Bauerngärtnerin aus Matzingen jätet jeden Tag mehrere Stunden

Im grossen Mischgarten von Daniela Lobsiger in Matzingen gibt es viel Nahrung für Bienen. Und sie weiss, was es alles für ihr Paradies braucht.

Manuela Olgiati
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Daniela Lobsiger in ihrem blühenden Paradies. (Bilder: Manuela Olgiati)

Daniela Lobsiger in ihrem blühenden Paradies. (Bilder: Manuela Olgiati)

Jahr für Jahr sorgen die Bienen für die Bestäubung der Gemüse- und Obstpflanzen. Daniela Lobsiger zeigt auf die grosse Zucchettipflanze inmitten ihrer Blumenpracht und sagt:

«So wie die Pflanzen die Bienen brauchen, sind die Bienen vom Nahrungsangebot abhängig.»

Weitere Insekten besuchen Lobsigers Garten. Deshalb betreibt die Gartenfreundin viel Aufwand um die duftenden Gewächse. Viele Pflanzen blühen nur einige Wochen. Für genügend Nektar und Pollen ist die Vielfalt verantwortlich.

Reiche Ernte und viele Blumen

Die Gartensaison in Matzingen dauert bis im November. Von März bis Oktober geniesst Daniela Lobsiger eine reiche Ernte und Blumenvielfalt in ihrem Garten mit Mischkulturen. Täglich ist die 50-jährige Bäuerin mehrere Stunden auch mit dem jäten beschäftigt. Deshalb hat sie sich Know-how über die Kulturen angeeignet. Und freut sich am üppig blühenden Lavendel.

Manche Pflanzen versamen sich und blühen an weiteren Ecken ihres Gartens in einer Blumengruppe weiter. Wenn sie in ihren Garten schaut, höre sie das Summen und Zirpen der Bienen und Insekten. «Das beruhigt mich und ist auch unseren Landfrauen wichtig», sagt die Präsidentin der Landfrauen Wängi-Matzingen.

80 Landfrauen, darunter viele Matzinger Bäuerinnen, pflegen ihre Gärten nach dem Kalender der Natur. Dazu tauschen sich die Gärtnerinnen untereinander aus, weiss Lobsiger. Geachtet werde auf saisonale und regionale Produkte. In Matzingen habe es nicht mehr oder weniger Schnecken und Würmer als in anderen Thurgauer Erdböden, meint Daniela Lobsiger. Diese Tierchen sind gut für den Boden.

Landwirtschaft und Mischgarten

1991 haben Daniela und Martin Lobsiger geheiratet. Drei Kinder sind in der Waldegg bei Matzingen aufgewachsen. Martin Lobsiger hat hier eine glückliche Kindheit verbracht. Die Familie betreibt einen Landwirtschaftsbetrieb mit Schweinemast und Gemüseanbau.

Der Unterschied zur Produktion der Landwirtschaft und dem Unterhalt eines Mischgartens ist gross. «Im Laden will der Konsument einwandfreie Produkte kaufen», sagt Daniela Lobsiger. Die Landwirte sind gefordert und spritzen deshalb das Gemüse gegen Schädlinge und Pilze. Doch dieses Vorgehen vernichte alle Kleinstlebewesen, Bienen und Schmetterlinge. Daniela Lobsiger spielt darauf an, dass die Landwirtschaft auf diese Weise noch arg in Bedrängnis kommen werde.

In Lobisgers Garten hat es Pflanzen, soweit das Auge reicht.

In Lobisgers Garten hat es Pflanzen, soweit das Auge reicht.

Den privaten Garten zu pflegen ist für sie Natur pur. Deshalb pflegt Daniela Lobsiger zusammen mit ihrer Schwiegermutter Anneliese Lobsiger seit Jahren den reinen Biogarten vor dem Haus. Hier kämen nie Pestizide zum Einsatz. Von toten Steingärten – wie sie in den vergangenen Jahren vermehrt in Mode gekommen sind – hält die Matzingerin nichts.

Nein zu Roboter-Rasermäher

Ein Roboter-Rasenmäher gehört ihrer Ansicht nach ebenfalls nicht in den Gartengerätebestand. Ein solcher Roboter schneide jede Blume schon weg, bevor sie überhaupt aufblühen könne. Lobsiger sagt:

«So finden die Bienen letztlich keinen Nektar.»

Genau das ist der gelernten Köchin wichtig und präsentiert gleich ein Rezept dafür: Mit wenig Aufwand könnte jeder auch auf kleinem Raum ein Kräuterbeet pflegen.

Im grossen Garten von Daniela Lobsiger blühen derzeit Sonnenblumen. Auch blühende Wildblumen-Mischungen sind für Wildbienen da. Küchenkräuter wie Pfefferminz und Goldmelisse sind nicht nur für die Menschen ein grosses Geschenk. Auch die Waldrebe darf sich auf dem Hof von Familie Lobsiger ihren eigenen Weg durch den Zaun und die Mauer ranken.