Berlinger Narren ziehen als Esel durchs Dorf

Höchst witzig und kunterbunt begeisterten die Eselinger mit ihrem Fasnachtsumzug. Selbst die Sonne zeigte exakt für die Umzugszeit ihr Strahlen.

Margrith Pfister-Kübler
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Der Fasnachtswagen zum Thema Windenergie zieht durch die Seestrasse. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Der Fasnachtswagen zum Thema Windenergie zieht durch die Seestrasse. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Sonntag 14.01 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt versammelte sich alles Närrische vor dem Schulhaus, was im grossen Umzug durchs Dorf bis zur Stedi mitwirken wollte. Unzählige kleine und grosse Eselinger Narren, die dem Publikum schlackenloses Vergnügen bereiteten. Wer es bisher nicht wusste: Eselingen ist der Über- respektive Kosename von Berlingen.

Selbst Petrus war begeistert und schenkte Berlingen genau für die Umzugszeit prächtigen Sonnenschein und fliegende Wolken. Vor und nach dem Umzug testeten Regen und Wind die Wetterfestigkeit der Leute.

Die jüngsten ziehen als Fische durchs Dorf.

Die jüngsten ziehen als Fische durchs Dorf.

Dem «ez spinnez»-Motivwagen zum Thema Windenergie auf dem Seerücken fetzten die Böen einige Windräder weg. Himmlische Wetter-Demo. Doch die wackeren Windradgegner reparierten die Schäden blitzschnell und zeigten die Tafel mit «au z Wyfelde hine windets».

Raunzereien mit charmanter Durchschlagskraft

Angeführt wurde der Umzug von der Musikgesellschaft Berlingen, alle kunterbunt verkleidet und wunderbar musizierend, mal fetzige Melodien, mal schmalzige Ohrwürmer. Die 10-jährige Ines jubelt: «Es ist lustig.» Und dem 12-jährigen Kaspar gefällt die Fasnacht, weil er sich mit vielen Freunden treffen kann. Die Leute vom «Kultursündikat» fielen durch Originalität auf. Gemeinderat Christof Rothenberger sagte:

«Der Umzug ist vor allem ein schönes Fest für die Kinder und Familien. Beim Maskenball im Eselstall liessen es die Jugendlichen mit Tanz und Trubel fetzen.»

Die Mitwirkenden am Umzug waren alle so gut drauf, dass ihre Raunzereien mit charmanter Durchschlagskraft rundum für gute Laune und Applaus sorgten.

Die Muki-Turngruppe mit all den kleinen Fischen lösten Ohh-wie-schön-Rufe aus. Hingucker waren auch die Fischer, Nixen, Frösche, Kapitäne, Zwerge, Feen, Clowns bis zu vielen Fantasiewesen. Andere liessen es sich im Konfettiregen gut gehen. Die Umzugsroute führte durchs Dorf bis zum Stediplatz, wo im «Eselinger Narrenblatt» die etwas verqueren News vom Dorfgeschehen aufgeschrieben stehen: «Nix als nackte Tatsachen», das versteht sich von selbst.

Andere lassen sich im Konfetti-Regen chauffieren.

Andere lassen sich im Konfetti-Regen chauffieren.

Und nach dem Umzug, gestärkt mit Würsten von der Metzgerei Albrecht, ging es weiter mit dem Kindermaskenball im Foyer der Unterseehalle und der Tanzserenade mit der Musikgesellschaft im Ferienhotel Bodensee. Bereits am Samstag war der Stedi-Platz ein närrischer Treffpunkt, allerdings bei Grüselwetter. Die Leute vom «Kultursündikat» stellten den Narrenbaum auf, während die Dixie-Crash-Band Heugümpers und Velopümpers die Szenen musikalisch in Schwung hielten.

Schnitzelbanktour der Eselinger Töchter

Auf keinen Fall verpassen sollte man heute am Fasnachtsmontag die Auftritte der Eselinger Töchter. Die Schnitzelbänklerinnen geben sich in den Berlinger Beizen die Ehre. Sie ziehen von Beiz zu Beiz und durchpulsen mitreissend humorvoll Hintergründe und Abgründe des Lebens. Sie machen wie folgt Station: 16 Uhr, im Café Wahrenberger; 20 Uhr im Ferienhotel Bodensee, 21 Uhr im Restaurant Schiff; 22 Uhr im Restaurant Hirschen. (kü)