Regierungsrat äussert sich zur Swisscom-Panne von Anfang Jahr: Im Thurgau gingen keine Notrufe verloren

Im Januar und Februar gab es mehrere grossflächige Störungen im Swisscom-Netz. Dies hatte zur Folge, dass auch Notfallnummern ausgefallen sind. Jetzt ist die Antwort des Regierungsrats auf Fragen von Kantonsräten da. 

Larissa Flammer
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Die Notrufzentrale einer Kantonspolizei.

Die Notrufzentrale einer Kantonspolizei. 

Bild: Alex Spichale

Die Notruftelefonie der Kantonalen Notrufzentrale (KNZ) der Kantonspolizei Thurgau wurde in den Jahren 2018 und 2019 auf die neue All-IP-Technologie umgestellt. Dies war nötig, weil die Swisscom die alte Technologie aufgekündigt hat. Bei der neuen Technologie sichern mehrere Rückfallebenen die Notruftelefonie ab, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort auf die Einfache Anfrage der SVP-Kantonsräte Pascal Schmid (Weinfelden) und Thomas Thalmann (Güttingen). Bei einer Störung werden die Notrufe automatisch auf eine Rückfallebene weitergeleitet.

Nach den Erkenntnissen der Kantonspolizei gingen bei den in der Einfachen Anfrage erwähnten Netzausfällen der Swisscom im Kanton Thurgau keine Notrufe verloren. Die KNZ war grundsätzlich über sämtliche Notrufnummern erreichbar. Die Mitarbeiter der KNZ haben Testanrufe durchgeführt. Diese waren stets erfolgreich. Bei den thematisierten Ausfällen griff jeweils die Rückfallebene.

Polizei prüft bessere Erreichbarkeit der Zentrale

Zwischen der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten und der Geschäftsleitung der Swisscom fand zwischenzeitlich eine erste Sitzung zu den IT-Ausfällen statt. Die Swisscom hat gemäss Auskunft des Regierungsrats zudem bereits mehrere Massnahmen abgeschlossen oder geplant.

Die Thurgauer Regierung schreibt in ihrer Antwort auch:

«Im Moment stehen der Bevölkerung keine echten Alternativen zum Swisscom-Netz zur Verfügung.»

Eine alternative Möglichkeit für die Alarmierung der Blaulichtorganisationen durch die Bevölkerung bestehe zum einen mit den lokalen Polizeiposten. Die Kantonspolizei prüft nun Massnahmen, um bei Netzausfällen die Erreichbarkeit der KNZ zu verbessern, wenn die Posten nicht besetzt sind.

Die Blaulichtorganisationen können über die App «Alertswiss» Informationen verbreiten. Allerdings sind sie auch hier auf gewisse Internetdienste der Swisscom angewiesen. Eine zusätzliche Möglichkeit steht der Schweiz und auch dem Kanton Thurgau mit dem System «Polyalert» (System für die Alarmierung und Ereigniskommunikation an die Bevölkerung) zur Verfügung. Dies bedeutet, dass allenfalls in Verbindung mit einem Sirenenalarm sogenannte «Icaro-Meldungen» über die Radio-Kanäle von SRF an die Bevölkerung verbreitet werden können.

Der Regierungsrat schreibt, dass die Bevölkerung im Notfall auch ohne vorgängige Anmeldung direkt die Notfallstationen der Kantonsspitäler aufsuchen kann.

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