Benefiz
Eine Stadt aus Hunderten von Knöpfen: Das Tageszentrum Tapetenwechsel aus Frauenfeld versteigert ein Kunstwerk

Das fast zweieinhalb Quadratmeter grosse Textilkunstwerk hängt im Eingangsbereich der Thurgauer Kantonalbank in Frauenfeld, wo es besichtigt werden kann. Gebote sind bis Ende November möglich. Der Erlös geht an das Kunstatelier des Tageszentrums.

Mathias Frei
Merken
Drucken
Teilen
Barbara Sterkman, Geschäftsleiterin Tageszentrum Tapetenwechsel, mit Heinz Uhlmann, TKB-Standortleiter Frauenfeld, vor dem Knopfbild.

Barbara Sterkman, Geschäftsleiterin Tageszentrum Tapetenwechsel, mit Heinz Uhlmann, TKB-Standortleiter Frauenfeld, vor dem Knopfbild.

Bild: Mathias Frei

Knöpfe sind oft das Einzige, was von einem Kleidungsstück übrig bleibt. Und dann näht man sie einfach irgendwo anders wieder an. So erleben sie ganz viel, könnten wohl viele Geschichten erzählen und wecken dadurch auch Erinnerungen. Barbara Sterkman nennt eine riesige Knopfsammlung ihr Eigen. Mit einigen hundert dieser Knöpfe ist in den vergangenen zwei Jahren im Kunstatelier des Tageszentrums Tapetenwechsel ein Knopfbild entstanden. Dieses wird nun versteigert. Bis Ende November sind Gebote möglich. Das Textilkunstwerk kann bis dahin während der Öffnungszeiten in der TKB-Filiale an der Rheinstrasse besichtigt werden.

Begleitete Tagesstruktur für Erwachsene

Das Tageszentrum Tapetenwechsel ist seit Juli 2017 am Schwalbenweg 1 in Frauenfeld in Betrieb. Es bietet werktags von 7.30 bis 17.30 Uhr erwachsenen Menschen begleitete Tagesstruktur sowie pflegenden und betreuenden Angehörigen Entlastung. Dies geschieht über Aktivierung sowie mittels verschiedener Pflege- und Therapieformen. Der «Tapetenwechsel» verfügt über eine Betriebsbewilligung des kantonalen Gesundheitsamtes und wird von einem Trägerverein betrieben. (ma) 

www.tapetenwechsel-frauenfeld.ch

Sterkman ist Geschäftsleiterin des Tageszentrums Tapetenwechsel, das Menschen, vor allem im dritten Lebensabschnitt, eine begleitete Tagesstruktur bietet. Sie hatte die Idee für das Knopfbild, das den Titel «Urban Landscape» trägt.

«Aus wie vielen Knöpfen das Bild besteht, weiss ich nicht, aber sicherlich aus mehreren hundert Stück.»

Das sagt die diplomierte Kunsttherapeutin. Sicher ist, dass das Bild 1,45 auf 1,55 Meter gross ist und dass Knöpfe in allen Farben, Formen und Grössen vernäht worden sind. Rund zwei Dutzend Gäste des Tageszentrums waren daran beteiligt. Der Weg war gewissermassen das Ziel bei diesem Kunstwerk. Sterkman spricht vom Prozess des Überlegens, Erinnerns, Auswählens und Platzierens. Und schliesslich wurden die Knöpfe mit Nadel und Faden vernäht. Alle Beteiligten seien gleichermassen in die Gestaltung involviert gewesen. An dieser Beschäftigung mit dem öffentlichen Raum war nebst Sterkman auch Kunsttherapeutin Silvia Schönenberger beteiligt.

Wunsch: Kunstwerk soll an öffentlich zugänglichem Ort hängen

Ein Mindestgebot für das Textilkunstwerk gibt es nicht. «Uns geht es nicht primär ums Geld», sagt Sterkman. Aber je höher die Gebote, desto grösser ist der Erlös für das Kunstatelier im «Tapetenwechsel». Sterkman würde sich einfach freuen, wenn das Knopfbild zukünftig an einem passenden Ort hängt, «warum nicht weiterhin in einem Gebäude, das öffentlich zugänglich ist». Heinz Uhlmann, TKB-Standortleiter Frauenfeld, freut sich, dem Kunstwerk Gastrecht bieten zu dürfen.

«Das Tageszentrum Tapetenwechsel ist eine überaus wertvolle Institution, die sinnvolle Arbeit leistet. Das passt auch zum 150-Jahr-Jubiläum der TKB.»