Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

In der Frauenfelder Altstadt geht der «Goldene Becher» zu und die Museumslaube auf

Die Altstadt verliert mit dem Museumscafé auf Ende Oktober ein beliebtes Restaurant. Nach der Sanierung öffnet dafür im Frühling 2019 gleichenorts eine multifunktionale Räumlichkeit für die beiden Museen – aber auch für kulturelle Anlässe.
Mathias Frei
Ein Modell der neuen Museumslaube. (Bild: Staufer und Hasler Architekten)

Ein Modell der neuen Museumslaube. (Bild: Staufer und Hasler Architekten)

Das Gerücht kursierte schon länger. Mittlerweile ist es Realität geworden: Der «Goldene Becher» in den Räumlichkeiten des kantonalen Naturmuseums und Museums für Archäologie schliesst diesen Herbst. Per Ende Oktober läuft der Mietvertrag zwischen dem Kanton und der langjährigen Pächterin aus. Zeitgleich kommt die Gastronomin ins Pensionsalter. Diesen Umstand hat das kantonale Hochbauamt zum Anlass genommen, in Zusammenarbeit mit den beiden kantonalen Museen Pläne für die Sanierung der Räume und deren zukünftige Nutzung in Angriff zu nehmen. Heute wird das Baugesuch eingereicht.

«Nach über 20 Betriebsjahren ist eine Sanierung dringend nötig.»
(Erol Doguoglu, Kantonsbaumeister)

Erol Doguoglu, Kantonsbaumeister. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Erol Doguoglu, Kantonsbaumeister. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Das Restaurant entstand 1996 im Zuge der Neueröffnung der beiden Museen. Nach über 20 Betriebsjahren sei es dringend nötig, «die Räumlichkeiten à jour zu bringen», erklärt Kantonsbaumeister Erol Doguoglu. Durch die Sanierung würden Räume freigespielt, die in Zukunft multifunktional nutzbar seien. Ein Weiterbetrieb als Gastrobetrieb stand zu Beginn der Planungen zwar zur Diskussion, stellte sich aber schnell als aufwendig und entsprechend teuer heraus. Ein weiterer Grund gegen ein Restaurant ist laut Doguoglu, dass sich «ein mit heute vergleichbares Gastroangebot nicht wirtschaftlich betreiben» lässt. Der Kantonsbaumeister rechnet damit, dass im Spätsommer die Baubewilligung vorliegt, so dass im November der Umbau starten kann. Eröffnung der Museumslaube in den Räumlichkeiten des «Bechers» soll im Frühling 2019 sein. Der Kanton rechnet mit Umbau- und Mobiliarkosten von 420000 Franken.

«In erste Linie Museen, nicht Gastrobetriebe»

«Fakt ist: Der ‹Goldene Becher› geht zu, aber das Licht geht nicht aus. Mit der Museumslaube öffnet ein neues Raumangebot», erklärt Hannes Geisser, Naturmuseumsdirektor und im Auftrag beider Museen für betriebliche Aspekte zuständig. «Wenn ein Zug kommt, springen wir gerne auf. Aber wir sind in erster Linie Museen, nicht Gastrobetriebe.» Wichtig ist für ihn, dass man sich mit der Sanierung nichts verbaut.

Hannes Geisser, Direktor Naturmuseum Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Hannes Geisser, Direktor Naturmuseum Thurgau. (Bild: Andrea Stalder)

Der heutige Gastraum wird laut Geisser saniert und entschlackt. Es gibt verschiedene Arten von Sitzmöglichkeiten, Tische, eine grosse mobile Theke sowie einen paravent-ähnlichen Raumteiler, der zugleich als Zeitungen- und Zeitschriftenträger dient. Die Wände werden spezielle Tapeten zieren, auf denen Nutzpflanzen und Begleitflora, «aber keine Neophyten» abgebildet sind. Darüber hinaus wird ein Holzparkett eingebaut anstatt des jetzigen Steinbodens. Anpassungen sind auch bei den Brandschutzvorrichtungen nötig. Und es gibt eine neue Signaletik. Die Küche soll zukünftig vor allem Stauraum und Ablageflächen bieten. Zudem sollen kleine Vorbereitungsarbeiten für Cateringunternehmen noch möglich sein. Gekocht werden kann aber nicht mehr. Denn dafür müsste viel in eine Belüftung investiert werden. Zurückgebaut wird die Kochinsel aber nicht.

«Ein Selecta-Automat kommt uns sicher nicht ins Haus.»
(Hannes Geisser, Direktor Naturmuseum Thurgau)

Der Museumshof bleibt öffentlich zugänglich und soll noch stärker in den Museumsgarten integriert werden. Die neuen Räume wollen die Museen als Aufenthaltsraum ohne Konsumationspflicht nutzen sowie für Ausstellungsvernissagen oder Referate. Die Museumslaube soll aber auch Dritten zur Verfügung stehen, insbesondere für Kulturanlässe und allenfalls auch kleine Firmenanlässe mit externem Catering.

«Ein Selecta-Automat kommt uns nicht ins Haus», sagt Geisser. Vielmehr ist ein unbedientes Getränkeangebot geplant, das hochwertige Limonaden und lokale Tranksame umfasst. Und nicht fehlen dürfe ein guter Kaffeeautomat. Kleine Snacks wie Dörrfrüchte, Gottlieber Hüppen oder länger haltbares Backwerk sollen im Essensangebot sein. «Und natürlich steht auch immer ein Korb frische Thurgauer Äpfel bereit», sagt Geisser. Bezahlt wird bei der Museumsaufsicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.