Basadingen-Schlattingen
«Entfällt die Zustimmung der Bürger, so lässt sich das Projekt nicht verwirklichen»: Die Gemüse Grob AG will die Biogasanlage verwirklichen

Entscheidend ist das Ja der Stimmbürger zur Umzonung. Die «Spezialzone Energiegewinnung» würde eine Konkretisierung des Bauprojekts erlauben und damit einen weiteren Schritt in Richtung eines energieautonomen Gemüsebaubetriebs.

Janine Bollhalder
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Stefan und Hansjörg Grob möchten eine Biogasanlage bauen, welche Grünabfälle in nutzbare Energie und Kompost umwandeln kann.

Stefan und Hansjörg Grob möchten eine Biogasanlage bauen, welche Grünabfälle in nutzbare Energie und Kompost umwandeln kann.

Bild: PD

Trotz diverser Rückschläge gibt die Familie Grob nicht auf: An der Gemeindeversammlung von Basadingen-Schlattingen vom 28. Mai soll es zu einer Abstimmung kommen. Thema ist die Zonenplanänderung, welche das Bewilligungsverfahren für die geplante Biogasanlage des Gemüsebauunternehmens erfordert. «Ich glaube an die Förderung einer intakten Umwelt für an die Produktion gesunder Produkte», erklärt Betriebsleiter Hansjörg Grob sein jahrelanges Engagement.

Das langfristige Ziel des Betriebs ist es, sich energieautonom versorgen und den Nährstoffkreislauf wieder schliessen zu können. Die Biogasanlage, dessen Planung den Betrieb bereits seit Jahren beschäftigt, würde einen grossen Teil zu diesem Ziel beisteuern. Mit der Anlage und der geplanten Fotovoltaikinstallation, die sich auf deren Dach befindet, können Wärme und Strom gewonnen und für die Beheizung der Gewächshäuser genutzt werden. Ausserdem können die Abfallprodukte der Anlage wiederverwertet und als Kompost verwendet werden.

Visualisierung der Funktionsweise einer Biogasanlage.

Visualisierung der Funktionsweise einer Biogasanlage.

Bild: PD

Kein Profit durch die Biogasanlage

Geplant ist die Biogasanlage auf den beiden Parzellen «Buck», gelegen zwischen der Strasse, die von Diessenhofen nach Basadingen-Schlattingen führt, sowie der Eisenbahnlinie. Diese Fläche muss nun umgezont werden zu einer sogenannten «Spezialzone Energiegewinnung». Ermöglichen können dies die Bürger Basadingen-Schlattingens mit ihrer Zustimmung. «Entfällt diese, so lässt sich das Projekt der Biogasanlage nicht verwirklichen», sagt Matthias Knill, Medienverantwortlicher des Betriebs Grob Gemüse AG.

Rund vier Fünftel Prozent der Grünabfälle, welche die Biogasanlage weiterverarbeitet, stammen direkt vom Gemüsebetrieb. Dieser macht durch die Anlage keinen Profit, eine Energiegewinnung ähnlich einem Kraftwerk oder eine Einspeisung ins Energie- oder Gasnetz ist nicht vorgesehen. Wärme und Strom dienen lediglich für den Eigengebrauch des Unternehmens. Profitieren von der Biogasanlage können aber die ortsansässigen Personen sowie landwirtschaftliche Betriebe in der Umgebung, die ihren Grünabfall beisteuern können. Dafür wird es täglich eine Fahrt geben, welche die gesammelten Abfälle vom Sammelplatz zur Biogasanlage transportiert.

Eine Visualisierung der geplanten Biogasanlage.

Eine Visualisierung der geplanten Biogasanlage.

Bild: PD

Profitieren können Anwohner auch vom Kompost, dem Endprodukt der Biogasanlage. Diesen können sie kostenlos auf dem Betrieb abholen. «Der Kompost stinkt nicht, sondern riecht wie Erde», erklärt Knill. Die geplante, moderne Biogasanlage verursacht im Gegensatz zu älteren Anlagen kaum Geruchsemissionen, sagt er.

Stimmen die Bürger an der Gemeindeversammlung der Umzonung zu, kann das Bauprojekt konkretisiert und eingegeben werden. Eine Phase, in der es wiederum Einsprachen und damit mögliche Verzögerungen geben könnte. Wird die Biogasanlage dann allumfassend bewilligt, würde der Bau rund ein Jahr dauern. Für den Betrieb der Anlage würde eine Stelle geschafft, denn die Bedienung erfordert einer erfahrenen Fachkraft.