Sirnacher Gemeinderat stellt sich hinter Wasserkraftwerke

Die Konzessionen für die beiden Wasserkraftwerke in Sirnach laufen in rund zehn Jahren ab. Der Gemeinderat hat sich klar für eine Erneuerung ausgesprochen.

Roman Scherrer
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Eines der beiden Sirnacher Wasserkraftwerke befindet sich am nördlichen Ende des EW-Weihers. (Bild: Roman Scherrer)

Eines der beiden Sirnacher Wasserkraftwerke befindet sich am nördlichen Ende des EW-Weihers. (Bild: Roman Scherrer)

Für Passanten sind sie nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich. Die beiden Sirnacher Wasserkraftwerke produzieren aber fast permanent Strom. Das Kleinkraftwerk MF Sirnach befindet sich im TWS-Gewerbezentrum an der Fischingerstrasse und wird durch Wasser aus dem Kanal südlich der Bahnlinie angetrieben. Das zweite, das Wasserkraftwerk Murg, am nördlichen Ende des EW-Weihers. «Sie sind schon relativ alt und stammen noch aus der Zeit der hiesigen Textilindustrie», erklärt Sirnachs Gemeindepräsident Kurt Baumann.

In gut zehn Jahren, Ende 2030, laufen die Konzessionen für die Kleinkraftwerke aus. «Nach dem Ablauf kommt es zum sogenannten Heimfall», sagt Baumann. Will heissen, dass beim Konzessionsende ein Kraftwerk automatisch vom Betreiber an den Staat als Konzessionsgeber – in diesem Fall an den Kanton Thurgau – übergeht. «Die beiden Betreiber, das EW Sirnach und die MF Unternehmens AG, sind aber daran interessiert, die Konzession wieder zu erhalten», sagt Kurt Baumann. Deshalb haben sie dem Kanton ein Gesuch auf Erneuerung der Konzession gestellt. Der Kanton hat sich deshalb bei der Gemeinde Sirnach erkundigt, ob es Gründe gibt, die gegen eine Konzessionserneuerung sprechen.

«Wir sind ganz klar der Meinung, dass die Wasserkraft als erneuerbare Energie eine gute Sache ist», sagt Baumann. So habe sich der Gemeinderat für die Erneuerung ausgesprochen. Zudem gehörten das ganze Kanal- und Weihersystem zum Sirnacher Dorfbild. «Wir sehen also gar nichts, das gegen ein erneutes Erteilen der Konzession spricht.»

Darum hoffe man, dass die Genehmigung auch erteilt werde. Ganz selbstverständlich sei das nämlich nicht, sagt Kurt Baumann. «Heutzutage gibt es für die Erneuerung einer solchen Konzession nämlich ganz andere Auflagen als noch vor 80 Jahren, etwa was Fischtreppen oder Restwassermengen betrifft.» Schliesslich müssen aber der Kanton Thurgau und die Konzessionsnehmer in ihren Verhandlungen festlegen, was es braucht, damit die Anlagen einige weitere Jahrzehnte lang betrieben werden können.

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