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Interview

Thurgauer BDP-Präsident zum Hitler-
Tweet: «Thomas Keller hat eine Grenze überschritten»

Die Tage von Thomas Keller als BDP-Mitglied sind nach seinem Hitler-Tweet wohl gezählt. Auch der aus den Ferien zurückgekehrte Parteipräsident Jürg Schumacher plädiert nun für einen Ausschluss. Der Parteivorstand entscheidet im August.
Christian Kamm
Ein Tweet mit Folgen: Thomas Keller löste mit seinen Äusserungen auf Twitter einen Sturm der Entrüstung aus. (Collage: SGT)

Ein Tweet mit Folgen: Thomas Keller löste mit seinen Äusserungen auf Twitter einen Sturm der Entrüstung aus. (Collage: SGT)

Jürg Schumacher, haben Sie bereits das Gespräch mit Thomas Keller wegen seines Hitler-Tweets gesucht?

Nein. Ich bin erst am Sonntag aus den Ferien zurückgekommen. Und die Ferien selber wollte ich mir davon nicht vermiesen lassen.

In einer ersten Reaktion hat sich die BDP Thurgau von braunem Gedankengut distanziert und «weitere Massnahmen» angekündigt. Was heisst das konkret?

Dass wir ein Ausschlussverfahren Thomas Keller betreffend in Angriff nehmen werden. Laut Statuten muss über einen Parteiausschluss an einer Vorstandssitzung entschieden werden. Das wird an der nächsten Sitzung der Fall sein.

Wann findet die statt?

Im August.

Jürg Schumacher, Präsident BDP Thurgau. (Bild: PD)

Jürg Schumacher, Präsident BDP Thurgau. (Bild: PD)

Geht das alles nicht viel zu langsam? Ausserordentliche Situationen erfordern doch ausserordentliche Massnahmen.

Da haben Sie grundsätzlich Recht. Das Problem ist einfach, dass nicht nur ich in den Ferien gewesen bin, sondern jetzt andere Vorstandsmitglieder ebenfalls Urlaub haben. Und ein Geschäft von solcher Tragweite sollte nicht in halber Besetzung entschieden werden.

Der BDP Thurgau wird bereits vorgeworfen, sie spiele auf Zeit. Wollen Sie Gras über das Ganze wachsen lassen?

Völlig falsch.

Glauben Sie tatsächlich, dass die BDP bei dieser Affäre als Sündenbock herhalten muss, wie ebenfalls zu lesen war?

Mich hat an der Berichterstattung der Medien am meisten gestört, dass immer vom Thurgauer BDP-Politiker die Rede gewesen ist. Herr Keller ist aber nie in ein Amt gewählt worden, und das so genannte Präsidium der Jungen BDP Thurgau bestand nur in der Rolle eines Kontaktmannes zum Parteivorstand. Deshalb habe ich kritisiert, dass Keller von den Medien zum wichtigen Politiker der BDP hochstilisiert worden sei. Dabei ist er nur ein normales Mitglied, wie es Tausende auch in anderen Parteien gibt. Daraus machte man dann, dass ich die BDP in der Opferrolle sehen würde.

"Ich sehe keine andere Möglichkeit als den Parteiausschluss."

Es gibt nicht nur den Druck der Öffentlichkeit, Ihnen sitzt auch der Präsident der Mutterpartei im Nacken, der die Thurgauer Kantonalpartei aufgefordert hat, Thomas Keller auszuschliessen.

Ich gehe davon aus, dass dies auch so umgesetzt wird.

Sie sind also für den Ausschluss?

Ich kann nicht sagen, was der Vorstand letztlich entscheiden wird. Meine persönliche Meinung aber ist klar: Ich sehe keine andere Möglichkeiten als den Parteiausschluss von Thomas Keller. Es gibt gewisse No-Goes. Und er hat eine Grenze überschritten. Gleichzeitig kenne ich Herrn Keller persönlich aber als sehr angenehmen und bedachten Menschen. Er ging offensichtlich davon aus, eine private Antwort zu geben und war sich nicht bewusst, dass sein Tweet auf dem Account des «Blick» landen würde.

Für Sie liegt auch eine gewisse Tragik im ganzen Geschehen?

Auf jeden Fall. Der Schaden ist jedoch angerichtet, und das muss Konsequenzen haben.

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