Beim Schulhaus Lanzenneunforn hat es rund ein Hektare Bauland – dort soll nun ein neues Quartier entstehen

Ein Erbengemeinschaft und ein Investor planen am östlichen Dorfeingang eine Überbauung mit rund 45 Wohnungen. Die öffentliche Mitwirkung zum Gestaltungsplan in Lanzenneunforn dauert noch bis zum 31. März.

Stefan Hilzinger
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Auf dieser Wiese zwischen Hauptstrasse und Schulanlage Lanzenneunforn entsteht ein neues Quartier.

Auf dieser Wiese zwischen Hauptstrasse und Schulanlage Lanzenneunforn entsteht ein neues Quartier.

(Bild. Donato Caspari)

Kommt Zeit, kommt Gestaltungsplan. Das gilt auch für das Landstück namens Kelhof am Dorfrand von Lanzenneunforn. Es sind knapp ein Hektar Land, auf der die CMP Market AG aus Niederhelfenschwil und eine Erbengemeinschaft gemeinsam eine Bebauung ins Auge fassen. Aktuell liegt der Gestaltungsplan noch bis zum 31. März zur öffentlichen Mitwirkung auf der Herderner Gemeindeverwaltung in Lanzenneunforn auf.

Mitwirkungsverfahren

Die Gemeinde Herdern hat am 10. März das öffentlichen Mitwirkungsverfahren für den Gestaltungsplan Kelhof in Lanzenneunforn eröffnet. Noch bis zum 31. März können Interessierte den Plan einsehen und schriftliche Eingaben machen. Nach Mitwirkung und allfälligen Retouchen erfolgt dann die eigentliche öffentliche Auflage, bei der Einsprachen möglich sind. Später ist es an Gemeinde und Kanton, den Plan zu bewilligen. 
Die Unterlagen zum Gestaltungsplan Kelhof sind auf der Website der Gemeinde www.herdern.ch aufgeschaltet. (hil)

Ein erster Plan hatte die Gemeinde schon Anfang 2016 beim Kanton zur Vorprüfung eingereicht. «Damals sind wir ziemlich abgewatscht worden», sagt Gemeindepräsident Ulrich Marti. Doch diesmal ist er zuversichtlicher, dass die erste rechtliche Hürde zur Bebauung der Parzellen genommen werden kann.

Zwei von drei Eigentümern machen mit

Nebst dem Investor aus dem St. Gallischen und der örtlichen Erbengemeinschaft, die beide je knapp die Hälfte der 94 Aren im «Kelhof» besitzen, gibt es einen dritten Eigentümer mit wenigen Aren, dessen Parzelle aber nicht Teil des Gestaltungsplans ist. Daher haben die beiden anderen Parteien die anvisierte Bebauung um die kleine Fläche herum geplant.

Das bereits bestehende architektonische Vorprojekt sieht im Endausbau acht Mehrfamilienhäuser mit um die 45 Wohnungen vor.
Die vier Baukörper im Osten des Areals sind in Flachdachbauweise, zweigeschossig plus Attika-Etage geplant, die vier Baukörper näher am Dorfzentrum sind in ortsüblicher Schrägdachbauweise geplant. Die Liegenschaft Weber soll abgerissen werden. Das ehemalige Postgebäude wird in die neue Überbauung integriert.

Plan der möglichen Bebauung auf dem Areal Kelhof.

Plan der möglichen Bebauung auf dem Areal Kelhof.

(Bild: PD)

Die Erschliessung der Neubauten geschieht gemäss Vorprojekt von der Hauptstrasse her und über eine Tiefgarage. Die Bebauung des Areals soll einerseits einheitlich daherkommen, andererseits aber auch auf das geschützte Lanzenneunforner Dorfbild Rücksicht nehmen «Mit den gestaffelten Gebäudehöhen ist uns dies geglückt», sagt Gemeindepräsident Marti. Im Planungsbericht heisst es dazu:

«Mit dem Gestaltungsplan wird einerseits eine verträgliche Verdichtung im Dorfkern und mit grösster Rücksicht auf die bestehenden Bauten erzielt und andererseits ein weicher Siedlungsrand geschaffen.»


Mit den 44 geplanten Wohnungen wird die Gemeinde Herdern einen doch beträchtlichen Zuwachs an Bevölkerung bekommen. Rechnet man drei bis vier Personen pro Wohnung, kommen zwischen 130 und 170 Neuzuzüger auf das Dorf zu. Das ist mehr als zehn Prozent der aktuellen Bevölkerung in der Gemeinde. Das Areal Kelhof ist die letzte grössere freie Baufläche in Lanzenneunforn. «Ansonsten gibt es nur noch Einzelparzellen», sagt Gemeindepräsident Marti.