BAUPROJEKT
«Wir wollten fast aufhören»: Überbauung im Dorfzentrum von Thundorf startet nach jahrelanger Blockade

Für die geplante Überbauung Sunndörfli für 15 Millionen Franken in Thundorf fahren nach langen Verzögerungen die Bagger auf. Die ersten Wohn- und Gewerbeflächen sollen 2022 bezugsbereit sein.

Samuel Koch
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Architekt Thomas Vetter, Bauführer Werner Ziegler sowie die Bauherren Arria und Beat Bhend.

Architekt Thomas Vetter, Bauführer Werner Ziegler sowie die Bauherren Arria und Beat Bhend.

Bild: Samuel Koch

Viel Schweiss und Emotionen. Das kostete die Bauherren Arria und Beat Bhend ihr Bauprojekt Sunnedörfli in Thundorf. Erste Pläne dafür entwickelten sie vor knapp zehn Jahren und hätten es nach einem juristischen Spiessrutenlauf kurz vor dem Startschuss fast noch verworfen. Beat Bhend sagt:

«Wir hatten irgendwann keine Energie mehr.»

Denn das 15-Millionen-Franken-Projekt auf der Dorfwiese zwischen Friedberg- und Kirchbergstrasse beschäftigte nebst einigen Anwälten und der Gemeinde auch den Kanton. Weil sich Gegner des Projekts gegen die Höhe und den Grenzabstand wehrten, war es ein schwieriges Bewilligungsverfahren. Auch gab es in der Zwischenzeit eine Änderung des Baureglements, was neue Anforderungen an die Baueingabe stellte.

Seit rund einem Jahr nun liegen sämtliche Bewilligungen für die zwei Mehrfamilienhäuser und das Riegelhaus mit 19 Mietwohnungen vor. Das Einfamilienhaus und das Mehrfamilienhaus mit sechs Eigentumswohnungen sind seit Februar bewilligt. Vergangene Woche fuhren deshalb die Bagger auf, was Arria und Beat Bhend zu einem Spatenstich mit allen Beteiligten veranlasste.

Wohn- und Gewerbe im alten Riegelhaus

Nebst drei Mehrfamilienhäusern entsteht auf dem Gelände mit einer Fläche von rund 4100 Quadratmetern ein weiteres Einfamilienhaus. Und das alte Riegelhaus an der Hauptstrasse vis-à-vis des Volg höhlen Bauarbeiter bereits aus. Einerseits bleiben die Grundmauern bestehen, weil sie denkmalpflegerisch geschützt sind. Andererseits war das auch der Wunsch der Bauherrschaft sowie von Architekt Thomas Vetter und Bauführer Werner Ziegler. Neben dem Riegelhaus gibt es zusätzliche Gewerberäume, deren Mieter noch nicht feststehen. Arria Bhend sagt:

«Wir haben Interessenten, hätten aber am meisten Freude an einer Bäckerei mit Café.»

Denn nebst dem Gasthaus Harmonie gebe es im Dorf fast keine Gastrobetriebe mehr, auch wenn Corona derzeit vieles verunmögliche. Energietechnisch werden alle Neubauten mit Erdsonden beheizt. Dafür musste zusätzlich eine Probebohrung erstellt werden. «Deshalb wollten wir vor zwei Jahren fast aufhören», sagt Beat Bhend.

Die Resultate jedoch fielen positiv aus. Und so geht es jetzt vorwärts im Dorfzentrum der 1500-Einwohner-Gemeinde Thundorf. Und geht bei der Bauphase alles nach Plan, sind die ersten Wohnflächen vom «Sunnedörfli» im Frühling 2022 bezugsbereit, die restlichen ein Jahr später.

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