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Frauenfelder Bundesfeier im Zeichen des Feuers

An Feuer fehlte es an der 1.-August-Feier der Stadt nicht. Dafür sorge die Gemeinderatspräsidentin mit ihrer Rede. Das absolute Feuer- und Feuerwerksverbot machte erfinderisch – zur Freude der Kinder
Christine Luley
Elia Bottazzi, Alina Rietmann und Ettore Bottazzi an der Frauenfelder Bundesfeier. Die beiden Jungs sind mit ihrer Mutter aus dem italienischen Como angereist. (Bild: Andrea Stalder)

Elia Bottazzi, Alina Rietmann und Ettore Bottazzi an der Frauenfelder Bundesfeier. Die beiden Jungs sind mit ihrer Mutter aus dem italienischen Como angereist. (Bild: Andrea Stalder)

Nicht nur Fussballspieler tun sich mit dem Singen der Landeshymne schwer. Trotz der abgegebenen Blätter und der musikalischen Begleitung des Duo «The Coconuts» ist der Fluss etwas schleppend. «Wollt ihr die dritte Strophe auch noch», fragt der Bandleader. «Jawoll», befindet Stadtpräsident Anders Stokholm und singt schwungvoll: «Fährst im wilden Sturm daher…»

Gemeinderatspräsidentin Barbara Dätwyler

Gemeinderatspräsidentin Barbara Dätwyler

Kraftvoll geht es weiter. Gemeinderatspräsidentin Barbara Dätwyler Weber nimmt die Gäste mit auf einen spannenden Exkurs in die Geschichte der Schweizer Fahne. «Mein Mann meinte, ich müsse ob des allgemein gültigen Feuerverbotes eine feurige Rede halten, damit die Gefühle zum 1. August doch noch zum Tragen kommen», verrät die Gemeinderatspräsidentin. «Kennen Sie Pantone 485», will sie wissen und verrät, dass das weisse Schweizerkreuz in Fahne und Wappen vor diesem Rotton erstrahlt. Er ist im Bundesgesetz über den Schutz des Schweizerwappens und anderer öffentlicher Zeichen genau definiert.

Abgrenzung zum Andreaskreuz

Die höchste Frauenfelderin erzählt, wie sich das weisse Kreuz zwischen 1450 und 1520 zum nationalen Erkennungszeichen der Eidgenossen, besonders in Abgrenzung zum burgundischen Andreaskreuz der deutschen Landsknechte entwickelte. «Schon damals gab es eine klare Abgrenzung zum grossen Nachbarn, hätte Frau Weidel sich also besser erst mal auf Wikipedia erkundigt, bevor sie sich aus den Ferien gemeldet hat», sagt Barbara Dätwyler Weber und fügt ein «item» hinzu. Sie bezieht sich dabei auf den Tweet der Afd-Politikerin «Ist der Weg auch noch so steinig, werden wir diesen zusammen meistern. Holen wir uns unser Land zurück!» Wobei die Dame gemäss Satellitenbild am Gotthard unterwegs gewesen sein dürfte.

«Keine kürzere, aber eine andere Feier», hattet Heinz Egli, der Leiter Stadtentwicklung und Standortförderung in seiner Begrüssung versprochen. Durch die anhaltende Trockenheit herrscht absolutes Feuerverbot und ein Lampionumzug mit normalen Kerzen ist unmöglich. Die Stadt hatte zwar versucht, LED Lichter zu organisieren, aber die waren alle ausverkauft.

Grossvater hat LED eingebaut

«Hat jemand welche mit LED dabei»? Alina Rietmann und ein paar andere Kinder strecken ihre Hände hoch. «Der Umzug in Begleitung der Frau Gemeinderatspräsidentin findet statt», verspricht Egli. Auf die begleitenden Kinder mit und ohne Lampions wartet anschliessend eine Glacé. Darüber freuen sich auch Elia und Ettore Botozzi aus Como. Ihre Mutter Silvana ist in Frauenfeld aufgewachsen und will ihnen ein Stück Schweizer Brauchtum zeigen. Not macht erfinderisch. Nonno Davide hat für seine Enkel kleine LED Weihnachtskerzen in die Lampions eingebaut.

Der Komiker Markus Jäckli macht sich in «Fetzli gleit» Gedanken über Besucher des Openairs und ihren Umgang mit dem Abfall. «Schon traurig, was sie als Kinder gelernt haben, ist vergessen». Auch ohne Raketen und Funken ist Gross und Klein zufrieden. Die Kinder toben sich auf der Hüpfburg aus. Lassen sich am Kinderschminkstand von Daniela Meier Motive auf die Haut malen.

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