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Beben am Bodensee +++ Auch Frauenfelder Stadtpräsident hat es gespürt

In der Nacht auf Dienstag gab es in der Nähe von Kreuzlingen ein Erdbeben. Florian Haslinger vom Schweizerischen Erdbebendienst schätzt die Situation ein.
Svenja Rimle
Mit Seismografen werden Bodenerschütterungen bei Erdbeben gemessen. (Bild: Winfried Rothermel)

Mit Seismografen werden Bodenerschütterungen bei Erdbeben gemessen. (Bild: Winfried Rothermel)

«Das ganze Haus wackelt», schreiben besorgte Bürger auf Facebook. Ein Erdbeben der Stärke 3.7 raubte der Bevölkerung an weiten Teilen des Bodensees in der Nacht auf Dienstag den Schlaf. Besonders stark betroffen war die Halbinsel Bodanrück, zehn Kilometer nordwestlich von Konstanz. Auch in Kreuzlingen schreckten einige Leute kurz nach 1 Uhr nachts hoch.

In Deutschland handelt es sich damit um das stärkste Erdbeben seit dem Jahr 2014. In der Schweiz kommen Beben mit dieser Stärke rund ein bis fünf Mal im Jahr vor. «Ein solches Beben ist nichts Besorgniserregendes. In der bisherigen Abfolge von Vor-, Haupt- und Nachbeben gilt es bisher beinahe als Lehrbuchbeispiel», sagt Florian Haslinger vom Schweizerischen Erdbebendienst der ETH Zürich.

Im Kanton Thurgau und Umgebung sei es in letzter Zeit zu keinen weiteren grösseren Erdbeben gekommen. Trotzdem müsse man sich bewusst sein, dass die Schweiz ein Erdbebenland ist und sich überall im Land und jederzeit ein solches ereignen kann.

Hauptbeben mit Stärke 3.7

Es soll, laut dem SED, am Dienstag insgesamt rund zehn Beben gegeben haben, drei davon waren für die Bevölkerung spürbar. Das Hauptbeben hatte eine Stärke von 3.7, die Vor- und Nachbeben bewegten sich zwischen den Werten 0.9 und 3.2. «Ab einer Stärke von 2-2.5 spüren die Menschen in der Regel etwas. Es kommt dabei aber auch immer auf den Untergrund und die Region an», so Haslinger. Ab einem Wert von 5 müsse von grösseren Schäden ausgegangen werden. Risse in schlecht gebauten Gebäuden oder andere leichte Schäden können aber auch bereits bei einer niedrigeren Stufe entstehen.

In lokalen Facebook-Gruppen wie «Du bist aus Konstanz, wenn…» war die Verunsicherung gross. Eine Userin schreibt etwa, es habe sich angehört wie eine Explosion. Die Leute seien auf die Strasse gelaufen, um zu schauen, was passiert war. Auch Kommentare wie «Ich habe Angst» und «Ich will endlich schlafen» waren mehrmals zu lesen.

Es rumpelte bis Eschenz

Einige betroffene Bürger haben aus lauter Sorge die Behörden angerufen, meldete die Konstanzer Polizei. Sogar der Stadtpräsident von Frauenfeld, Anders Stokholm, wurde in seinen Ferien am Untersee aus seinen Träumen gerissen. «Ja, das Beben um 1.17 Uhr hat mich geweckt. Es gab einen sehr kräftigen Stoss und dann leichte weitere …» kommentierte er einen Beitrag auf Facebook.

Florian Haslinger bleibt entspannt: «Es gibt keinen Grund zu vermehrter Sorge. Klar, ein solches Beben ist für Schweizer Verhältnisse relativ stark, es ist aber auch keine Seltenheit». In den nächsten Stunden und Tagen seien weitere Beben möglich, solche mit einer ähnlichen oder sogar grösseren Magnitude aber eher unwahrscheinlich.

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