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Begeisterung, Grippefall und Nazisymbole – Halbzeitbilanz der Sirnacher Operette «Ball im Savoy»

Nach 13 Aufführungen: Die Operette «Ball im Savoy» zeigt seine strahlende Kulturseite, dem Publikum gefällt’s. Hinter den Kulissen spielen Anspannung, Professionalität und Notfallpläne eine wichtige Rolle.
Annina Quast
Der «Ball im Savoy» gehört zu den kulturellen Höhepunkten der Ostschweiz in diesem Jahr. Nach den ersten 13 Aufführungen in Sirnach kann bereits eine positive Bilanz gezogen werden. (Bilder: PD)

Der «Ball im Savoy» gehört zu den kulturellen Höhepunkten der Ostschweiz in diesem Jahr. Nach den ersten 13 Aufführungen in Sirnach kann bereits eine positive Bilanz gezogen werden. (Bilder: PD)

«Ball im Savoy» ist eine Verwechslungskomödie, die sich um das vermeintliche Eheglück dreht: Liebe, Doppelmoral und Seitensprünge. Begleitet wird das Ganze von einer mitreissenden Mischung aus Jazz, Blues und wienerischem Schmalz, gemixt mit ungarischem Flair. Die Operette hat also einiges zu bieten – auch in der derzeit laufenden zweiten Hälfte der Aufführungszeit soll das Publikum zum Staunen gebracht werden.

Otto Noger, Produktionspräsident von «Ball im Savoy». Bild: PD

Otto Noger, Produktionspräsident von «Ball im Savoy». Bild: PD

«Wir erhalten viele positive Rückmeldungen zur gesamten Inszenierung», sagt der Produktionspräsident Otto Noger nach der Hälfte der Spieldauer. Doch nicht nur die Darstellung punktet beim Publikum: «Neben der gesanglichen und schauspielerischen Leistung von Solisten und Chor fällt vor allem auch die professionelle Qualität des Balletts auf», so Noger.

Die Crew der Operette Sirnach kann also erleichtert aufatmen und muss nicht mehr an der grossen Frage «Gefällt es dem Publikum?» zweifeln. Diese kann nach den ersten 13 Aufführungen mit einem stolzen «Ja» beantwortet werden.

Notfallplan «Live-Playback»

Auch vor der altehrwürdigen Operette macht die Schnelllebigkeit unserer Zeit keinen Halt. Noger sagt:

«Heute kaufen viel mehr Besucher das Ticket kurzfristig, das bringt im Vergleich zu früher Unsicherheit. Aber beklagen können wir uns auf keinen Fall – der Ticketverkauf läuft wirklich gut.»

Trotzdem gilt es, den sich laufend aufkommenden Herausforderungen zu stellen. Bei einer Aufführungszeit von über drei Monaten ist die Gesundheit der rund 200 Mitwirkenden ein ausschlaggebender Faktor.

«Als die Grippe unsere Hauptsolistin Petra Halper König erwischte und ihre Stimme für einige Musikstücke ausser Gefecht setzte, musste der Notfallplan mit einem Ersatz rasch umgesetzt werden», so Noger. Dieser bestand in einer Art «Live-Playback», wobei die Ersatzsolistin hinter der Bühne ihr Bestes gab, indem sie der Angeschlagenen ihre Stimme lieh.

«Bei Liveaufführungen muss man mit solchen Hürden rechnen. Das Publikum hat diese Lösung sehr geschätzt, schliesslich ist in der heutigen Welt der aufgenommenen Produktionen so etwas nicht mehr alltäglich.» Solche Herausforderungen seien nur durch die Liebe zur Spielfreude und zur gesamten Produktion zu meistern. Darüber hinaus gelte es aber auch, klare Spielregeln zu Gunsten der hohen Operettenqualität zu befolgen.

Ehrenamtliches Engagement wird geschätzt

Doch dem Publikum sind nicht nur die dynamischen Tänze und wohlklingenden Gesänge im Gedächtnis geblieben: Vor allem den älteren Besuchern sei die Verwendung der Nazisymbole aufgefallen und als erklärungsbedürftig erschienen. Otto Noger betont, dass diese weder zur Verherrlichung dieser Zeit noch der reinen Selbstdarstellung dienen, sondern aufgrund des geschichtlichen Kontexts gezeigt werden müssen. Noger sagt:

«Die Uraufführung von «Ball im Savoy» war am 23. Dezember 1932. Anfangs 1933 wurde die Operette von der NSDAP verboten und der Komponist Paul Abraham musste fliehen. All dies gehört zu dem Stück, nur so kann es erzählt werden.»

Um wiederum die Geschichte vom «Ball im Savoy» in Sirnach erzählen zu können, darf das ehrenamtliche Engagement der Mitwirkenden nicht unerwähnt bleiben. «Es ist schön, dass so viele aus Begeisterung für die Sache mit Herzblut dabei sind und nicht für das Portemonnaie», sagt Otto Noger. Er hat nun zum zweiten Mal das Amt des Präsidenten inne und würde auch vor einem dritten Mal nicht absehen, obwohl «die Operette Sirnach bisher mein zeitintensivstes Hobby war».

Nun gilt es, auch in der zweiten Halbzeit das hohe Niveau durch die richtige Mischung von Anspannung und Routine beizubehalten – bevor es in einem halben Jahr schon wieder in die Planung der nächsten Operette geht.

Hinweis: Der «Ball im Savoy» läuft noch bis 6. April in der Operette Sirnach. Tickets sind online unter www.operette-sirnach.ch erhältlich.

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