Bauprojekt
Die öffentliche Auflage ist bald zu Ende: Planungen für den binationalen Ausbau der Abwasserreinigungsanlage Diessenhofen schreiten voran

Der Zweckverband verbaut bis Ende 2024 rund 8,5 Millionen Franken auf dem Areal der Kläranlage der Region Diessenhofen. Eine Besonderheit dabei ist, dass die deutsche Gemeinde Gailingen zukünftig ihr Abwasser ins Schweizer Rheinstädtchen pumpt.

Thomas Brack
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Zweckverbandspräsident Markus Birk auf dem Ara-Areal mit den Bauplänen in Händen.

Zweckverbandspräsident Markus Birk auf dem Ara-Areal mit den Bauplänen in Händen.

Bild: Thomas Brack

Der Ausbau der Abwasserreinigungsanlage Region Diessenhofen nimmt demnächst die nächste Hürde. Laut Stadtpräsident Markus Birk schreitet die Planung zur Erweiterung der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Region Diessenhofen planmässig voran. Beauftragt ist die Firma Hunziker Betatech AG aus Winterthur, schweizweit als Spezialistin für Kläranlagenbau bekannt. Der Zweckverband arbeitet schon seit Jahrzehnten mit dem Unternehmen zusammen. Die öffentliche Auflage dauert noch bis 7. Juli. Pläne und ein Visualisierungsvideo sind unter www.diessenhofen.ch für Interessierte einsehbar.

Meilensteine des Bauprogramms folgen bis Ende 2024

Die Ara Diessenhofen bei Schnee im Januar 2021.

Die Ara Diessenhofen bei Schnee im Januar 2021.

Bild: Reto Martin

Bis Oktober laufen die Baubewilligungen und Baufreigaben. Danach werden in der Submissionsphase Angebote und Offerten eingeholt. Diese werden gemäss der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen und den geltenden Gesetzen vergeben. Dieser Schritt ist notwendig wegen der Höhe der Bausumme und dauert bis April 2022. Stadtpräsident Birk, der auch den Zweckverband präsidiert, sagt:

«Es werden rund 8,5 Millionen Franken verbaut.»

Ab Frühling 2022 bis Dezember 2024 erfolgen dann die Erweiterungsarbeiten. Anfang 2024 soll eine Dükerleitung unter dem Rhein durch erstellt werden, welche die Gemeinde Gailingen mit der Ara in Diessenhofen verbindet.

Erklärvideo zur Ara-Erweiterung.

Video: PD/Stadt Diessenhofen

Dükerleitung läuft über das deutsche Gailingen

Im aktuellen Projekt nicht dabei ist die Dükerleitung, da diese durch die Gemeinde Gailingen in Auftrag gegeben wird. Für Birk entscheidend ist, dass auch diese vom selben Planungsbüro – der Hunziker Betatech AG – ausgeführt wird, sodass das Vorhaben zu einem «Projekt der kurzen Wege ohne Missverständnisse» wird. Auf Schweizer Seite wird der Bau vom Amt für Umwelt des Kantons Thurgau überwacht. Als Grundlage für die Zusammenarbeit ist eine Absichtserklärung ausreichend. Ein Staatsvertrag zwischen dem Landkreis Konstanz und dem Kanton Thurgau ist nicht zwingend nötig. Vor Baubeginn wird die künftige Zugehörigkeit Gailingens zum Abwasserzweckverband Region Diessenhofen geregelt.

«Zwischen der Schweiz und Deutschland sind die Einleitungsrichtlinien in den Rhein als Vorfluter zum Teil noch unterschiedlich.»
Die Ara Diessenhofen bei Schnee im Januar 2021.

Die Ara Diessenhofen bei Schnee im Januar 2021.

Bild: Reto Martin

Das berichtet Birk. Diese seien zwar ungefähr gleich streng, würden sich jedoch in der Gewichtung bezüglich Schadstoffgrenzen unterscheiden. Hier sei eine Angleichung nötig. Bevor erste Bagger auffahren, seien weitere Abklärungen nötig. Zum Beispiel in der Frage, ob Gailingen Abwässer nach Schweizer Richtlinien in den Rhein einfliessen lassen dürfe. Birk gibt sich zuversichtlich, dass auch diese kleinen Hindernisse bald aus dem Weg geräumt und der Marschplan eingehalten werden kann.

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