Politische Ämter sind in Sirnach begehrt

Um die Sitze im Sirnacher Gemeinderat und der Schulkommission kommt es zur Kampfwahl. An einem Podium stellten sich die Kandidaten der Bevölkerung vor.

Ursula Ammann
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Die sechs neuen Kandidaten: Matthias Welte (Schulkommission), Marco Burri (Gemeinderat), Rita Scarlino (Schulkommission), Gian Andri Huber (GRPK), Curdin Huber (Gemeinderat) und Tristan Kayser (Schulkommission). (Bild: Ursula Ammann)

Die sechs neuen Kandidaten: Matthias Welte (Schulkommission), Marco Burri (Gemeinderat), Rita Scarlino (Schulkommission), Gian Andri Huber (GRPK), Curdin Huber (Gemeinderat) und Tristan Kayser (Schulkommission). (Bild: Ursula Ammann)

Die Bevölkerung Sirnachs hat definitiv eine Wahl an den Kommunalwahlen vom 10. Februar. So gibt es mehr Kandidaten als Sitze.

In den Gemeinderat wollen nebst sechs Bisherigen zwei Neue: Marco Burri (FDP) und Curdin Huber (SVP). Der 49-jährige Business Analyst und der 27-jährige Amtsleiter bewerben sich um den Sitz des zurücktretenden Gemeinderats Andreas Schmidt (Grüne). Dieser interviewte die beiden am Podium im Gemeindezentrum Dreitannen in der Funktion als Vorsitzender der Interpartei Sirnach, die den Anlass organisierte.

Marco Burri will sich für die Vereine starkmachen. So ist er selbst vielerorts engagiert, etwa im FC, im Tennisclub und im Männerverein. Während Burri seine Erstausbildung bei einer Bank absolvierte, machte Curdin Huber eine Verwaltungslehre.

«Dabei habe ich Interesse am Gemeindewesen entwickelt»

, sagte Huber, der in der Gemeinde Gachnang im Alter von 21 die Leitung der Sozialen Dienste übernahm. Die Geschäfte und Prozesse des Gemeinderats hätten ihn stets fasziniert. In den Gemeinderat Sirnach möchte der 27-Jährige «betriebswirtschaftliches Denken einbringen».

Auch zu konkreten Themen hatten die beiden Kandidaten Stellung zu beziehen: Etwa zur Steuererhöhung, die der Gemeinderat in Betracht zieht. Curdin Huber, in Sirnach aufgewachsen, äusserte sich gegen eine solche. Marco Burri findet eine Erhöhung vertretbar: 

«Ich bin bereit, mehr Steuern zu zahlen, wenn gute Infrastrukturprojekte vorliegen.»

Wie mit religionsbedingten Dispensen umgehen?

Die drei neuen Kandidaten für die Schulkommission bekannten ebenfalls Farbe. Zum Beispiel bei der Frage, wie sie dazu stehen, dass Familien ihre Kinder von gewissen schulischen Anlässen aus religiösen Gründen dispensieren lassen.

Tristan Kayser (parteilos), mit seinen 26 Jahren der jüngste Kandidat, betonte, er sei für die Religionsfreiheit.

«Jedoch muss die Schule eine Grundbildung gewährleisten. Wenn eine Dispens – etwa beim Schwimmen – dies verunmöglicht, wird es schwierig»

, sagte er. Matthias Welte (SVP), Sozialpädagoge und Vater einer schulpflichtigen Tochter, findet es wichtig, in solchen Fällen die betroffenen Eltern «mit ins Boot zu holen».

Rita Scarlino (parteilos) hält es für essenziell, dass sich Migranten im Gastland «an die Regeln halten». Die gebürtige Italienerin und Sozialbegleiterin möchte die Schulkommission insbesondere in Integrationsfragen unterstützen. Tristan Kayser, von Beruf Informatiker, will seine IT-Kenntnisse einbringen und Matthias Welte seine langjährige Erfahrung im schulischen Umfeld und im Sozialbereich.

Ein breites Wissen im Finanzbereich bringt der Banker Gian Andri Huber (SVP) mit, der sich neu für die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) zur Verfügung stellt.

Sirnacher loben die Kommunikation ihrer Gemeinde

An einer Analyse der Fachhochschule St. Gallen beteiligten sich 359 Personen aus allen Dörfern der Gemeinde Sirnach. Ihr Grundtenor lautet: Sie sind mit ihrer Gemeinde zufrieden, würden aber gerne weniger Steuern bezahlen.
Olaf Kühne