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«Beim FC Basel verkaufen wir vom besten Spieler 400 Trikots im Jahr, Real Madrid wöchentlich 35'000»

Der Ex-Präsident des FC Basel, Bernhard Heusler, legte am Early Morning Talk der Thurgauer Kantonalbank in Sirnach dar, dass es vor allem eines intakten Teamgeistes bedarf, um sowohl im Sport als auch im Beruf zu reüssieren.
Christof Lampart
Bernhard Heusler in Sirnach. (Bild: Christof Lampart)

Bernhard Heusler in Sirnach. (Bild: Christof Lampart)

Bernhard Heusler sprach am Dienstagmorgen in der Hawle Armaturen AG vor 300 geladenen Gästen. Obwohl er noch zwei Tipps für die Fussballweltmeisterschaft gab («Deutschland ist Favorit, die Schweiz kann’s ins Viertelfinale schaffen») gab, sprach er eigentlich kaum über die Erfolge der letzten Jahre am Rheinknie, als vielmehr über die Art, wie man eine Fussballmannschaft erfolgreich führt.

Eine gewisse Demut vorleben

Für ihn sei bei der Führung des FCB dreierlei wichtig gewesen: Respekt gegenüber den «Fussball-Menschen», das Erkennen der eigenen Führungsrolle und eine möglichst rationale Führung in einem emotionalen Umfeld. Als er nach dem Rücktritt von Mäzenin Gigi Oeri das Ruder des Vereinsschiffes übernommen habe, sei vieles unsicher gewesen: «Wir machten 2009 einen Verlust von 10 Millionen Franken – bei einem 40-Millionen-Budget, hatten kein «Business Case» und fanden somit auch keine Geldgeber», erläuterte er die damalige Ausgangslage. Kurz: «Wir mussten es alleine schaffen». Die sei jedoch nur gegangen, weil man den Teamgedanken im ganzen Verein (vor)gelebt habe. «Jeder beim FCB musste für sich zuerst die Frage ‹Warum bin ich da?› beantworten und dann das Wort ‹ich ›aus seinem Wortschatz streichen, denn wir brauchten keine neurotische Alleinunterhaltung an der Spitze», so Heusler. Für den Vorstand sei es darum gegangen, eine gewisse Demut vorzuleben. «Ich bin da, damit das Team erfolgreich ist. Die Mannschaft kann aber nur erfolgreich sein, wenn wir ein perfektes Umfeld bieten.»

Ans Siegen gewöhnt

Dass er mittlerweile aus dem Vorstand des FCB ganz gezielt zurückgetreten ist, sei gut, wollte er doch nie jener sein, der die erfolgreiche Zukunft des FCB gefährdete, bekannte Heusler. Denn im Umfeld des Serienmeister hatte sich Gewöhnung breit gemacht. Die Meisterschaft sei praktisch fix budgetiert, der Cupsieg zumindest eingeplant gewesen. Und als FCB habe man nun einmal nicht die geringste Chance, die Euroleague oder gar die Champions League zu gewinnen.

Welche Welten zwischen dem FCB und Real Madrid klafften, sehe man schon am Trikotverkauf. «Wir verkaufen von unserem besten Spieler 400 Trikots im Jahr, Real Madrid 35'000 – und zwar wöchentlich. Er habe deshalb durch seine Demission bewusst einen neuen Reiz gesetzt, denn «Stillstand ist im Spitzensport Rückschritt, Veränderungen sind nötig», so Heusler. Wie stark sich alles eingeschliffen hatte, erkannte Heusler, als ihm Basels Regierung ohne Ironie erklärte, die jährliche Meisterschaftsfeier sei ja nun praktisch ein fixer Termin im Kalender, womit es auch Sache des FCB sei, die Kosten für die öffentliche Feier in Zukunft zu übernehmen.

Heute vermisse er das operative Geschäft beim FCB nicht, wohl aber die Zusammenarbeit mit den Menschen. Gerade die Emotionen seien in einem Fussballclub enorm. «Wir haben nicht jedes Jahr eine GV, sondern wöchentlich. Und je nachdem, ob der FCB gewinnt oder verliert, ist die Stimmung uns gegenüber ganz verschieden. Damit muss man erst einmal klarkommen», so Heusler, der schnell begriffen hatte, dass «im Eintrittspreis die totale, freie Meinungsäusserung inbegriffen ist».

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