Basadingen-Schlattingen
«Ja, aber nicht vor meiner Haustür»: Gemeinde sucht Standorte für Unterflurcontainer

Die Gemeinde Basadingen-Schlattingen will in den kommenden zwei Jahren zwölf Unterflurcontainer erstellen. An der Urnenabstimmung sprach sich allerdings rund ein Drittel gegen das Projekt für 180'000 Franken aus.

Rahel Haag
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Die Gemeinde Basadingen-Schlattingen will künftig auf Unterflurcontainer setzen, wie hier in Frauenfeld.

Die Gemeinde Basadingen-Schlattingen will künftig auf Unterflurcontainer setzen, wie hier in Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari
(Frauenfeld, 9.03.2020)

In Basadingen-Schlattingen verschwinden die Kehrichtsäcke künftig im Boden. Vor knapp zwei Wochen genehmigten die Stimmberechtigten einen Kredit über 180'000 Franken für das Einrichten von Unterflurcontainern. Insgesamt sprachen sich 201 Personen dafür und 115 dagegen aus. «Wir sind froh, dass die Vorlage angenommen wurde», sagt Gemeindepräsident Peter Mathys, «gleichzeitig ist uns bewusst, dass doch ein Drittel dem Vorhaben eher kritisch gegenübersteht.»

Als einen Grund für den relativ grossen Nein-Anteil sieht Mathys die Urnenabstimmung. «An einer Gemeindeversammlung hätte man Fragen und Unsicherheiten im direkten Gespräch klären können.» Aufgrund der Coronapandemie sei es eher schwierig gewesen, die Stimmbürger zu erreichen.

In der Botschaft hatte der Gemeinderat zur Mithilfe bei der Suche nach geeigneten Sammelstellen aufgerufen. Darauf angesprochen, sagt Mathys:

«Es hat sich niemand gemeldet – das wäre auch zu schön gewesen.»
Peter Mathys, Gemeindepräsident.

Peter Mathys, Gemeindepräsident.

Bild: PD

Je ein Doppelcontainer bei den Entsorgungsplätzen

Dennoch: Acht Standorte habe die Gemeinde bereits ins Auge gefasst. Geplant sei beispielsweise je ein Doppelcontainer bei den Entsorgungsplätzen in Basadingen und Schlattingen. Diese würden rege genutzt. «Wir können uns vorstellen, dass die Menschen ihren Kehrichtsack gleich mitnehmen, wenn sie beispielsweise Altglas oder Karton entsorgen.»

In den kommenden zwei Jahren sollen insgesamt zwölf Unterflurcontainer erstellt werden. Wenn sich das System bewähre, könnten später weitere Anlagen dazukommen. Die ersten acht Standorte befänden sich alle auf Parzellen, die der Gemeinde gehören. «Für jeden Unterflurcontainer wird es ein Baugesuch geben», sagt Mathys.

Wo die weiteren vier Sammelstellen platziert werden sollen, wird sich zeigen. Hierfür werde die Gemeinde aktiv auf Leute zugehen. «Ich könnte mir vorstellen, dass einige sagen, dass sie die Unterflurcontainer für eine gute Sache halten, gleichzeitig aber keinen vor der eigenen Haustür wollen», sagt Mathys.

Nicht zu nah an den Liegenschaften, aber in den Wohnquartieren

Für diese Einstellung habe er auch ein gewisses Verständnis, sagt Mathys. «Wir werden schauen, dass die Sammelstellen nicht zu nah an einzelnen Liegenschaften platziert werden», verspricht er. Zugleich müssten sie aber natürlich in den Wohngebieten installiert werden. Einerseits sollen gerade Ältere nicht zu weit gehen müssen und andererseits solle vermieden werden, dass die Leute ins Auto stiegen, um den Kehricht zu entsorgen.

Die Gemeinde wolle das Projekt positiv angehen. Mathys hofft, dass die Leute in zwei Jahren sagen: «Meine Güte, kannst du dich noch an die Kehrichtsäcke erinnern, die überall herumstanden?»