Befragung, Bestnote und Botschaften an der Generalversammlung des Gewerbevereins Region Frauenfeld

An der 168. Generalversammlung des Gewerbevereins Region Frauenfeld gab es für die Gewerbetreibenden viel Lob, aber auch leise Kritik. Den Förderpreis des Stiftungsrates holte sich eine Kochlehrabsolventin mit der Note 5,6.

Samuel Koch
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Christa-Maria Harder Schuler übergibt den Förderpreis in Abwesenheit der Preisträgerin Larissa Bischof (Präsentation hinten) an Lehrmeister Christoph Komarnicki vom Gasthof «Zum Goldenen Kreuz». (Bilder: Donato Caspari)

Christa-Maria Harder Schuler übergibt den Förderpreis in Abwesenheit der Preisträgerin Larissa Bischof (Präsentation hinten) an Lehrmeister Christoph Komarnicki vom Gasthof «Zum Goldenen Kreuz». (Bilder: Donato Caspari)

Im dritten Anlauf hat es geklappt. Vor drei Jahren wählten die Mitglieder des Gewerbevereins Region Frauenfeld Urs Schönholzer zu ihrem neuen Präsidenten. Am Montagabend durfte er nach zwei Abwesenheiten nun erstmals vor die 149 anwesenden Vereinsmitglieder unter den knapp 300 Gäste im Casino treten. Und Schönholzer blickte im Jahresbericht auf die vielen Anlässe im Vereinsjahr zurück.

So strich er etwa den Event «Trends am Mittag» heraus, als wegen der kurzfristigen Absage des Gastreferenten durch kurzfristiges «Aus-dem-Ärmel-schütteln» doch noch ein gelungener Anlass zustande kam. Als andere Höhepunkte geht der Tag der Frauenfelder Wirtschaft oder der Berufswahlparcours ins Vereinsjahr ein.

Urs Schönholzer, Präsident Gewerbeverein Region Frauenfeld.

Urs Schönholzer, Präsident Gewerbeverein Region Frauenfeld.

«Ich danke Ihnen allen für Ihr Engagement und Ihr Herzblut», sagte Schönholzer, ehe er auch Kritik wegen der «spärlichen Rücklaufquote» der alle zwei Jahre stattfindenden Mitgliederbefragung anbrachte, die es in Zukunft allenfalls nicht mehr geben wird.

«Es ist wichtig, dass unser Verein eine Meinung hat und diese nach aussen vertreten kann», sagt Schönholzer und nannte die Ja-Parole zur zentrumsnahen Stadtentlastung als Beispiel.

Neue Mitglieder dank Ausdehnung

«Es geht uns gut», gab Schönholzer seine persönliche Note zum Jahresrückblick. Es sei aber für Gewerbler gerade in Zeiten schneller Umstrukturierungen wichtig, sich anzupassen und sich Veränderungen zu stellen. Anstatt «Ja, aber...» müsse es vielmehr heissen: «Warum nicht?», sagte Schönholzer und schloss mit einem Zitat des griechischen Philosophen Heraklit:

«Nichts ist so beständig wie der Wandel.»

Nebst einer stabilen Finanzlage darf der Gewerbeverein mitteilen, dass Ende Jahr die magische Hürde von 400 Mitgliedern um fünf überschritten wurde – 16 Aus- stehen 31 Eintritten gegenüber. Ein Grund dafür ist, dass der Verein neu auch Mitglieder aus den umliegenden Gemeinden Hüttwilen oder Matzingen aufnimmt. «Die Ausdehnung hat der Vorstand entschieden und ist ohne Statutenänderung möglich», sagte Schönholzer.

Als Präsidentin des Stiftungsrates übernahm Christa-Maria Harder Schuler die Verleihung des Förderpreises. Ausgezeichnet wurde Larissa Bischof aus Ettenhausen, die ihre Lehre zur Köchin im Gasthof «Zum Goldenen Kreuz» in Frauenfeld mit der Bestnote 5,6 abschloss. Den Preis und den warmen Applaus nahm ihr Lehrmeister Christoph Komarnicki entgegen, denn Bischof weilt derzeit für einen Sprachaufenthalt in Australien.

Regierungspräsidentin, Nationalrat, Stadtpräsident

Cornelia Komposch, Regierungsratspräsidentin. (Bild: Andrea Stalder)

Cornelia Komposch, Regierungsratspräsidentin. (Bild: Andrea Stalder)

In ihrer Grussbotschaft richtete sich zuerst Regierungsratspräsidentin Cornelia Komposch an die Gewerbler, die sie als «Rückgrat» des Grenzkantons mit seinen Herausforderungen bezeichnete. «Ihnen gebührt die Wertschätzung des Regierungrates dafür, dass sie Arbeitsplätze erhalten und schaffen», sagte sie und bat die Anwesenden, Menschen mit Migrationshintergrund aufzunehmen und ihnen den Einstieg in die Berufswelt zu erleichtern. Komposch ergänzte:

«Wenn es Unternehmern nicht gut geht, geht es der Bevölkerung nicht besser.»
Hansjörg Brunner, Nationalrat und Präsident Thurgauer Gewerbeverband. (Bild: Reto Martin)

Hansjörg Brunner, Nationalrat und Präsident Thurgauer Gewerbeverband. (Bild: Reto Martin)

Auf die Abhängigkeiten zwischen Unternehmertum und Politik machte Nationalrat Hansjörg Brunner als Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes aufmerksam. Es brauche Unternehmer im Nationalrat, sagte er. «Als Unternehmer geht ein Leben ohne Politik, aber eine Politik ohne Unternehmer wäre ein Super-Gau», ergänzte er.

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm gab seine künftigen Absichten als Stadtpräsident von Frauenfeld preis, «sofern ich am 10. Februar bestätigt werde». Als Symbol brachte er einen Pflasterstein mit, den er einst als Geschenk aus dem Gemeinderat bekam. «Für einen guten Belag braucht es einen guten Rahmen, damit jeder Stein seinen Platz hat», meinte er und sprach Themen wie Verkehr, Stadtentwicklung und Fürsorge an. Stokholm sagte:

«Es braucht die richtigen Pflastersteine am richtigen Ort.»

Musikalisch umrahmt wurde die 168. Generalversammlung des Gewerbevereins vom Gebrüder-Duo Pfeifer, Klimper und Co. mit dem 15-jährigen Oskar am Keyboard und dem 12-jährigen Emil am Saxofon.