Kolumne
Bei den Thurgauer Wahlen kämpft Fieber gegen Faulheit

Die Wahlbeteiligung bei den Grossratswahlen 2016 war enttäuschend. Dieses Jahr sind zwei Sachen anders: Es hat mehr Kandidaten und es gibt einen Superwahltag. Wird man das spüren?

Larissa Flammer
Drucken
Teilen
Larissa Flammer.

Larissa Flammer.

(Bild: Reto Martin)

Im Thurgau ist das Fieber ausgebrochen. Nicht wegen der Grippewelle, die alljährlich Arztpraxen und Zeitungsseiten füllt. Nein, das politische Fieber, das Wahlkampf-Fieber. Auch Ueli Fisch ist doch noch nicht immun dagegen. Es hat ihn wieder erwischt, er will es nochmals wissen. Plötzlich wird es doch noch spannend im Regierungsratswahlkampf.

Auch für den Grossen Rat war das Wählen schon einfacher. Fast 1000 Kandidaten stellen sich im Thurgau zur Verfügung. Da die Übersicht über alle Listen und Listenverbindungen und Unterlistenverbindungen zu behalten, ist schwierig. Über jeden Kandidaten genug zu wissen, um entscheiden zu können, ob er mich im Kantonsparlament am besten vertreten würde, ist praktisch unmöglich.

Der Blick über die Kantonsgrenze zeigt, dass das Fieber auch die Nachbarn befallen hat. Über 1000 St.Gallerinnen und St.Galler wollen in den Kantonsrat. Dort fällt die Auswahl noch schwieriger, weil zehn Sitze weniger zu verteilen sind. Die immerhin fast doppelt so grosse St.Galler Bevölkerung wird von 120 Kantonsräten vertreten. Im Thurgau sind es deren 130.

Wo das Wahlfieber bei der Bevölkerung stärker grassiert, wird erst die Anzahl Urnengänger zeigen. Im Thurgau wurde 2016 der Grosse Rat noch an einem anderen Tag als der Regierungsrat gewählt. Enttäuschende 30,4 Prozent Wahlbeteiligung waren die Folge. Aus diesem Grund wurde für dieses Jahr der sogenannte Superwahltag lanciert, wie ihn der Kanton St.Gallen schon kennt. Dort hatten die Regierungsratswahlen vor vier Jahren 52 Prozent der Wähler motiviert und die am gleichen Tag durchgeführten Kantonsratswahlen 45,3 Prozent. Die Hoffnung ist also berechtigt, dass die Thurgauer Kandidaten mit ihrem Wahlfieber dieses Jahr auch die Bevölkerung anstecken.