Bei den Frauenfelder Abendmusiken bittet ein Aargauer Trio zum Nachttanz

Das dritte Sommerkonzert hat vergangenen Sonntag das Ensemble Tacchi Alti in der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld bestritten. Das Programm drehte sich um Claude Debussy.

Christof Lampart
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Das Trio Tacchi Alti aus dem Kanton Aargau: Kathrin Bertschi (Harfe), Hannes Bärtschi (Viola) und Barbara Bossert (Flöten).

Das Trio Tacchi Alti aus dem Kanton Aargau: Kathrin Bertschi (Harfe), Hannes Bärtschi (Viola) und Barbara Bossert (Flöten).

Bild: PD

Nachttänzer: Nicht nur der Titel des Konzertes in der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld war ungewöhnlich, sondern auch der musikalische Inhalt. War er doch leicht und tänzerisch zugleich. Das dritte Sommerkonzert der Frauenfelder Abendmusiken, das am Sonntagabend erklang, währte nicht mal eine Stunde.

Und doch ging vom Zusammenspiel des Trios Tacchi Alti aus dem Kanton Aargau ein Zauber aus, der sich schwer in Worte fassen lässt. Denn das, was Barbara Bossert (Flöten), Hannes Bärtschi (Viola) und Kathrin Bertschi (Harfe) darboten, zielte auf unmittelbare Wirkung ab. Nicht die Unterhaltung stand im Fokus, sondern Klangmagie, wie sie aus den Werken von Debussy, Bax, Glass und Diethelm strömte und im gut besetzten Gotteshaus die Konzertbesucher für sich einzunehmen wusste.

Musikalisch ungewöhnliche Kombination

Ja, es war ein spannendes Programm, denn die Kombination war und ist auch heute noch ungewöhnlich. Immerhin kamen mit Debussys Sonate für Flöte, Viola und Harfe (1915) und dem «Elegiac Trio» des Briten Arnold Bax (1916) wohl zwei der ältesten und bekanntesten Werke für diese Besetzung zur Aufführung. Ergänzt wurde das Ganze durch die repetitive Musik eines Philipp Glass, dessen «Music in Similiar Motion» eine hypnotische Wirkung entfaltete.

Von einer einprägsamen Melodie war keine Spur. Doch der Eindruck, den die Musik hinterliess, war gewaltig. Denn wer sich auf die Kraft der Klangwiederholungen einliess, lief Gefahr, sich in ihnen zu verlieren.

Spannend war auch die Premiere eines Werkes von Caspar Diethelm (1926–1997), erklang doch die im Jahr 1993 von ihm fertiggestellte Ballettsuite «Jadis» für Flöte, Viola und Harfe «heute zum ersten Mal», wie Flötistin Barbara Bossert erklärte.

Was das Auditorium dabei zu hören bekam, war ein durch eine grossräumige Melodik und eine klare Formensprache geprägtes Werk, das im übertragenen Sinn viele tänzerische Bezüge aufwies und somit – auch wenn es spontan ins Programm aufgenommen worden war – perfekt zum beschwingten Abend passen mochte.

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