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Bargeldlos kommt am Open Air Frauenfeld an

Das Open Air 2018 ist Geschichte – und damit auch der erstmalige Einsatz eines neuen Bezahlsystems. Die Marktfahrer waren erst skeptisch, dann begeistert. Die Besucher arrangierten sich mit der Cashless-Karte klaglos.
Mathias Frei
Samstagabend am OAF: das Konzert von Savas & Sido. (Bild: Andrea Stalder)

Samstagabend am OAF: das Konzert von Savas & Sido. (Bild: Andrea Stalder)

Ob fürs Bier, den Burger oder den Einkauf in der Migros-Festivalfiliale: Für einmal konnte das Portemonnaie am Open Frauenfeld chillen. Denn heuer wurde auf dem Festivalgelände erstmals ausschliesslich bargeldlos bezahlt. Mit Münz oder Nötli sass man auf dem Trockenen, Bezahl-Abhilfe konnte einzig die Cashless-Karte schaffen. Und das neue Bezahlsystem kam gut an. Aus Sicht der Veranstalter zieht Joachim Bodmer, Mediensprecher Open Air Frauenfeld (OAF), ein «grundsätzlich positives» Fazit. Cashless wird auch kommendes Jahr wieder zum Einsatz kommen. Nicht zuletzt aus dem Grund, weil man laut OAF-Geschäftsführer René Götz einen «tiefen sechsstelligen Betrag» in das Bezahlsystem investiert hat.

OAF-Mediensprecher Joachim Bodmer. (Bild: Andrea Stalder)

OAF-Mediensprecher Joachim Bodmer. (Bild: Andrea Stalder)

Es sei in Zukunft nicht mehr nötig, ständig Unmengen von Bargeld auf die Bank zu bringen, hatte OAF-Geschäftsführer Götz vor dem diesjährigen Festival erklärt. Skeptischer seien am Anfang die Marktfahrer gewesen, sagt Mediensprecher Bodmer. Schlussendlich seien die Rückmeldungen von dieser Seite aber sehr positiv gewesen.

Das Handling war bubieinfach

Ein bargeldloses Open Air ist nichts Neues. Das Gurtenfestival führt heuer Cashless ein, alle anderen grossen Schweizer Open-Air-Events haben Münz und Nötli bereits früher vom Gelände verbannt. So erstaunt es nicht, dass die Besucher die Umstellung klaglos hingenommen haben. Bodmer spricht von «wenig Feedback, und wenn, dann positiv».

In der Handhabung war das neue Bezahlsystem bubieinfach. Man hielt die Karte an den Scanner, sah zuerst den Anfangsbetrag und dann den Endbetrag nach Abzug der Konsumation. Wie viele effektiv im Umlauf waren, kann Bodmer noch nicht sagen. Es dürften aber mindestens 50000 Stück gewesen sein. Denn so hoch ist die Tageskapazität am OAF. Wie viele Open-Air-Gänger sich im Voraus registriert und so das Kartendepot von drei Franken gespart haben, ist ebenso noch nicht bekannt wie die Anzahl der am Festival verkauften Wertkarten.

25000 Stunden für Auf-/Abbau und Reinigung

Am Sonntagmorgen um 6 Uhr war an der letzten Party auf der Grossen Allmend ausgefeiert. Schon zuvor, als nämlich um 4 Uhr das Festivalgelände geschlossen wurde, durchkämmte die Güselkompanie das Areal. Die Veranstalter rechnen mit rund vier Wochen Aufräumarbeiten. Das Campinggelände sollte innert einer Woche gereinigt sein. Auch die grössten Bauten sollten in den nächsten sieben Tagen abgebrochen sein, wie OAF-Mediensprecher Joachim Bodmer erklärt. Für den Abbau würden rund 350 Mitarbeiter im Einsatz stehen. (ma)
Das nächste OAF findet vom 11. bis 13.Juli 2019 statt.

Eine Registrierung hatte zwei Vorteile. Beim Verlust der Karte liess sich diese innert Kürze bei einer der sechs Cashless-Stationen sperren. Das Geld konnte auf eine neue Karte geladen werden. Zudem konnte man eine Bankverbindung angeben. Auf diese wird das noch nicht verkonsumierte Geld nach dem Open Air ausbezahlt. Bis auf Weiteres gebe es das Geld von der Karte zurück, sagt Bodmer. Wer sich registriert hat, aber noch keine IBAN-Nummer angegeben hat, kann dies auch jetzt noch nachholen. «Für die Auszahlungen wurde kein Enddatum definiert.» Wie Bodmer sagt, gibt es kommendes Jahr eine neue Karte. Die Diesjährige macht’s nur noch als Souvenir. In welchem Ausmass also anonymes oder registriertes, aber nicht zurückgefordertes Guthaben letztlich an den Veranstalter geht, ist derzeit noch nicht zu beziffern.

«Bis auf Weiteres gibt es das Geld von der Karte zurück.»
(Joachim Bodmer, OAF-Mediensprecher)

OAF-Geschäftsführer Götz äusserte vorgängig die Hoffnung, dass sich «einerseits das Geldmanagement, andererseits das Reporting» verbessere. Zudem haben die Veranstalter nun Daten zum Konsumverhalten jedes Karteninhabers, ob dieser nun anonym war oder registriert. So kann für das nächste Open Air das Angebot konkret auf die Nachfrage abgestimmt werden. Als fiktives Beispiel könnte man sich vorstellen, dass fast kein Bier getrunken worden ist. Als Folge würde man 2019 die Zahl der Bierzapfhahnen halbieren. Im Gegensatz dazu würde man zum Beispiel die Raclettestände verdoppeln, weil heuer der geschmolzene Käse über Erwarten der Renner war. Zur Analyse des Konsumverhaltens und möglichen Schlussfolgerungen kann OAF-Mediensprecher Bodmer noch nichts sagen. «Wir müssen zuerst die Zahlen auswerten.»

Fakt ist: Der Umsatz pro Kopf dürfte «cashless» eher steigen, weil das Konsumverhalten mit Karte tendenziell weniger kostenbewusst, dafür freizügiger ist.

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