Bauprojekt
«Keine Steuererhöhung nötig»: Sirnacher Gemeinderat wirbt für neue Sporthalle

Ende September befinden die Sirnacher Stimmbürger über die Dreifachturnhalle Birkenweg. Der Bau lässt sich ohne Steuererhöhung realisieren, ist der Gemeinderat überzeugt.

Olaf Kühne
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Innenansicht der geplanten Dreifachhalle.

Innenansicht der geplanten Dreifachhalle.

(Bild: PD)

Die Dreifachturnhalle Birkenweg ist in Sirnach das Politikum des Jahres. Zwar steht die Abstimmung über das 15-Millionen-Projekt erst am
26. September auf der kommunalen Agenda, intensiv debattiert wird das Vorhaben aber spätestens, seit zwei Stimmbürger im vergangenen Winter mittels Flugblätter gegen den gemeinderätlichen Antrag für eine Vorfinanzierung mobil gemacht haben.

Die Sporthalle vermochte gar, die jüngste Sirnacher Gemeindeversammlung auf Trab zu halten. Dort hatte der Gemeinderat 600'000 Franken in Form eines Eventualkredites beantragt, mit welchem die Dreifachturnhalle, im Falle ihrer Annahme im September, strassenbaulich erschlossen werden soll. Nach einigen gehässigen Voten setzte sich schliesslich in geheimer Abstimmung der Stimmbürger durch, der beantragt hatte, die Strasse von der Traktandenliste zu streichen. Stattdessen gelangt sie nun ebenfalls im September an die Urne.

Die Dreifachsporthalle soll auf der Wiese vor dem Basketballplatz der Schulanlage Grünau entstehen.

Die Dreifachsporthalle soll auf der Wiese vor dem Basketballplatz der Schulanlage Grünau entstehen.

(Bild: Olaf Kühne)

Nachdem es also jahrelang ruhig war um die Sporthalle, steht sie nun plötzlich im Gegenwind. Der Gemeinderat sah sich veranlasst, kommunikativ in die Offensive zu gehen. Dies tut er nun regelmässig in den monatlichen Gemeindenachrichten. Im am Dienstag erschienenen «Sirnach aktuell» stellt die Behörde dabei nicht nur die architektonischen Aspekte des Siegerprojektes noch einmal ausführlich vor, sondern titelt erstmals auch: «Finanzierung ohne Steuererhöhung».

Eine gewichtige Aussage. Fixierten sich doch die Kritiker des Vorhabens schon auf die ihrer Meinung nach überrissenen Kosten, bevor diese überhaupt bekannt waren. Seit einigen Wochen nun weiss man: Die reine Halle kostet 12,3 Millionen Franken, inklusive aller Zusatz- und Umgebungsarbeiten – wie der an der Gemeindeversammlung zurückgestellten Verkehrserschliessung (600'000 Franken) – beläuft sich der Kreditantrag auf 15,5 Millionen Franken. Dazu können die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger eine optionale Tiefgarage für 1,3 Millionen Franken «bestellen».

Visualisierung der Südseite.

Visualisierung der Südseite.

(Bild: PD)

Aufgrund der «vorgezogenen, vertieften Projektbearbeitung» belaufe sich diese Kostengenauigkeit auf «plus fünf, minus zehn Prozent», schreibt die Behörde weiter. Die Finanzierung der Halle belaste die kommunale Erfolgsrechnung somit mit 4,4 Steuerprozenten. «Aus heutiger Sicht geht der Gemeinderat davon aus, dass keine Steuererhöhung nötig ist», ist in der Mitteilung dennoch zu lesen. «Die meisten Schulbauten sind erneuert oder in gutem Zustand, zudem sind aus dem Verkauf des Baulands Wurzwallen und der Umnutzung der Liegenschaften Flurhof/Obermatt erhebliche Erlöse zu erwarten.»

Dazu kommt, dass die vom Gemeinderat beantragte Vorfinanzierung im Januar zwar an der Urne bachab geschickt wurde, die dafür vorgesehenen zwei Millionen Franken aus dem erklecklichen 2019er-Überschuss nach wie vor auf der hohen Kante liegen. Und dass die jüngste Gemeindeversammlung die Bildung eines Erbschaftsfonds über eine Million Franken aus dem noch erklecklicheren 2020er-Gewinn abgelehnt hat. Angesichts der dadurch gut gefüllten Sirnacher Gemeindekasse ist der Optimismus des Gemeinderates also durchaus berechtigt.