die beste Thurgauer Konfitüre gemacht hat.»

Sie ist die Projektleiterin von Agro Marketing Thurgau und Mitveranstalterin des Herbst- und Erntefestes in Frauenfeld, welches vergangenes Wochenende in der Altstadt Frauenfelder stattfand.

Zum vierten Mal wurde das Fest durchgeführt, welches aus einer Zusammenarbeit der Stadt Frauenfeld und Agro Marketing Thurgau entstanden ist. «Das Ziel ist, den Besuchern zu zeigen, was bei uns im Thurgau alles gedeiht und wie die Ernte weiterverarbeitet werden kann», sagt Held.

Birnenbrot mit Aroniasaft, Käseküchlein, Kürbisse

Alle Marktstände bieten nur regionale Produkte an: Orange Kürbisse ziehen den Blick auf sich, Birnenbrot und Aroniasaft laden zum Probieren ein und Käseküchlein duften verlockend. Der Frauenfelder Gabriel Herzog sagt: 

«Verhungern muss man hier am Ernte- und Herbstfest nicht.»

Er hat sich mit Freunden an den langen Tisch gesetzt – der steht in ein rot-weiss kariertes Tischtuch gehüllt zwischen den Marktständen. «Das Essen ist wirklich fein», pflichtet auch Katja Müller bei. Und nicht nur das Essen lädt zum Verweilen ein: Es gibt auch Armbrustschiessen und Kinderschminken.

Der eigentliche Höhepunkt ist aber der Konfitüre-Wettbewerb, den es seit der ersten Veranstaltung des Herbst- und Erntefestes in Frauenfeld gibt: 31 Konfitüren wurden eingereicht, von denen eine siebenköpfige Jury anfangs der Woche die zehn Besten ausgewählt hat. «Alle Hersteller der zehn Konfitüren erhalten einen Preis. Der Hauptpreis ist ein Grillkurs für zwei Personen», sagt Held.

Und über diesen Preis kann sich Miriam Schoch freuen. Sie hat sich mit ihrer Konfitüre aus schwarzen Johannisbeeren mit Vanille den ersten Platz gesichert. Ihre Konfitüre hat sich gegen die zweitplatzierte Erdbeer-Holunderblütenkonfi und drittplatzierte Aprikosenkonfi durchgesetzt.

Probieren geht über Studieren

«Ich bin kein Grillspezialist und freue mich deshalb riesig über den Kurs, weil ich gerne Neues ausprobiere», sagt Schoch. Und beim Probieren ist die Frauenfelderin erfolgreich: Auch ihre Siegerkonfitüre ist durch Probieren entstanden. «Meine Mutter hatte im Garten viele schwarze Johannisbeeren, die sie mir mitgab. Deshalb habe ich versucht, daraus eine leckere Konfitüre zu machen», sagt sie.

Es habe zwei Versuche gebraucht, bis sie sich entschied, statt einer Konfitüre einen Gelee ohne Kerne zu machen und Vanille hinzuzufügen. Die 50-Jährige sagt:

«Die Konfitüre ist wirklich lecker geworden und auch die Konsistenz perfekt – nicht zu fest und nicht zu flüssig.»

«Das Herbst- und Erntefest war immer gut besucht», resümiert Held zufrieden. Zu den Besuchern gehörte auch Susanne Nadler aus Matzingen. «Das Fest ist auf jeden Fall eine Bereicherung. Aber ich würde mir etwas Neues wünschen», sagt sie. Und dieser Wunsch geht nächstes Jahr in Erfüllung. Es sei etwas Neues geplant, sagt Priska Held. Aber zu viel wolle sie noch nicht verraten.

Rezept: Schwarze Johannisbeere mit Vanille

Ein Kilogramm schwarze Johannisbeeren waschen und mit einem Deziliter Wasser aufkochen. Die Mischung durch ein Geleesieb giessen und über Nacht abtropfen lassen. Den so gewonnenen Fruchtsaft in ein Litermass giessen und mit der gleichen Menge an Gelierzucker in eine Pfanne geben (beispielsweise sieben Deziliter Fruchtsaft erfordern 700 Gramm Gelierzucker). Zwei Vanilleschote auskratzen und die Mischung zirka für fünf Minuten aufkochen. Dann eine Löffelprobe durchführen: Einen Teelöffel Gelee auf einen kalten Teller geben. Wird der Gelee innerhalb einer Minute fest, ist er fertig. Den Gelee in heiss ausgewaschene Gläser füllen, den Deckel zuschrauben und zirka zehn Minuten auf den Kopf stellen. Dann ist der Gelee fertig und für mindestens ein Jahr haltbar. (vst)

WETTBEWERB: Mit dem Erdbeertraum zum Sieg

Die beste Thurgauer Konfitüre kommt aus Kesswil. Margrit Vogel hat den Duft des Sommers mit dem intensiven Geschmack reifer Erdbeeren im Glas konserviert.
Christine Luley